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Themenwelten Berliner Morgenpost
11. Jobmesse Berlin

Professionelle Bewerbungsfotos: Bitte recht freundlich!

Wer mit seiner Bewerbung punkten will, sollte auf gute Fotos achten. Ein Profi gibt Tipps, wie das gelingt

Ein fester Blick in die Kamera und ein Lächeln wirken positiv auf Personaler. FOTO: DAMIR KHABIROV / ISTOCK

Simone Jacobius 

Dass der erste Eindruck zählt, ist nicht neu. Und dennoch unterschätzen viele den Wert eines professionellen Bewerbungsfotos. Fakt ist: Die Chancen, in die engere Auswahl zu kommen, sind ungleich höher, wenn das beigelegte Porträt Selbstbewusstsein, Kompetenz und Freundlichkeit ausstrahlt.

In den USA gibt es generell keine Bewerbungsfotos mehr, in Deutschland sind sie freiwillig. „Aber die Arbeitgeber möchten doch meist ein Gesicht zu der Bewerbung sehen. Die visuelle Sympathie zählt. In den USA recherchieren die Unternehmer dafür einfach in den sozialen Netzwerken, bei uns schicken die meisten noch ein Foto mit”, sagt Peter Venus, leitender Fotograf bei Capital Headshots Berlin, dem Fotostudio, das in diesem Jahr auch auf der Jobmesse vertreten ist. Nach Venus’ Erfahrung kommen Berufsanfänger, Wiedereinsteiger wie Mütter nach der Elternzeit und Umsteiger gleichermaßen zum Fotoshooting.

Wer fotogen ist und wer nicht hängt dabei von der Selbstwahrnehmung der Person ab. „Wir versuchen die Menschen im Gespräch locker zu machen. Wenn sie sich ganz natürlich verhalten, strahlen sie das auch aus – und die Fotos gefallen ihnen meistens. Das braucht aber etwas Zeit, wenn man nicht gerade eine Rampensau ist, die es gewöhnt ist im Licht der Öffentlichkeit zu stehen”, sagt der Profi und schmunzelt. Zeit, die natürlich auch ihren Preis hat.
Während des Shootings können die Fotografierten jedes Foto auf einem kleinen Bildschirm sehen und erkennen so, was sie verändern müssten. Auf diese Weise lernen die Kunden auch etwas über ihre Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung. Der wichtigste Tipp von Peter Venus ist daher auch: Bewerbungsfotos auf jeden Fall vom Profi machen lassen. Ein No-Go seien Automatenfotos und Selfies. „Das Foto soll schließlich auch aussagen, wie ernst ich das mit dem Job sehe und zeigen, dass ich im Business-Level angekommen und nicht im Social-Media-Level steckengeblieben bin“, erläutert Venus. Die Fotomodels sollten einen festen Blick in die Kamera haben und Haltung bewahren.

Eine ganz wichtige Rolle spiele die Authentizität. „Die Person sollte so aussehen und so rüberkommen, wie sie wirklich ist. Nicht das man beim Personaler steht und nicht wiedererkannt wird“, sagt Venus.

Die Kleidung: Es hängt immer von der Branche ab, für die man sich bewirbt. Für einen Fliesenleger gilt eine andere Kleiderordnung als für einen Banker. Und in der Werbebranche darf es auch ruhig flippig zugehen. Am besten lässt man sich so fotografieren, wie man auch zum Vorstellungsgespräch gehen würde. Generell rät der Fachmann eher zu einer gedeckten, leicht konservativen Wahl: „Grundsätzlich sollte die Kleidung nicht von der Person ablenken, also keine großen Prints und keine knalligen Farben“, begründet er.

Das Make-up: Dezent ist Trumpf, denn nur so kommt die Person natürlich rüber. An auffallendem Make-up hat jeder etwas anderes auszusetzen. Schließlich geht es ja nicht zu einer Party. Deswegen gilt: Kleine Mängel vertuschen, aber sonst dem Typ entsprechend dezent schminken. „Das perfekte Make-up ist das, was Männern nicht auffällt“, weiß er aus Erfahrung.

Der Ausschnitt: Das Wichtigste sind Gesicht und Augen. An ihnen können Betrachter erkennen, ob ihnen die Person sympathisch ist, aufgeweckt und interessiert erscheint, oder als Teamplayer eingeschätzt wird. Ob auch der Oberkörper mitfotografiert wird, hängt vom persönlichen Empfinden ab.

Die Mimik: Gucken Sie natürlich. Wenn Sie ein fröhlicher Mensch sind, lächeln Sie. Wenn es sich um einen ernsthaften Job handelt, gucken Sie konzentriert und zielstrebig. Wichtig ist, dass das Wesen des Menschen beim Betrachter rüberkommt.

Bewerbungsfotos können in der Regel zwei bis drei Jahre verwendet werden, wenn es in der Zwischenzeit keine wesentliche Änderung in Aussehen und Stil gab. Auf der Messe bietet Peter Venus übrigens ein kostenloses Bewerbungsfoto-Shooting an – direkt neben dem Messe-Café!
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