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11. Jobmesse Berlin

Sichere Identitäten und Geld am laufenden Band

Die Bundesdruckerei bietet viele interessante Jobs im IT-Bereich – allerdings nur besonders integren Bewerbern

Geldscheine und Personaldokumente sind die Kernkompetenzen der Bundesdruckerei. FOTO: WWEISS LICHTSPIELE / PA

Christine Persitzky 

Sie ist weder eine Druckerei im klassischen Sinne noch eine Behörde: Die Bundesdruckerei ist eine GmbH mit sieben Tochtergesellschaften und Beteiligungen. Neben der Herstellung fälschungssicherer Wertdokumente wie Banknoten und Postwertzeichen sind sichere Identitäten und der Schutz von vertraulichen Informationen aller Art ihre Kernkompetenz. Sie erfasst, verwaltet und verschlüsselt sensible Daten, produziert Dokumente und Prüfgeräte, entwickelt Software für hochsichere Infrastrukturen und bietet Passund Ausweissysteme sowie automatische Grenzkontrolllösungen an. In Deutschland ist sie verantwortlich für die gesamte Systeminfrastruktur der elektronischen Reisepässe, Personalausweise und elektronischen Aufenthaltstitel.
Mit anderen Worten: Die Bundesdruckerei ist ein Hightech-Unternehmen, in dem höchste Sicherheitsstandards essenziell sind: „Als Sicherheitsunternehmen des Bundes gelten bei uns besonders hohe Schutzbestimmungen und zahlreiche Besonderheiten in der Art und Weise, wie wir arbeiten“, erklärt Maria Nathow, Abteilungsleiterin HR Marketing & Administration. Je nach Bereich und Aufgabenfeld gibt es unterschiedlich strenge Anforderungen und Vorschriften. Das betrifft beispielsweise Zugangsberechtigungen, individuelle Zugriffsrechte auf Netzwerke und Datenbanken, aber auch spezielle Social-Media-Richtlinien für Mitarbeiter in sicherheitsrelevanten Bereichen. Für einige Positionen ist zudem eine besondere Überprüfung notwendig.
Das Hightech-Unternehmen „Bundesdruckerei“ hat seinen Sitz an der Grenze von Kreuzberg zu Mitte. FOTO: WOLFRAM STEINBERG / PA
Das Hightech-Unternehmen „Bundesdruckerei“ hat seinen Sitz an der Grenze von Kreuzberg zu Mitte. FOTO: WOLFRAM STEINBERG / PA
Dementsprechend wünscht sich das Unternehmen von den Bewerbern in erster Linie Integrität und Verschwiegenheit. Von streng gesicherten Produktionsbereichen über gepanzerte Polizeieskorten beim Abtransport von frisch gedruckten Banknoten bis hin zur Entwicklung von neuen Schutz-Merkmalen für Ausweise und Pässe – „man muss sich bewusst sein, dass man in einem Hochsicherheitsunternehmen arbeitet und somit auch eine große Verantwortung trägt“, betont die Personalerin. „Es ist nicht wie in anderen Unternehmen, wo man alle Bereiche und Projekte seines Unternehmens kennt oder darüber frei berichten darf. Aber das macht die Arbeit bei uns auch so spannend.“

Neben der Sicherheit ist es vor allem auch die Vielfalt an beruflichen Möglichkeiten, welche die Bundesdruckerei auszeichnet. „Kaum ein anderes Unternehmen in Berlin bietet eine ähnlich große Bandbreite an Themen und Tätigkeitsfeldern“, findet Maria Nathow. „Bei uns gibt es mehr als 200 verschiedene Berufe.“ Dazu gehören Architekten, Chemiker, Data Scientists, Software Entwickler, Innovation Developer und Kryptologen genauso wie Patentanwälte, Konstruktionsmechaniker, Produktionsmitarbeiter, Vertriebler und Sicherheitskräfte. „Themen wie Big Data, Blockchain, digitale Sicherheit, künstliche Intelligenz, Cloud Computing oder sichere Identitäten sind in aller Munde – und bei uns hat man die Möglichkeit, aktiv daran mitzuwirken“, so Nathow. Daneben müsse ein Unternehmen dieser Größe auch in den administrativen Bereichen gut aufgestellt sein. So kommen weitere Tätigkeitsfelder hinzu: IT-Sicherheitsexperten, UI-/UX-Designer und Mathematiker, Consultants, Business Developer und Anlagenmechaniker.

Wo es um Digitalisierung, IT-Sicherheit und technische Innovationen geht, sind vor allem Bewerber aus den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, gefragt. „Grundsätzlich zählen praktische Berufserfahrung, fachliche und soziale Kompetenzen aber mehr, als ein formaler Abschluss“, relativiert Nathow.

Die Bundesdruckerei konkurriert mit vielen anderen Hightech-Unternehmen um gut qualifizierte Fachkräfte – wirbt dabei mit einem „attraktiven Gesamtpaket“ und „bietet individuelle Entwicklungschancen, die auf die jeweilige Lebenssituation zugeschnitten sind“, sagt sie. Nimmt man den Anteil von Frauen in Führungspositionen als Indikator dafür, scheint es zu gelingen. Denn der liegt nach Unternehmensangaben bei mehr als 30 Prozent – weit über dem Durchschnitt deutscher Unternehmen.

Neben zahlreichen Einstiegspositionen und Ausbildungsmöglichkeiten bietet die Bundesdruckerei in Kooperation mit der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht (hwr) auch die Möglichkeit zu einem dreijährigen dualen Studium, zum Beispiel in den Fächern Wirtschaftsinformatik, Industrielle Elektrotechnik/Automatisierungstechnik oder Konstruktion und Fertigung. Sechs dual Studierende sind in diesem Jahr gestartet. Sie wurden aus über 600 Bewerbern ausgewählt. Im kommenden Jahr stehen fünf Studienplätze zur Verfügung.
  

Das Profil

Die Geschichte der Bundesdruckerei reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert. Nach der Privatisierung im Jahr 2000 und dem Rückkauf durch den Bund 2008/2009 ist sie nun wieder in Staatsbesitz. Das hoheitliche Identitätsgeschäft mit Behörden in Deutschland und anderen Staaten ist das Hauptgeschäft des Unternehmens. Das Drucken von Wertdokumenten wie Geldscheinen und Briefmarken trägt rund zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Unternehmensgruppe beschäftigt über 2700 Mitarbeiter und erzielte 2018 einen Umsatz von rund 556 Millionen Euro.
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