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50 Jahre Jugend trainiert für Olympia

Bundespräsident bei „Jugend trainiert“ im Berliner Olympiastadion

Seit einem halben Jahrhundert trainiert die Jugend für Olympia – zum traditionellen Auftakt der Finals im Berliner Olympiastadion gaben sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und zahlreiche ehemalige Profisportler die Ehre

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hielt bei der Jubiläumsfeier die Eröffnungsrede. FOTO: CHRISTINA PAHNKE/ SAMPICS

Christoph Heitz 

Gleich zu Beginn wehte ein Hauch von Olympia durch das Berliner Olympiastadion: 472 Schulmannschaften, gebildet von 4670 Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet, drehten zum 50. Jubiläum von „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ eine Stadionrunde. Dabei wurden sie mit großem Beifall von tausenden Berliner und Brandenburger Schülern und Zuschauern empfangen. „Der Einzug ins Stadion eben, die Ehrenrunde auf der blauen Bahn, das war auf jeden Fall schon mal olympiareif“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Begrüßungsansprache. In seiner Rede blickte Steinmeier kurz zurück auf die erste Ausgabe von „Jugend trainiert“. „Damals war Deutschland noch geteilt, die Finalisten waren mit dem Flugzeug auf die Insel West-Berlin gekommen, und nach der Siegerehrung feierten sie mit Wim Thoelke und dem RIAS-Tanzorchester – ich hoffe, außer mir sind noch zwei, drei andere hier, denen diese Namen noch irgendwas sagen“, so Steinmeier. Er selbst habe als Jugendlicher gehofft, einmal mit der Fußballschulmannschaft nach Berlin zu reisen, doch dieses Ziel habe er nicht erreicht – und daher leider auch nicht die Regenjacke mit dem Logo des Wettbewerbs tragen dürfen.

Der Bundespräsident ist traditionell der Schirmherr von „Jugend trainiert“, der Regierende Bürgermeister von Berlin der der Bundesfinals. Neben Steinmeier und Michael Müller waren zahlreiche ehemalige Profisportler der Einladung der Deutschen Schulsportstiftung gefolgt, darunter die Schwimmerin Britta Steffen, die Hochspringerin Heike Henkel, der Beachvolleyballer Jonas Reckermann und der Tischtennisspieler Jochen Wollmert. Andere ehemalige Teilnehmer hatten bereits im Vorfeld gratuliert, unter anderem der Basketballer Dirk Nowitzki per Videobotschaft.
  
Star-Schwimmerin Britta Steffen entzündete während der Feier das Olympische Feuer. FOTO: STEFAN MATZKE/SAMPICS
Star-Schwimmerin Britta Steffen entzündete während der Feier das Olympische Feuer. FOTO: STEFAN MATZKE/SAMPICS
Auf die Ansprache des Bundespräsidenten folgte ein weiterer emotionaler Moment: die Entzündung des Olympischen Feuers. Peter Reif aus Rheinland-Pfalz, der 1969 als Betreuer in der Leichtathletik dabei war, und Kirsten Bellinger aus Bremen, die die damalige Premiere als Schülerin erlebte und inzwischen als Lehrerin zahlreiche Schulmannschaften zum Bundessieg geführt hat, trugen die Fackel ins Olympiastadion. Dort wurde sie weiter an die jüngste Teilnehmerin des Herbstfinales, die zehnjährige Schwimmerin Leni Paulina Zawesky, und an die Berliner Rollstuhlsportlerin Emely Lühder von der Carl-von-Linné-Schule übergeben. Sie brachten die Fackel Britta Steffen, die das Olympische Feuer entzündete und damit das Herbstfinale offiziell eröffnete. Doch nicht nur Erwachsene standen bei der Feier auf der Bühne. Schüler verschiedener Berliner Schulen hatten einen Flashmob-Tanz eingeübt, mit dem sie die Zuschauer begeisterten. Und auch diese mussten nicht den ganzen Vormittag über sitzenbleiben. Für sie hatten die Veranstalter einen Bewegungs- und Bildungsparcours aufgebaut, der den Charakter eines Sportfestes mit Bildungsanspruch unterstrich. Die am Finale teilnehmenden Schulmannschaften waren bereits am Sonntag angereist. Anders als vor 50 Jahren kamen sie nicht mit dem Flugzeug nach Berlin, sondern mithilfe des Hauptsponsors Deutsche Bahn. Am Hauptbahnhof wurden sie mit Angeboten der Sponsoren begrüßt. Während die Schüler am Kicker ein paar Runden spielten, kümmerten sich ihre Betreuer um die Akkreditierung.
  
Beim Einzug der Schulmannschaften durften natürlich auch die Berliner nicht fehlen. FOTO: WOLFGANG KUMM /PA/DPA
Beim Einzug der Schulmannschaften durften natürlich auch die Berliner nicht fehlen. FOTO: WOLFGANG KUMM /PA/DPA
Erste Entscheidungen

Die Tennisspieler standen bereits auf dem Platz. Sie spielten die ersten Runden ihres Wettbewerbs aus. Denn wegen der Jubiläumsfeier starteten die Wettkämpfe am Montag später als sonst. Nach der Feier legten auch die anderen Talente los. Im Beachvolleyball, Fußball, Fußball ID, Golf, Hockey, Judo, Leichtathletik, Para Leichtathletik, Rudern, Schwimmen, Para Schwimmen sowie Triathlon begannen das Training und die Vorrundenwettbewerbe. In der Leichtathletik gab es die ersten Bundessieger zu feiern. Weitere Entscheidungen fielen gestern. Doch die Mehrzahl der Finals werden heute ausgetragen.

Und zum Abschluss der Jubiläumswettbewerbe werden heute Abend die Sieger in der Max-Schmeling-Halle geehrt. Anschließend feiern alle Teilnehmer noch gemeinsam, ehe es morgen für die Sportler aus 15 Bundesländern wieder nach Hause geht. Für die Berliner gehört zum Heimvorteil, dass sie zu Hause schlafen dürfen.
  
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