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50 Jahre Jugend trainiert für Olympia

Mary-Poppins-Schule in Gatow ist eine Grundschule mit Schwerpunkt Sport

Die Mary-Poppins-Schule in Gatow ist eine von 32 Berliner Grundschulen mit Schwerpunkt Sport. Das Angebot zeigt Wirkung

Beim ISTAF ist die Grundschule fast jedes Jahr dabei. FOTO: HO; GRAFIK:SLOTHASTRONAUT/ISTOCK

Max Müller 

„Die Bedingungen sind ideal“, schwärmt Stefan Meisel. Der Schulleiter der Mary-Poppins-Grundschule, die am Rande des ehemaligen Flughafens der britischen Alliierten in der sogenannten Landstadt Gatow liegt, meint damit die Umstände, unter denen an seiner Schule Sport unterrichtet werden kann. Die Sporthalle lässt sich in drei Hälften unterteilen. Unweit der Schule gibt es einen öffentlichen, gut gepflegten Sportplatz, der den Schülern ebenfalls zur Verfügung steht.

„An anderen Schulen, an denen ich unterrichtet habe, sah die Situation anders aus, teils ziemlich kritisch“, sagt der Pädagoge. Umso mehr freut sich Meisel über die Situation an seiner Institution, die ihr Kapital einzusetzen weiß. Seit dem Jahr 2017 gehört sie zu den sogenannten sportbetonten Einrichtungen. In Berlin haben 32 Grundschulen, 14 Sekundarschulen, ein Gymnasium und sogar eine Förderschule diesen Schwerpunkt.
Die Förderung, die es seit mittlerweile 30 Jahren gibt, sieht an den einzelnen Institutionen unterschiedlich aus. Manch eine Schule erhöht die Stundenzahl für den Sportunterricht, andere nutzen die finanzielle Unterstützung um Arbeitsgemeinschaften (AGs) oder Schwerpunktkurse anzubieten. An der Mary-Poppins-Grundschule werden derzeit vor allem Fußball- und Leichtathletiktalente gefördert.

Die Sieger von morgen fördern Image 1
"Selbst bei uns, wo der Sport fest verankert ist, sitzen die Kids oftmals lieber vor ihren technischen Geräten, statt sich zu bewegen. Da versuchen wir gegenzusteuern."

Stefan Meisel, Schulleiter Mary-Poppins-Grundschule
  

„Das ganze Konzept funktioniert nur aufgrund guter Netzwerke, engagierter Vereine und Trainingsmöglichkeiten außerhalb der Schulzeiten“, sagt Stefan Meisel. So kooperiert die Mary-Poppins-Grundschule im Fußball etwa mit dem Bundesligisten Hertha BSC. „Die Sportfreunde Kladow wiederum sind die Stütze unserer Leichtathleten“, so Meisel.
In den vergangenen Monaten konnten jedoch auch weitere Sportarten verstärkt angeboten werden, darunter Handball und Basketball. Und natürlich sind auch die Lokalmatadoren, die Wasserfreunde Spandau 04 e. V., vor Ort aktiv, um Nachwuchs für den jüngst wieder aufstrebenden Wasserball zu gewinnen. Das Engagement zahlt sich aus. „Im Vergleich sind die Schüler oft lebendiger und leistungsfähiger, aber auch schwerer im Zaun zu halten“, sagt Meisel augenzwinkernd.

Gemeinsam im Kiez

Die Mary-Poppins-Schule kooperiert mit vielen Partnerinstitutionen, um die sportliche Förderung vor und nach dem Grundschulalter zu fördern. „Gemeinsam mit der Kita in unserem Kiez versuchen wir, schon bei den Allerkleinsten die Lust am Sport zu wecken. Mit dem benachbarten Hans-Carossa-Gymnasium sind wir in Kontakt, um den sportlichen Ehrgeiz der Schüler auch nach dem Wechsel an die Oberschule sicherzustellen.“ Besonders begabte Kinder kommen nach der sechsten Klasse auf die Sportschule im Olympiapark, die sogenannte Poelchau-Schule. „In den vergangenen Jahren hatten wir mit Julius Kade und Maurice Covic zwei Schüler, die heute Bundesligaspieler sind“, sagt Meisel.

Die Gatower Grundschule verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Deshalb pflegt sie auch eine enge Kooperation mit dem Projekt „fit4future“. Die Initiative der Cleven-Stiftung und der Krankenkasse DAK-Gesundheit will Kinder nicht nur zu mehr Bewegung animieren, sondern fördert auch eine ausgewogene Ernährung sowie eine stressfreie Lernatmosphäre. „Es ist mitunter nicht leicht, die Kinder zu mehr Bewegung zu animieren“, sagt Meisel. „Selbst bei uns, wo der Sport fest verankert ist, sitzen die Kids oftmals lieber vor ihren technischen Geräten statt sich zu bewegen. Da versuchen wir gegenzusteuern.“

Deshalb engagiert sich die Schule auch bei vielen Veranstaltungen – so wie etwa bei der Jubiläumsfeier zu 50 Jahre „Jugend trainiert“. Beim Festakt im Olympiastadion am Montag spielten rund 500 Berliner Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle. Gemeinsam tanzten sie einen großen Flashmob in einer eigens einstudierten Choreographie. Mit dabei: zahlreiche Schüler der Mary-Poppins-Grundschule.
  
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