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Abitur 2020

Du bist nicht allein

Neu an der Uni und orientierungslos? Gerade die ersten Wochen sind schwer für Erstsemester. Doch die Unis bieten Hilfen an

Beim traditionellen Campusstart versammeln sich die Erstsemester meist im Audimax der Universitäten für die Grundeinweisung. FOTO: BERND WÜSTNECK / DPA

Polizei Brandenburg
Arlett Sommerfeld ist Studienberaterin bei der Allgemeinen Studienberatung an der Technischen Universität Berlin. Sie weiß um die Probleme der jungen Menschen, die nach der Schule an die Universität kommen und von heute auf morgen in ein neues, selbstbestimmtes Leben starten müssen. „Es ist eine Herausforderung, an eine so große Universität wie beispielsweise die TU Berlin zu kommen“, sagt sie. An eine Universität, an der allein zum letzten Wintersemester 35.570 Studierende eingeschrieben waren und 3447 „Erstis“ ihr Studium aufgenommen haben. Da kann man sich schon alleine unter vielen fühlen. Alles ist neu in diesem Lebensabschnitt: die erste eigene Wohnung oder Wohngemeinschaft, Selbstorganisation, selbstbestimmtes Lernen, fehlende Kontrolle der Anwesenheit im Unterricht. Wer neu in der Stadt ist, muss sich zudem noch einen komplett neuen Freundeskreis aufbauen.

Die Angst vor dem Unbekannten

Doch auch Berlinerinnen und Berliner müssen sich an der Uni erst einmal eine neue Bezugsgruppe suchen. Das ist gerade zu Corona-Zeiten nicht so einfach. Wo früher erste Kontakte auf Erstsemestertagen und bei Einführungsveranstaltungen geschlossen wurden, gibt es heute die Kontaktaufnahme online und über die sozialen Netzwerke.

Arlett Sommerfeld rät dazu, sich schon vor Semesterbeginn mit der neuen Universität vertraut zu machen. Das nehme die Angst vor dem Unbekannten. Hier bietet sich ein Campusbesuch an, auch zu Corona-Zeiten. Wo liegt das Hauptgebäude, wo die Fakultätsgebäude, wo ist die Universitätsbibliothek – und wo die Mensa? Eine Universität kann sowohl vor Ort als auch online erkundet werden. Allein schon zu wissen, wie die Uni-Webseite funktioniert, erleichtert den Einstieg in den Studienalltag.

Die Studierendenberatung der TU bietet außerdem unter dem Namen „Studienberatung AtHome“ digitale Veranstaltungen zur Studienwahl und zum Studieneinstieg und individuelle Online-Beratung – wie auch die Studienberatungen der FU Berlin, HU Berlin und der UdK, um das Ankommen an der Uni zu erleichtern.

Noch ist nicht gesagt, wie im kommenden Wintersemester die Erstsemestertage und Einführungsveranstaltungen organisiert sein werden. Diese sind wichtig, egal ob online oder offline. Hier gibt es Wegweiser ins Studium, hier werden Ansprechpartner und Anlaufstellen genannt, hier werden die Grundlagen geschaffen, um darauf ein erfolgreiches Studium aufbauen zu können. „An diesen Veranstaltungen sollten alle teilnehmen, um einen reibungslosen Studienstart zu haben und um sich an der Universität gut zurechtzufinden“, sagt Sommerfeld.

„Mut zur Lücke gehört im ersten Semester dazu“

Arlett Sommerfeld, Studienberaterin

Sport verbindet – auch an den Hochschulen

Anlaufstellen für Beratungen rund ums Studium sind grundsätzlich die Allgemeine Studienberatung und die Studienfachberatungen an den Fakultäten. Dort könne man sich auch erkundigen, bei welchen Fachschaften man sich engagieren kann oder welche Angebote es noch gebe, um erste Kontakte zu anderen Studierenden zu knüpfen. Dazu bietet sich beispielsweise auch der Hochschulsport an. „Das sind alles Aktivitäten, wo man Kommilitoninnen und Kommilitonen unkompliziert treffen kann“, sagt Sommerfeld. Wie an vielen Universitäten begleiten auch an der TU Berlin studentische Mentorinnen und Mentoren auf Wunsch den Einstieg ins Campusleben, zeigen den Erstsemestern die Bibliothek, geben Tipps zum Studiengang und erzählen den Neulingen, wo was los ist – so werden Outsider leicht zu Insidern.

Alle Fäden, um an diese Informationen zu kommen, laufen bei den Studienberatungen zusammen. Hier finden auch Studierende mit Handicap oder chronischen Krankheiten Rat, wie sie ihr Studium barrierefrei gestalten können.

„Wer eine gut begründete Studienentscheidung für sich getroffen hat, eine aus echtem Interesse, der oder die hat in der Regel genug Motivation, die ersten Hürden im Studium zu nehmen“, sagt Arlett Sommerfeld. Erstis möchte sie noch weitere Tipps mit auf den Weg geben: die personalisierte Uni-Mail-Adresse aktivieren, über die relevante Infos fließen. Das Studium langsam angehen, sich Zeit nehmen zum Ankommen, mit sich selbst gnädig sein, wenn man eine Vorlesung, die man sich vorgenommen hatte, doch aus dem Stundenplan streicht, weil es einfach zu viel ist. „Mut zur Lücke gehört im ersten Semester dazu“, sagt sie – und wer sich unsicher sei und hadere, sollte sich an die Studienberatung wenden.

Studierende könnten mit Vertrauen ins Studium starten, denn „die vielen Anlaufstellen an egal welcher Universität sind dafür da, einen gelungenen Einstieg in das Studium zu unterstützen. Holen Sie sich diese Unterstützung unbedingt!“

DAGMAR TRÜPSCHUCH
  
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