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Themenwelten Berliner Morgenpost
Abitur 2020

Richtig durchstarten

Mit dem Schulabschluss in der Tasche beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Damit der Übergang reibungslos gelingt, gilt es einiges zu beachten – von Banken bis Versicherungen

Geschafft: Nach dem Schulabschluss kommt für viele der Umzug in die erste eigene Wohnung. FOTO: MONKEYBUSINESSIMAGES / ISTOCK

BSP Business School Berlin
In diesem Jahr war – und ist – alles anders: die letzten Schulwochen, die Prüfungen, der Abschied von der Schule. Die weltweite Corona-Pandemie sorgte dafür, dass an den Berliner Bildungseinrichtungen vieles neu organisiert werden musste. Das bekamen insbesondere die Abschlussjahrgänge zu spüren, die nun ins Leben entlassen werden ohne feierliche Zeugnisübergabe mit der Familie, ohne Jux mit den Mitschülern und Lehrern, ohne Party oder Ball mit den engsten Freunden. Da heißt es: nach vorne schauen.

Auch wenn der eine Lebensabschnitt endet, heißt es nicht, dass der neue genauso weitergeht. Mit dem Schulabschluss in der Tasche kommen auf die Schulabgänger einige Änderungen zu. Viele starten ihre Ausbildung oder nehmen ein Studium auf, verlassen das „Hotel Mama“, müssen sich fortan selbst um ihre Finanzen und die eigene Wäsche kümmern. Das kann durchaus herausfordernd sein, muss es aber mit der richtigen Vorbereitung nicht.

Die größte Hürde besteht darin, eine neue Bleibe zu finden. In kleineren Städten fällt das leichter, auch in sogenannten Studentenstädten existieren bereits zahlreiche WG-Zimmer, auf die man sich formlos bewerben kann. Schwieriger sieht es in Großstädten wie München, Hamburg oder Berlin aus, in denen der preisgünstige Wohnungsmarkt ohnehin stark umkämpft ist. Die Wahl zwischen eigener Wohnung oder WG-Zimmer ist immer auch finanz- und typenabhängig. Wer Privatsphäre schätzt und bei der Miete nicht so genau hinschauen muss, für den ist die eigene Wohnung sicher besser. Allerdings ist diese Option auch mit zahlreichen weiteren Ausgaben belastet: Wasch- oder Spülmaschine, Geschirr, eine Arbeitsplatte in der Küche und so weiter müssen erst noch angeschafft werden. Das kann schnell teuer werden. Sponsoren sind gefragt. Alternativ kann ein Blick auf den Gebrauchtmarkt lohnen. WG-Interessenten können sich diese Ausgaben zumeist sparen, sie setzen sich „ins gemachte Nest“. Wenngleich frühzeitig nachgefragt werden sollte, ob es eine gemeinsame Kasse gibt, in der Geld für Neuanschaffung und Reparatur gespart wird.
Auch für Wohngemeinschaften müssen Regeln aufgestellt werden. FOTO: STURTI / GETTY IMAGES
Auch für Wohngemeinschaften müssen Regeln aufgestellt werden. FOTO: STURTI / GETTY IMAGES
Woher kommt das Geld für die eigene Wohnung?

Überhaupt müssen Auszubildende und Studierende, die bekanntlich meist knapp bei Kasse sind, erst einmal ihre Finanzen sortieren. Auf einen lukrativen Nebenjob sollte man zunächst nicht hoffen, im Zuge der Corona-Krise haben vor allem Studierende oftmals ihren Nebenerwerb einbüßen müssen. Da gilt es, frühzeitig Alternativen zu prüfen.

In der Erstausbildung wird das Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr weitergezahlt, regelmäßige Ausbildungs- und Studiennachweise vorausgesetzt. Studierende sollten zudem prüfen, ob ein Anspruch auf Bafög besteht – und das möglichst rechtzeitig, denn die Antragsbearbeitung kann unter Umständen mehrere Monate dauern. Immerhin: Der Höchstsatz steigt zum Wintersemester 2020/2021 auf 861 Euro. Davon muss nach dem erfolgreichen Abschluss allerdings die Hälfte des zinsfreien Darlehens zurückgezahlt werden. Bafög gibt es in der dualen Ausbildung nicht, eventuell besteht aber Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe. Eine Option für Studierende besteht ebenfalls darin, sich für ein Stipendium zu bewerben. Stipendien werden nicht nur an leistungsstarke Studentinnen und Studenten vergeben, mitunter wird auch soziales oder gesellschaftliches Engagement gefördert. Ein Vergleich lohnt sich.

Das gilt ebenfalls für die Wahl von Bank und Versicherungen. Immer mehr Studierende achten auf die Arbeit der Geldinstitute. Agiert die eigene Bank nachhaltig, welche Industrien werden gefördert? Gleiches gilt für die Versicherungen, wobei die meisten jungen Menschen bis zum 25. Lebensjahr über die Familie krankenversichert sind. Vertragsabhängig gilt das auch für die Haftpflichtversicherung, die greift, wenn man fahrlässig den Besitz eines anderen schädigt. Eine Hausratversicherung wiederum lohnt sich nur, wenn man viele hochwertige Möbel besitzt.

Auszubildende sollten zudem über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Die belastet zwar den Geldbeutel zusätzlich, zahlt sich aber in späteren Jahren aus, weil die Beiträge entsprechend gering sind und bleiben. Aber auch hier gilt: Man sollte genau prüfen, was die Vertragsbedingungen sind. Nur so lassen sich böse Überraschungen vermeiden.

Max Müller
     
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