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Ausbildung & Studium 2021

Fit für die Medienwelt

Rundum modernisiert: Die Ausbildung Mediengestalter Bild und Ton

Mediengestalter lernen seit 2020 unter neuen Rahmenbedingungen. Foto: Getty Images

Film ab! Ton ab! Action! Fast alles neu heißt es seit dem 1. August für die künftigen Mediengestalter/-innen Bild und Ton, ohne die kaum eine Film- oder Fernsehproduktion gedreht, kein Werbe- oder Imagefilm produziert und kein Videobeitrag online gestellt wird. „Film-, TV- oder Onlineproduktionen, Messeagenturen, Marketing und Unternehmenskommunikation – Mediengestalter Bild und Ton sind vielseitig unterwegs“, erklärt Ines Janoszka, Ausbildungsberaterin bei der IHK Berlin. Nun trat mit dem Wintersemester 2020/21 die neue Ausbildungsordnung für diesen Beruf in Kraft, die seine Ausbildung von Grund auf modernisiert.

Ein kleiner Rückblick: Die Berufe „Mediengestalter/-in Bild und Ton“ und „Film- und Videoeditor/-in“ waren 1996 als bis dahin erste Ausbildungsberufe speziell für elektronische Medien ins Leben gerufen worden – 1998 wurde zudem der Beruf Mediengestalter/-in Digital und Print geschaffen. 2006 hat man dann die Ausbildung „Mediengestalter/-in Bild und Ton“ an die Entwicklung in der Medienbranche angepasst, die Ausbildung „Filmeditor/-in“ – eine Art Neuformulierung des Filmcuts – blieb allerdings unverändert. Im Jahr 2018 sind laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), beispielsweise bundesweit 711 Ausbildungsverträge zum Mediengestalter/-in Bild und Ton abgeschlossen worden, zum Film- und Videoeditor/-in waren es hingegen lediglich neun.

"Zunehmende Digitalisierung und Vernetzung der Produktionen sowie technische Weiterentwicklungen verändern stetig das Tätigkeitsfeld"

Ines Janoszka, Ausbildungsberaterin, IHK

Jetzt sind die beiden bisherigen Ausbildungen durch die Neuordnung Vergangenheit und sie wurden gleichzeitig vor dem Hintergrund neuer Trends und Technologien zusammengelegt. Dabei wurden die Ausbildungsrahmenpläne und die Prüfungsanforderungen komplett überarbeitet. Vernetzte und digitalisierte Produktion von Inhalten, neue Darstellungsformen, wie etwa 360°-Welten, Augmented Reality und Virtual Reality sowie Datensicherheit und Datenmanagement und Crossmediale Vermarktung von Inhalten, stehen nun verstärkt im Fokus. Vielfältige und komplexere Kompetenzen sind immer stärker gefragt“, betont die Ausbildungsberaterin.

Die Herstellung von Bild- und Tonaufnahmen sowie audiovisueller Medienprodukte gehören ebenso zum Repertoire wie die Nachbearbeitung von Bild- und Tonprodukten von Film- oder Radioproduktionen. „Die zielgruppengerechtere Aufbereitung von Inhalten auf Grundlage journalistischer Beiträge für Online-Plattformen und Social-Media-Angebote gewinnt ebenfalls an Bedeutung“, weiß Ines Janoszka.

Mit der Integration des Berufs Film- und Videoeditor in den Beruf Mediengestalter/-in Bild ist dieser Entwicklung Rechnung getragen worden. „Mit der Einführung der großen Wahlqualifikationen Kameraproduktionen, Studio-, Außenübertragungs- und Bühnenproduktionen, Postproduktion und Ton wird die Ausbildung flexibler, profilschärfer und passgenauer“, erklärt sie. Hinzu kommen 17 kleinere Wahlqualifikationen wie beispielsweise Produktionen organisieren und koordinieren, Kamerasysteme bei Außenübertragungen einrichten, Sounddesign durchführen oder auch visuelle Effekte herstellen. Jeder Azubi absolviert zwei dieser Wahlqualifikationen.

Die Ausbildung Mediengestalter/-in Bild und Ton erfreut sich derzeit einer hohen Nachfrage. Gerade auch an einem starken Medienstandort wie Berlin mit zahlreichen in dem Bereich tätigen Unternehmen. Daher wird von der IHK empfohlen, bundesweit nach freien Ausbildungsplätzen zu suchen und dabei auch selbstständig potenzielle Ausbildungsbetriebe zu recherchieren und anzufragen. Zu empfehlen sind in jedem Fall vorherige Praktika, um einen Einblick in die Gegebenheiten der Branche sowie ein realistisches Bild vom Berufsalltag zu bekommen, denn es ist letztlich ein technisch ausgerichteter Beruf.

Eine Ausbildung mündet eher selten in ein Anstellungsverhältnis, sondern vor allem in eine freiberufliche Tätigkeit. Gute Karrierechancen ergeben sich durch Fortbildungen etwa zum/ zur Medienfachwirt/-in, Medientechniker/-in oder Meister Medienproduktion Bild und Ton. Da die Tätigkeitsgebiete in der Film- und Medienbranche sehr breit gefächert sind, gibt es allerdings auch viele Quereinsteiger. Manuela Blisse
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