Anzeige
Themenwelten Berliner Morgenpost
Ausbildung & Studium 2021

Die Dinge um uns herum gestalten

Produktdesigner entwickeln sowohl nützliche Alltagsgegenstände als auch Innovationen

Angehende Produktdesigner sollten künstlerisches Talent, aber auch Technikinteresse mitbringen. FOTO: GETTY IMAGES

„Autos, Werkzeuge, Möbel – das Spektrum, das man als Industriedesigner gestalten kann, ist enorm groß. Man ist also von seiner persönlichen Ausrichtung her sehr frei“, sagt Saskia Diez. Die 44-jährige Goldschmiedin hat an der FU München Industriedesign, allgemein auch Produktdesign, studiert. „Man lernt, wie Dinge aufgebaut sind, und bekommt ein Verständnis für Zusammenhänge“, sagt sie. Geeignet sei das Studium für all jene, die sich gerne Produkte ausdenken und diese auch herstellen möchten, sich jedoch nicht als Künstler sehen. Saskia Diez: „Es geht im Studium viel um Fertigungstechniken, Werkzeugbau und Ergonomie. Ausgelegt ist es dafür, dass man später in der Industrie arbeitet.“ Doch das ist nicht überall so. Wer etwa in Berlin an der Universität der Künste (UdK) oder der Kunsthochschule Weißensee Produktdesign studieren möchte, muss zuvor mit einer Bewerbungsmappe und einer Prüfung vor Ort seine künstlerische Eignung für den Studiengang nachweisen. Dies zeigt, dass an den Hochschulen und auch Fachhochschulen wie etwa der Fachhochschule Potsdam die Herangehensweisen an das Fach sehr unterschiedlich sein können.
Berlin-Chemie AG
Generell versteht man unter Produktdesign die ganzheitliche konzeptionelle und gestalterische Entwicklung eines Produkts von der Handskizze über das im 3D-Druck erstellte Vormodell bis zum analogen Eins-zu-eins-Prototypen. Dabei spielen die Beschäftigung mit räumlichem Denken, Proportionen, Licht und Farbe, Materialien und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Produktherstellung sowie die Auseinandersetzung mit aktuellen soziokulturellen Themen eine wichtige Rolle. „Es sollen kompetente Entwerfer-Persönlichkeiten ausgebildet werden, die in der Lage sind, verantwortungsbewusst und selbstständig zu handeln“, gibt etwa die Kunsthochschule Weißensee ihre Zielsetzung für zukünftige Absolventen vor. Machen sie ihren Job gut, haben Produktdesigner mit ihrer Tätigkeit maßgeblichen Einfluss auf die Verständlichkeit, die Nachhaltigkeit, die Attraktivität und damit auf den gesellschaftlichen und marktwirtschaftlichen Erfolg eines Produktes. Um das nötige Rüstzeug zu erlangen, absolvieren die Studierenden Grundlagenkurse in Zeichnen, visuell bildnerischem und räumlichem Gestalten, Digitale Medien, Morphologie oder Anatomie. Ansonsten ist das Studium an den Hochschulen sehr praxisorientiert.
REWE
Die digitale Welt hat zunehmend Einfluss auf die spätere Berufstätigkeit von Produktdesign und fließt somit auch in die Ausbildung mit ein. Denn es stellt sich zunehmend die Aufgabe der Integration von Informationstechnologie in die Grundfunktionalitäten von Alltagsobjekten. Produktdesign muss diese Aufgabe meistern, auch wenn es häufig gar nicht nötig sein wird, für die Konnektivität das Aussehen von Alltagsgegenständen zu verändern. Manuela Blisse
Weitere Artikel