Anzeige
Themenwelten Berliner Morgenpost
Ausbildung & Studium 2021

Die kaufmännische Allzweckwaffe

Ein abwechslungsreicher Beruf: Industriekaufleute können problemlos zwischen den Branchen wechseln

Kommunikation und Kooperation sind wichtige Voraussetzungen. GRAFIK: AXEL2001 / ISTOCK

In der Industrie kommt praktisch kein Betrieb ohne sie aus. Ob es um Maschinen, Chemie, Elektronik, Möbel, Nahrungsmittel, Textilien oder Fahrzeuge geht, in nahezu jedem Betrieb, der etwas produziert, findet man sie. Industriekaufleute sind „Alleskönner“ und sorgen für reibungslose betriebliche Abläufe. Kein Wunder, dass der Ausbildungsberuf, der langfristig gute Perspektiven und Aufstiegschancen bietet, immer beliebter wird. Zumal man später problemlos zwischen verschiedenen Branchen wechseln kann.
Bundesnachrichtendienst
Jahr für Jahr nehmen die Industriekaufleute bei den beliebtesten Ausbildungsberufen hierzulande eine Spitzenposition ein. 2018 gab es in der Bundesrepublik laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag insgesamt 49.077 Auszubildende, davon 618 in Berlin. Hier bieten alle großen Unternehmen von BSR und Deutsche Bahn über Gasag bis zu Siemens die dreijährige duale Ausbildung, die mit Fachabitur auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden kann, an.
„Die Azubis durchlaufen während ihrer Ausbildung verschiedene Abteilungen eines Unternehmens und werden im Marketing, in der Logistik, dem Einkauf, im Rechnungswesen und Controlling, im Vertrieb, aber auch im Personalmanagement eingesetzt. Neben den Fachaufgaben, die in diesen Abteilungen vermittelt werden, kommen noch übergreifende Themen wie zum Beispiel Geschäftsprozesse, Märkte und organisatorische Strukturen hinzu“, erläutert Stephanie Ackermann, Ausbildungsberaterin bei der IHK Berlin. Als Allrounder kaufen Industriekaufleute Material ein, erstellen Kostenvoranschläge und führen Verkaufsverhandlungen, sind für Produktionsabläufe verantwortlich, treffen Absprachen mit Zulieferern, betreuen Kunden oder kümmern sich um neue Arbeitskräfte. „Im Alltag des Industriekaufmanns wird es nie langweilig. Gerade für diejenigen, die gerne alles im Blick und trotzdem ein Faible für Details haben, ist dieser Beruf genau richtig. Organisationstalent und Teamfähigkeit werden in den Ausbildungsbetrieben ganz groß geschrieben“, sagt Ackermann.

Gefragt ist heute nicht mehr nur der rein abwicklungsorientierte Sachbearbeiter in klassischen kaufmännischen Bereichen, sondern der team-, prozess- und projektorientierte Mitarbeiter, der kundengerechte Lösungen erarbeitet. Darum werden in der Ausbildung neben Fach- auch arbeitsfeldübergreifende Qualifikationen wie Fremdsprachen, Anwendung von IT-Technik, Qualitätssicherung und Innovation vermittelt.

Für den Berufseinstieg sind neben einem Mittleren Schulabschluss (MSA), besser Fachoder Hochschulreife, vor allem Mathematik, Deutsch und Englisch wichtig. Einen Dreisatz sollte man beherrschen und Excel nicht für ein neues Computerspiel halten. Auch Kommunikationsstärke, Kooperationsvermögen und problemlösendes Denken sind stark gefragt.

Eine Ausbildung zur Industriekauffrau oder zum Industriekaufmann ist auch für diejenigen interessant, die zwischen Ausbildung und Studium schwanken. Wer sich während seiner Lehre besonders engagiert, hat die Möglichkeit, im Anschluss ein berufsbegleitendes Studium zu absolvieren. Der Vorteil ist hierbei, dass man während des Studiums finanziell unabhängig bleibt. Aber auch ohne ein anschließendes Studium sind die Aufstiegschancen gut. Uwe Lehmann
Weitere Artikel