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Themenwelten Berliner Morgenpost
Ausbildung & Studium 2021

Klimaschutz-Profis

Viele Fachkräfte können aktiv zum Umwelt- und Ressourcenschutz beitragen. 2021 kommt noch ein weiterer Klimaberuf hinzu

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik installieren unter anderem smarte Systeme, sodass Häuser energieeffizienter werden. FOTO: ARGE MEDIEN IM ZVEH

Nach dem Schulabschluss haben viele junge Erwachsene, denen der Umweltschutz ein Anliegen ist, die Chance, ihre Forderungen nach Klimawandel in einem Beruf zu realisieren. „Es gibt für junge Menschen vielfältige Möglichkeiten, in der beruflichen Bildung im Bereich Umwelt- und Klimaschutz zu arbeiten und sich an der Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft nachhaltig zu beteiligen“, sagt Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). So sei eine duale Berufsausbildung gerade auch für die Fridays-for-Future-Generation wieder interessant.
Berufe, die unmittelbar für den Umbau in Richtung erneuerbare Energien eine große Bedeutung haben, sind unter anderem die Ausbildungsberufe „Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“, „Elektroniker/-in für Energie- und Gebäudetechnik“ oder der Beruf „Dachdecker/-in“. Sie alle leisten mit modernster digitaler Technik einen unverzichtbaren Beitrag für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz rund ums Haus.

Experten für effiziente Energienutzung

Anlagenmechaniker/-innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) führen Energieberatungen durch und bauen energieeffiziente Gebäudetechnik in Bestandshäuser und Neubauten ein – wie etwa energiesparende Solarthermieanlagen, moderne Pellet-Heizungen, Block-Heizkraftwerke und Wärmepumpen. Sie installieren wassersparende Sanitärtechnik sowie hochmoderne Klima- und Lüftungsanlagen – alles Tätigkeiten mit Fokus auf Umweltschutz und Energieeinsparung. Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik beschäftigten sich zum einen mit dem Einbau und der Instandhaltung von Systemen zur Energieversorgung, -erzeugung und -verteilung. Zum anderen sind sie auch für das Installieren von Beleuchtungs- und Sicherheitstechnik, von Antriebssystemen, Blitzschutzanlagen und smarten Anwendungen zuständig. Sie vernetzen und steuern alle Komponenten der Energieversorgung und sorgen so dafür, dass möglichst viel Energie eingespart und ein möglichst hoher Anteil an regenerativen Energien für die Versorgung des Gebäudes genutzt werden kann.

"Nachhaltigkeit bleibt – auch und gerade in der Krise – ein Megatrend, der in allen Branchen wirkt"

Stephanie Ackermann, IHK Berlin

Dachdecker/-innen wiederum sind Fachleute für energetische Maßnahmen an der Gebäudehülle. Das aktive Einsparen von Energie ist einer der wichtigsten Ausbildungsinhalte. „Die Reduzierung von Emissionen gelingt am besten durch das Reduzieren des Energieverbrauchs“, sagt Jörg-Dieter Mann, Landesinnungsmeister der Dachdecker-Landesinnung Berlin. „Und wenn wir mit Dach und Fassade sogar noch Energie erzeugen, hat die Umwelt doppelt gewonnen.“ Denn Solaranlagen könnten Strom und Warmwasser generieren und bei entsprechender Auslegung ein Gebäude sogar energieautark machen. Auch ein fachgerecht begrüntes Dach schaffe einen Ausgleich zu der durch Bebauung versiegelten Grundfläche, es wirke durch die Verdunstungskälte wie eine Null-Energie-Klimaanlage und verbessere den Schallschutz, so Mann.

„Das Zukunftsfeld erneuerbare Energien bietet zahlreiche Chancen für die Ausbildungsplatzsuche und schafft gute Voraussetzung für eine langfristige Karriereplanung“, sagt Stephanie Ackermann von der IHK Berlin. Entlang der Wertschöpfungskette seien Berufsbilder unter anderem im technischen Bereich vertreten. An der Planung etwa von Windenergieanlagen oder Wasserkraftwerken seien Technische Systemplaner beteiligt. Industriemechaniker und Mechatroniker kämen in der Produktion und Wartung der Anlagen und Turbinen zum Einsatz. „Nachhaltigkeit bleibt – auch und gerade in der Krise – ein Megatrend, der in allen Branchen wirkt“, sagt sie. „Für junge Menschen sind das hochinteressante Arbeitsfelder, die Ausbildung vermittelt ihnen Kompetenzen, mit denen sie Umweltschutz ganz praktisch und nachhaltig umsetzen können.“

Ab dem Ausbildungsjahr 2021 wird es einen neuen Beruf für Klimaschützer geben: Die Elektroniker/-innen für Gebäudesystemintegration sollen sich im Wesentlichen um das Konzipieren und die Integration gebäudetechnischer Anlagen sowie um die Vernetzung von Systemen der Gebäudetechnik kümmern. Besonderes Potenzial habe hier die Verknüpfung mit Künstlicher Intelligenz (KI), so der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). „Denn durch KI werden in den nächsten Jahren ganz neue Anwendungen und Funktionen entstehen, die auch die Optimierung von Energieverbräuchen und das Einsparen von Energie beziehungsweise neue Möglichkeiten der Energienutzung betreffen.“ Dagmar Trüpschuch
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