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Auszeit 2018

Gut gepolstert

Das Sofa ist das Zentrum winterlicher Entspannung in den eigenen vier Wänden – vorausgesetzt man besitzt das passende Polstermöbel

In Mode: Leichtfüßige Sofas, die über eine tiefe Sitzfläche verfügen ISTOCK/RAKICN

Es muss schon einiges aushalten: Das Sofa dient als Unterlage zum Serien-Gucken, als Trampolin für die Kinder oder als Kratzbaum für den jungen Kater. Es verschluckt Kartoffelchips oder verlorene Geldmünzen in seinen Ritzen und beherbergt Verwandte, Freunde oder gar Couchsurfer auf seiner gemütlichen Oberfläche. Zum Glück ist das Sofa ein geduldiges Möbel und im Idealfall so stabil und robust gebaut, dass es die vielfältigsten Anforderungen buchstäblich ertragen kann.
Wohnexpertin Semling kennt die Sofa-Trends PRIVAT
Wohnexpertin Semling kennt die Sofa-Trends PRIVAT
Das Wort Sofa kommt aus dem Arabischen – Suffa bedeutet auch „Ruhebank“. Das Bedürfnis, einigermaßen komfortabel zu sitzen und zu liegen, haben Menschen seit Urzeiten. So flochten bereits die alten Ägypter Riemen und Schnüre zu Unterlagen zusammen, die sie dann mit Fellen und Decken auspolsterten. In der Antike wurden sogar die Speisen auf Ruheliegen eingenommen. Als gepolstertes Gestell existiert das Sofa etwa seit dem 16. Jahrhundert, und blieb für lange Zeit ein Möbel für Privilegierte – wohl auch, weil Arbeiter und Bauern kaum Gelegenheit hatten, sich auszuruhen. In den letzten 100 Jahren sind Sofas immer erschwinglicher geworden – als geselliger Mittelpunkt haben sie so ihren unverzichtbaren Platz in fast jeder Wohnung errungen. Ob in der braunen Kunstledervariante mit gläsernem Couchtisch und Fernseher davor, ob skandinavisches Design, Landhauslook oder schnörkellos-modern in Grau und Beige – so vielseitig die verschiedenen Sofa-Modelle sind, so klar ist auch, dass in jede Wohnung mindestens eines gehört. Grund genug, sich vor der Anschaffung der heimischen Entspannungsoase über „Dos und Dont’s“ beim Sofakauf zu informieren.

„Richtig gut sind die guten alten Oma-Sofas“

Katharina Semling, Einrichtungsexpertin

Profi-Tipps

Berliner Morgenpost: Ein neues Sofa ist eine größere Investition – auf was muss man beim Kauf achten?

Katharina Semling: Wichtig sind der strapazierfähige Bezugstoff, die Unterfederung und die Holzsorte. Einige Sofas sind so billig zusammengetackert, dass sie kein Jahr bei normaler Benutzung überleben – das ist für die Tonne gekauft und sehr unökologisch. Es lohnt sich einfach, auf Qualität zu achten. Richtig gut sind die guten alten Oma-Sofas: Die haben einen Buchenholzaufbau, einen Federkern und sind oft mit natürlichen Materialien wie Kokos und Rosshaar aufgepolstert. Außerdem sind sie mit Velourstoffen bezogen, die eigentlich nie kaputtgehen – das ist Top-Qualität. Der Trend, diese alten Schätze online zu ergattern und mit peppigen Kissen in die Neuzeit zu katapultieren, kommt nicht von ungefähr.

Was ist der aktuelle Sofa-Trend?

Retro ist einfach angesagt, etwa der Stil der 60er-Jahre. Zudem sind auch Sonderformate beliebt, etwa Modelle, die zwar eigentlich relativ zart gestaltet sind, aber dennoch eine Tiefe von 1,20 Meter haben.

Moderne Sofas sind oft sehr groß – erschlägt das nicht einen eher kleinen Wohnraum?

Natürlich. In sehr kleinen Räumen machen sehr große Sofas wenig Sinn. Außer man stellt sonst fast nichts hinein. Man kann zum Beispiel ein pastelliges Sofa in einen hellen Raum stellen, dazu zwei zarte Möbelchen und einen Beamer – fertig ist das Heimkino. In kleine Räume sollten nach Möglichkeit eher leichtfüßige Möbel. Dazu ein bis zwei Hingucker, um den Blick zu lenken.

Was geht geschmacklich gar nicht?

Erlaubt ist, was gefällt. Aber wenn man klassisch denkt, dann gibt es ein paar Eckdaten, die beim Einrichten helfen. Ich finde es hilfreich, in Farbfamilien zu denken. Also entweder warme Farben zu kombinieren oder kalte. Schwierig wird es, wenn man ein grünes und ein rotes Sofa in einem Raum vereinen will. Wenn es unbedingt viele unterschiedliche Farben sein müssen, sollten sich die Tonwerte gleichen – entweder nur Pastelltöne oder nur klare Töne.

Muss ein tolles Sofa immer teuer sein?

Natürlich nicht! Das ist wie mit allen schönen Dingen: Wenn man sich ein klein wenig damit befasst und hineindenkt, dann findet man sehr schnell super Qualität zu fairen Preisen.

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