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Auszeit 2018

In guten Händen

Massagen tun Körper und Seele gut – aber welche genau? Was ist zum Beispiel Hot Stone, und wem hilft Shiatsu? Über die fünf großen Massagetraditionen

STOCK//PEOPLEIMAGES

Wie wäre es mit einer Lava-Shell-Massage? Oder doch lieber eine Udvartana-Massage? Die Frage, welche Massageform am passendsten wäre, ist nicht immer leicht zu beantworten – die Auswahl mit den teilweise exotischen Namen ist riesengroß. Vom Arzt verordnete Massagen können viel Gutes bewirken, wenn Krankheiten des Bewegungsapparates vorliegen. Allerdings können medizinische Massagen durchaus anstrengend für den Patienten sein, bevor sich der positive Effekt einstellt. Reine Wellnessmassagen dienen dagegen der Entspannung. Während manche Massagen nur an Teilen des Körpers vorgenommen werden, betrachtet man den Körper bei anderen stets ganzheitlich. Egal um welche Form es sich handelt – immer wird die lokale Durchblutung der Gelenke gefördert, die Muskulatur entspannt und der Blutdruck gesenkt.
Ayurveda-Massagen entfalten mit viel Öl positive Wirkungen auf das Nervensystem ISTOCK/AYLINSTOCK
Ayurveda-Massagen entfalten mit viel Öl positive Wirkungen auf das Nervensystem ISTOCK/AYLINSTOCK
Schwedische Massage

Die Anfang des 19. Jahrhunderts in Schweden erfundene Massagetechnik ist heute die wohl verbreitetste Form der Massage. Basierend auf verschiedenen Handgriffen wie Reiben und Drücken, sorgt sie bei Verspannungen im Rücken und Nackenbereich für Linderung. Auch Wirbelsäulensyndrome oder Neuralgien werden mit der klassischen Massage behandelt. Durch kräftiges Streichen und Kneten soll die verkrampfte Muskulatur gelockert werden. Menschen, die durch langes Sitzen zu Rückenschmerzen neigen, profitieren von der Schwedischen Massage ebenso wie Sportler, die einem Muskelkater vorbeugen wollen.

„Große Einölung mit liebenden Händen“

„Abhyanga“ auf Deutsch

Thai-Massage

Mittlerweile kennt sie jeder – zumindest dem Namen nach. Diese Massage beruht auf verschiedenen thailändischen Massagetechniken die „Nuad Phaen Boran“ genannt werden, also „uralte heilsame Berührung“. Der Masseur dehnt und streckt den Patienten dabei – und das unter vollem Körpereinsatz. Die Positionen ähneln einem passiv ausgeführten Yoga, und tatsächlich findet die Massage bekleidet auf einer Bodenmatte statt. Das Ganze kann sich intensiv und dynamisch, manchmal sogar etwas schmerzhaft anfühlen. Viele Dehnpositionen sorgen dafür, dass man tiefer atmet, was wiederum der Entspannung und Regeneration dient.

Voller Körpereinsatz bei der Thai-Massage ISTOCK//IMAGE SOURCE
Voller Körpereinsatz bei der Thai-Massage ISTOCK//IMAGE SOURCE
Shiatsu-Massage

Das japanische Wort „Shiatsu“ bedeutet übersetzt „Fingerdruck“. Shiatsu ist eine japanische Form der Körpertherapie, die aus der traditionellen chinesischen Tuina-Massage hervorgegangen ist. Doch außer den Händen setzt der Masseur hier auch das eigene Körpergewicht ein und nutzt die eigenen Ellenbogen, Knie und Füße. Dadurch bearbeitet er verschiedene sogenannte Meridiane und Druckpunkte mit leichtem bis stärkerem Druck. Laut fernöstlicher Lehre löst dies Blockaden und regt die Selbstheilungskräfte des Körpers an, nicht zuletzt durch die energetische Beziehung, die der Behandelnde idealerweise zum Patienten herstellt.

Hot-Stone-Massage: Auf dem Körper werden 60 Grad warme Steine platziert ISTOCK/HOOZONE
Hot-Stone-Massage: Auf dem Körper werden 60 Grad warme Steine platziert ISTOCK/HOOZONE
Hot-Stone-Massage

Sie gehört mittlerweile zum festen Repertoire größerer Wellnesshotels: die Hot-Stone-Massage. Es ist unklar, ob sie schwedischen, asiatischen oder indianischen Ursprungs ist. Auf jeden Fall wirkt sie wie Balsam auf Körper und Seele. Der Körper wird bei dieser Technik mit Basalt- oder anderen Steinen unterschiedlicher Größe behandelt, die zuvor auf etwa 60 Grad erwärmt wurden. Die Steine werden auf Nacken, Rücken, Bauch und Beinen platziert oder für leichte Massagen verwendet. Auch gekühlte Marmorsteine kommen zum Einsatz. Das soll Durchblutung und Stoffw fwechsel anregen und die Muskeln lockern.

Abhyanga-Massage

Sie ist der Inbegriff der Entspannung: Die Abhyanga-Massage gehört zur ayurvedischen Gesundheitslehre. Übersetzt aus dem Alt-Indischen heißt Abhyanga „große Einölung mit liebenden Händen“, und in der Tat wird dabei der gesamte Körper mit warmen pflanzlichen Ölen eingerieben. Der Abhyanga-Technik wird eine dreifache Wirkung zugesprochen: So sollen die Wärme des Öls und die sanften Streichbewegungen nicht nur Haut und Muskeln lockern, sondern auch beruhigend wirken. Die Öle und darin enthaltenen Kräuteressenzen können sich zudem positiv auf das Hautbild auswirken.
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