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Wie krank macht das Wetter?

Foto: Triff/Shutterstock.com

Heute sonnig und warm, morgen regnerisch und 15 Grad kälter? Solche Wetter-Umschwünge führen bei vielen Menschen zu Beschwerden. In einer Umfrage des Umweltbundesamtes erklärte die Hälfte der Befragten, dass das Wetter ihre Gesundheit beeinflusse.

55 Prozent gaben an, dass sie wetterbedingt öfter unter Kopfschmerzen litten, fast jeder Zweite fühlte sich abgeschlagen, 42 Prozent klagten über Gelenkschmerzen. Solche Symptome gelten als typisch, ebenso wie Schlafprobleme oder Schwindel. Sogar das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall soll höher sein.

Viele Menschen leiden unter Wetterfühligkeit. Bei großen Temperaturschwankungen oder Änderungen des Luftdrucks bekommen sie Kopfschmerzen, fühlen sich schlapp und angeblich steigt auch das Risiko schwerer Krankheiten. Was ist da dran – und was kann man tun?

Doch ist wirklich das Wetter für all das verantwortlich? Klar ist: Das vegetative Nervensystem unseres Körpers muss sich auf neue Wetterlagen – eine andere Temperatur oder Luftfeuchtigkeit, höheren oder tieferen Luftdruck – immer wieder neu einstellen. Bei manchen Menschen gelingt das hervorragend, bei anderen eher nicht, sie spüren Wetterumschwünge stärker.

Eine direkte kausale Verbindung zwischen Wetter und Beschwerden ist medizinisch allerdings nicht nachweisbar – wobei solch ein Beweis auch kaum in einem Labor zu erbringen ist. Beweisen lässt sich aber eine Korrelation: Bei niedrigen Temperaturen gibt es mehr Herzinfarkte. Bei unter 0° Celsius treten pro Tag vier Infarkte mehr auf als bei über zehn Grad Celsius.

Ähnlich ist es bei Schlaganfällen: Ein Temperaturabfall um drei Grad lässt das Risiko um 11 Prozent steigen, bei sechs Grad weniger sind es 20 Prozent. Möglicher Grund: Kühle Temperaturen lassen das Herz unregelmäßig schlagen. Ein Vorhofflimmern setzt ein, Blutgerinnsel können ins Gehirn gespült werden. Gefährdet sind besonders Menschen mit einer Vorerkrankung wie Diabetes.

Kurz: Das Wetter verursacht keine schweren Krankheiten, verstärkt aber womöglich bestehende Beschwerden. Mit Ausdauersport, Saunagängen, Wechselduschen und viel frischer Luft kann man den Körper aber abhärten, ihn unempfindlicher fürs Wetter machen.
    
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