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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Wohnen am Wasser

Berlins Osten: Aquapark „Coral World“ im „Quartier Mole“

Ehemalige Industriestandorte im Osten Berlins sollen großflächig bebaut werden. In den Startlöchern stehen einige Großprojekte, darunter auch der umstrittene Aquapark „Coral World“

Die Howoge plant 119 neue Wohnungen an der Glasbläserallee. FOTO: STEFAN SCHRECK/THIRD

Max Müller  
 
In wenigen Tagen starten in Berlin die Sommerferien. Hunderte Familien bereiten sich nun auf ihre Reisen vor. Für viele von ihnen geht es auf die spanische Insel Mallorca. In der Nähe des sogenannten Ballermanns liegt eine Attraktion, die sich auch in diesem Jahr wieder bei jungen Gästen großer Beliebtheit erfreuen dürfte: Das „Palma Aquarium“ ist eine Mischung aus klassischem Schauaquarium und einem riesigen Entertainment-Komplex.

Wer diesem Konzept etwas abgewinnen kann, muss künftig nicht mehr nach Spanien jetten. In der Hauptstadt will der Betreiber des „Palma Aquariums“, der bekannte israelische Meeresbiologe und Investor Benjamin Kahn, an der Rummelsburger Bucht einen großen Park mit Wassergärten, Themenflächen und Regenwaldlandschaft errichten lassen. Auch ein „Wasserhaus“ wird auf dem rund 22.000 Quadratmeter großen Areal in bester Spreelage entstehen. Das 40 Millionen Euro teure Investment „Coral World“ soll künftig bis zu 500.000 Besucher jährlich anziehen und ist Teil des umstrittenen „Quartier Mole“, dessen Bebauungsplan die Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Ende April beschlossen hatte – und gegen den es bis zuletzt heftigen Widerstand von Anwohnern und regelmäßigen Freiflächennutzern gab.
Neben dem Aquapark soll es rund 500 neue Wohnungen auf dem Gelände geben. Entsprechend hochpreisig. Beteiligt am „Quartier Mole“ sind neben Investoren wie der Streletzki Gruppe, der Padovicz Gruppe und der Investa Development GmbH auch die Howoge, die entlang der Glasbläserallee 21 insgesamt 119 Wohnungen bauen lässt. Ein Teil hiervon wird gefördert, der Mietpreis startet bei den günstigsten Wohneinheiten bei 6,50 Euro je Quadratmeter. Die Grundsteinlegung für die kommunalen Wohnungen fand bereits Ende Mai im Beisein von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) statt. Die Fertigstellung dieses Projekts unter Leitung der Zoomarchitekten GmbH ist für Sommer 2020 geplant.

Auch flussaufwärts wird kräftig gebaut. Zwischen Spree, Fließstraße und Hasselwerderstraße waren zu DDR-Zeiten der VEB Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke am Ufer angesiedelt. Das Areal stand bis zuletzt leer. Bereits im November 2017 begann die Beräumung der Brachen. Dabei mussten bis zu drei Meter unter dem normalen Straßenniveau Schutt – inklusive eines Luftschutzkellers aus Zeiten des Kalten Kriegs – entfernt werden, berichtete Buwog-Geschäftsführer Alexander Happ den Bezirksverordneten im vergangenen Jahr. Das österreichische Unternehmen plant, bis zu 700 Wohnungen auf dem sechs Hektar fassenden Gelände zu errichten. Der Zeitpunkt der Fertigstellung wurde bislang nicht kommuniziert, ebenso wenig, wie die künftigen Mietpreise ausfallen werden.

Auch an der Schnellerstraße bewegt sich etwas. So wurde im Januar bekannt, dass es neue Pläne für das „Bärenquell“-Areal gibt. Büros und Gastronomie sollen in das denkmalgeschützte Ensemble einziehen.

Künftig werden die Menschen in Rummelsburg und Schöneweide nicht nur neue Nachbarn bekommen. Auch mehr Touristen könnten Berlin dem Strandurlaub auf Mallorca vorziehen. Eine Entwicklung, die nicht jedem schmeckt, aber zeigt, dass die Zeiten, in denen mit der Altlast der DDR gehadert wurde, nun bald vorbei sind.
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