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Toplagen in Berlins Osten

Preissteigerung für sanierte Altbauten in Berlins Osten in Friedrichshain

Seit vielen Jahren gehört Friedrichshain zu den angesagten Ortsteilen in zentraler Lage. Das merkt man auch an den Preisen vor Ort.

Upside Berlin mit seinen zwei Wohntürmen befindet sich noch im Bau. FOTO: UPSIDE

Lars Klaaßen  

Als am 6. April Zehntausende Menschen gegen steigende Mieten und Wohnungsnot auf die Straße gingen, war es kein Zufall, dass die Demonstration über die Karl-Marx-Allee in Friedrichshain führte. Gerade dort wird hart um Wohnungsbestände und Miethöhen gerungen. Schon viele Jahre gehört Friedrichshain zu den angesagten Ortsteilen, was die Preise extrem nach oben treibt.

Das gilt vor allem dort, wo Altbauten aus wilhelminischer Zeit dominieren, nicht selten Wohn- und Geschäftshäuser mit geringem Gewerbeanteil. „In diesem Segment waren 2018 in Friedrichshain mit 27,7 Prozent berlinweit die größten Preissteigerungen zu beobachten“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD). „Im Schnitt werden dort bei Eigentumswohnungen 3800 Euro pro Quadratmeter aufgerufen.“ Das ist auf Bezirksebene Platz drei. In einem grundsanierten Altbau zwischen Ostbahnhof und Karl-Marx-Allee wurden im vergangenen Jahr Wohnungen für mehr als 5500 Euro pro Quadratmeter angeboten. Und das, obwohl der IVD Friedrichshain größtenteils als „einfache bis mittlere Wohnlage“ einordnet.

Neben dem Altbaubestand hat Friedrichshain noch ganz andere Facetten. Im westlichen Teil erstreckt sich eine Plattenbausiedlung. Die ist zwar zentral gelegen, aber weit weniger gefragt als sanierte Altbauten. An der ehemaligen Grenze zu Kreuzberg ist zudem ein ganz neues Amüsier- und Büro-Quartier mit beträchtlichem Wohnanteil entstanden. Dieses prominenteste und größte Stadtentwicklungsprojekt an Berlins Ufern firmiert unter dem Label „Mediaspree“. Dabei handelt es sich um ein 3,7 Kilometer langes und 180 Hektar großes Areal, das sich von Mitte über Friedrichshain-Kreuzberg bis Alt-Treptow beidseits der Spree erstreckt. Dort, wo der ehemalige Mauerstreifen nach 1989 viel Freiraum in bester Lage hinterlassen hat, entstehen neue Bürogebäude, Hotels und Wohnhäuser.

Tilo Fischer GmbH
Bauflächen am Fluss wie die Mediaspree erzielen natürlich auch in Berlin überdurchschnittliche Preise – sie liegen meist um 20 Prozent höher als bei vergleichbaren Objekten ohne Wasserzugang. Und mit direktem Wellenblick ist das Preisniveau im Schnitt noch mal um 20 Prozent höher als auf der vom Wasser abgewandten Seite.

Für Auseinandersetzungen sorgte einer der ersten Neubauten am Ufer: Der Wohnturm „Living Level“ erhebt sich 14 Etagen hoch zwischen bemalter Mauer und Spree. Genau dort, wo einst die Grenze verlief. Ein Stück Mauer wurde aus der East Side Gallery herausgeschnitten, um Zugang zum Hochhaus zu schaffen. Das rief 2013 Tausende Demonstranten auf den Plan.

Idylle in Alt-Stralau

Eine der größten Landmarken befindet sich derzeit aber noch im Bau: zwei Wohntürme, 96 und 86 Meter hoch, die den Namen „Upside Berlin“ tragen sollen. Von den 179 Eigentumswohnungen mit zwei bis neun Zimmern war im März mehr als die Hälfte verkauft. Die Preisspanne liegt hier zwischen 469.000 und 2.366.000 Euro pro Einheit.

Deutlich ruhiger wird es weiter flussaufwärts. Die Stralauer Halbinsel, der südöstliche Zipfel des Ortsteils, wird vom IVD als mittlere bis gute Wohnlage gewertet: Bei Mietwohnungen müsse mit einer Miete von 11,25 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden, beim Kauf einer Eigentumswohnung mit rund 3800 Euro pro Quadratmeter. Dass man sich hier im zentral gelegenen Friedrichshain befindet, lässt sich schnell vergessen.

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