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Extra: Neubauprojekte

Berlins Sozialer Wohnungsbau: Gesobau in Marzahn-Hellersdorf

Nicht bei jedem Neubauprojekt werden teure Eigentumswohnungen gebaut. Wo in Berlin auch Sozialwohnungen entstehen

Die Gesobau errichtet in der Lion-Feuchtwanger-Straße mehr als 300 Wohnungen.                                                          FOTO: ARCHITECTURE2BRAIN.COM, ARGE ARNOLD,GLADISCH ARCHITEKTEN / DMSW ARCHITEKTEN

Jörn Käsebier 

Die Mieten in Berlin steigen seit Jahren stark an. Für einkommensschwache Mieter wird es daher immer schwerer, eine Wohnung zu finden. Ein Mittel dagegen sind Sozialwohnungen, deren Miete festgelegt ist und die belegungsgebunden sind. Das heißt, dass zum Beispiel nur Berliner mit Wohnberechtigungsschein einziehen dürfen. Allerdings fallen jedes Jahr viele Wohnungen aus der Mietpreisbindung. Doch es entstehen auch neue. Gebaut werden sie vor allem von den städtischen Wohnungsunternehmen.

„Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sind unsere wichtigsten Partner bei der Realisierung und dem Erhalt von leistbarem Wohnraum in unserer Stadt“, sagte Senatorin Katrin Lompscher. Sie zeigte sich erfreut, als die sechs Unternehmen Anfang Mai ihre Prognose für fertiggestellte Wohnungen bis 2021 nach oben korrigierten. Mehr als 26.000 Wohnungen wollen die Wohnungsbaugesellschaften bis dahin fertig bekommen (gerechnet ab 2017).

Damit der Neubau der Landeseigenen auch den gewünschten, dämpfenden Effekt auf die Mieten hat, sind diese zum Teil gedeckelt. Rund 10.000 der bis 2021 fertiggestellten Wohnungen werden mietpreisgebunden angeboten. 6,50 Euro pro Quadratmeter nettokalt ist hierbei die festgelegte Grenze.
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Bauen mit Quote

Galt zunächst, dass 30 Prozent der Neubauwohnungen zu diesen Konditionen angeboten werden, so sind es mittlerweile mindestens 50 Prozent. Das wurde Mitte 2017 in der Kooperationsvereinbarung zwischen Berliner Senat und städtischen Wohnungsbaugesellschaften geregelt. Das führt dazu, dass die Zahl neuer Sozialwohnungen steigen wird. Aktuell geplante, aber noch nicht begonnene Vorhaben sehen mehr als 13.000 Wohnungen zu 6,50 Euro pro Quadratmeter vor.

Eines der größeren dieser Bauvorhaben wird in Buckow umgesetzt. Auf dem Buckower Feld plant Stadt und Land ein neues Stadtquartier. Rund 900 Wohneinheiten will das Unternehmen im Berliner Süden errichten. Da die Planungen bereits mehrere Jahre zurückreichen, fällt das Projekt aber noch unter die Förderungsbestimmungen von vor 2017. Demnach wird hier nicht die Hälfte, sondern 30 Prozent der Wohnungen mietpreisgebunden angeboten. Stadt und Land will ab 2021 loslegen – die Bauzeit beträgt voraussichtlich drei Jahre.

Doch auch die anderen Landeseigenen sind aktiv. So steht zum Beispiel ein Neubauprojekt der Gesobau in Marzahn-Hellersdorf kurz vor dem Abschluss. Gut 400 Wohnungen umfasst das Vorhaben in der Tangermünder Straße, die Hälfte davon mietpreisgebunden. Mehr als 300 Wohneinheiten baut das Unternehmen zudem in der Lion-Feuchtwanger-Straße, knapp die Hälfte davon sind gefördert. Die Howoge baut im benachbarten Lichtenberg in der Frankfurter Allee rund 400 Wohnungen, von denen die Hälfte Sozialwohnungen sind.

Die anderen drei Landeseigenen planen ebenfalls größere Projekte. Bei der Gewobag und der WBM liegt dabei ein Schwerpunkt auf Spandau. Die beiden Gesellschaften arbeiten beim Projekt „Waterkant“ in der Wasserstadt sogar zusammen. Und natürlich baut auch die größte der sechs Gesellschaften: Die Degewo will bis 2021 Projekte begonnen haben, bei denen mehr als 4800 Wohneinheiten entstehen, davon rund die Hälfte mietpreisgebunden.

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