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Extra: Toplagen in Berlins Süden

Berlins Süden: Projekt „Hugos“ im Stadtteil Mariendorf

Mariendorf ist zuletzt nur wenig gewachsen. Gerade bei jungen Familien ist der Stadtteil jedoch gefragt

In gut fünf Jahren sollen am Britzer Garten mehr als 400 Wohnungen entstehen. FOTO: BONAVA

Christoph Heitz  

Wer in Berlin an den Stadtrand zieht, profitiert in der Regel von günstigeren Immobilienpreisen und Mieten als innerhalb des S-Bahnrings. Dafür hoffen die Interessenten auf größere Wohnungen oder gar ein Reihen- oder Einfamilienhaus. Und sie wünschen sich mehr Grünflächen als in zentralen Lagen. Was sie brauchen, ist eine gute Verkehrsanbindung. 

Mariendorf erfüllt diese Kriterien. Über die B 96 ist man – zumindest außerhalb der Stoßzeiten – rasch in der Innenstadt. Dank der U6 gibt es zudem eine U-Bahnanbindung, von der man etwa in Weißensee nur träumen kann. Mit dem Volkspark Mariendorf, dem Britzer Garten und kleineren Parks ist das Grünflächenangebot gut. Doch wie sieht es auf dem Wohnungsmarkt aus?

Zu den größten Vermietern in Mariendorf zählen zwei öffentliche Wohnungsunternehmen, auch wenn der Bestand mehrheitlich in privater Hand ist. Stadt und Land verwaltet einige Wohnungen in der Nähe der Trabrennbahn, die den Stadtteil auch überregional bekannt gemacht hat.
Der Gewobag gehört der Wohnpark Mariendorf zwischen Rathausstraße und Ringstraße. Gebaut worden war die Siedlung Ende der 60er-, Anfang der 70er- Jahre. In den vergangenen drei Jahren erfolgte eine umfangreiche energetische Modernisierung. Außerdem wurde die Siedlung erweitert – denn mehrere Gebäude erhielten neuen Wohnraum durch ein zusätzliches Dachgeschoss.

Der Wohnpark ist nicht das einzige Gebiet im Stadtteil, das in den vergangenen Jahren modernisiert wurde. Auch andere Eigentümer haben in ihre Immobilien investiert. Das blieb nicht ohne Wirkung auf die Mieten. Diese sind in den vergangenen Jahren gestiegen, wenn auch nicht so stark wie in anderen Teilen Berlins. Nach einer Auswertung von Guthmann-Immobilien liegt die durchschnittliche Angebotsmiete bei knapp über zehn Euro pro Quadratmeter für Wohnungen im Bestand. Im Neubau erreichen die Mieten durchaus auch 15 Euro pro Quadratmeter.

Gebaut wird jedoch wenig. Eine Ausnahme bildet das Projekt „Hugos“ unweit des Britzer Gartens. Das Immobilienunternehmen Bonava will dort ab kommendem Frühjahr sowohl Mehrfamilienhäuser mit 285 Eigentumswohnungen und 124 Mietwohnungen als auch 45 Townhouses. Diese modernen Reihenhäuser verfügen jeweils über sechs Zimmer auf mehr als 200 Quadratmetern sowie einen eigenen Garten. Käufer müssen für diesen Luxus 879.000 bis 939.000 Euro hinblättern.

Die Wohnungen haben zwischen 1,5 und 5 Zimmer. Je nach Größe und Etage verlangt der Bauträger zwischen 264.000 Euro und 600.000 Euro, die Quadratmeterpreise beginnen bei rund 4700 Euro. Preislich liegen die Neubauwohnungen damit im oberen Segment für Mariendorf. Guthmann Immobilien sehen den mittleren Listenpreis im Neubau bei 4500 Euro pro Quadratmeter. Im Bestand sind es 1000 Euro weniger.

Im Vergleich zu anderen Teilen Berlins ist Mariendorf verhältnismäßig günstig, auch wenn die Preise zuletzt stark angezogen haben. Aufgrund der geringen Neubautätigkeit sollten Kaufinteressenten ihren Blick auf Bestandsimmobilien richten, empfehlen Marktbeobachter. Gerade, wer im Süden Berlins arbeitet, findet in Mariendorf gute Bedingungen vor.
  
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