Anzeige
Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Wohnen am Wasser

Berlins Südosten entsteht neues Wohnquartier „52° Nord“

Im Südosten Berlins entstehen entlang der Dahme derzeit viel neue Wohnungen. Das größte Projekt trägt den Namen „52° Nord“ und umfasst rund 800 neue Wohnungen sowie eine Kita. Fertigstellung ist voraussichtlich 2023

Das Ensemble „The View“, Teil des Quartiers „52° Nord“ an der Dahme in Grünau. FOTO: BUWOG

Max Müller 
 
Um dem Alltagsstress zu entfliehen, muss man nicht zwangsläufig weit reisen. Schon eine kurze Fährfahrt kann in eine andere Welt katapultieren: Wer in Schmöckwitz die Fähre 21 besteigt, braucht nur 14 Minuten Fahrzeit zu einem der schönsten Erholungsgebiete der Hauptstadt. „Kuhle Wampe“ heißt der Zelt- und Campingplatz südlich von Müggelheim, der sich sowohl bei Dauer- als auch bei Kurzzeitcampern großer Beliebtheit erfreut. Die Nähe zum Wasser, der Wald und die Ruhe zeichnen das Areal aus.

Großes Wohnquartier

Mittlerweile entdecken auch immer mehr Unternehmen und Investoren das südöstliche Ende Berlins, um dort neuen Wohnraum zu schaffen. Allen voran der österreichische Baukonzern Buwog, der an der Regattastraße 11 rund 800 Wohnungen errichten will. Bis zum Jahr 2023 soll eine neue Wasserstadt unter dem Namen „52° Nord“ entstehen. Standort ist das frühere Areal der VEB Berlin-Chemie. Buwog hat Erfahrung damit, alte Industriestandorte aufzubereiten. Auch ein Stück weiter flussabwärts, in Oberschöneweide an der Spree, hat der Konzern die VEB Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke umgenutzt. Gleiches gilt nun für Grünau, wo vor der Wende Pillen und Pipetten für den ostdeutschen Markt hergestellt wurden.
Bonava
100.000 Quadratmeter umfasst das am Wasser gelegene Gebiet, auf dem bereits die ersten Häuser stehen. Wasser wird nicht nur am Fluss sichtbar. Da wäre zum einen die quartierseigene, künstliche Wasserfläche von 6000 Quadratmetern, die sich von Regenwasser speist und von Sumpfpflanzen natürlich gereinigt wird. Zum anderen greifen die Namen der einzelnen Gebäudekomplexe, etwa die „Kapitänshäuser“, das „Brückenhaus“ oder das „Admiralshaus“ das Thema auf.

Beim Gros der Wohnungen handelt es sich um Eigentum, insgesamt 85 Einheiten sollen vermietet werden – für 10,50 bis 15 Euro je Quadratmeter nettokalt. Das Projekt selbst versteht sich als nachhaltig, nicht nur wegen der künstlichen Wasserfläche, die im Rahmen eines Projekts an der Technischen Universität Berlin (TU) wissenschaftlich begleitet wird, sondern auch wegen des Blockheizkraftwerks, der verwendeten Materialien, etwa regionaler Hölzer, sowie der Möglichkeit, Garagen für Elektroautos auszustatten. Für den Sommer ist zudem die Eröffnung der Kita „Admiralfalter“ mit ihren 80 Plätzen vorgesehen.

Auch landeseigene Unternehmen bauen in Grünau, Adlershof und Schmöckwitz. So hat die kommunale Degewo an der Ecke Wassersportallee/Regattastraße 21 Wohnungen realisiert. Auf der anderen Flussseite sollen entlang von Luisenstraße und Wendenschloßstraße bis zum Spätsommer 172 Mietwohnungen fertiggestellt werden.

Kleinere private Bauherren sind ebenfalls eifrig: Sie bauen an der Wernsdorfer Straße 27 in den kommenden Monaten 15 neue Wohnungen. Zuvor stand auf dem Gelände das frühere Jagdhaus des preußischen Königs Friedrich I.

Wer es eine Spur luxuriöser mag, wird an der Lindenstraße 26 in Schmöckwitz fündig. Dort entstehen bis zum dritten Quartal 2020 sieben exklusive Neubauwohnungen samt Aufzug, bodentiefen Fenstern, Terrassen und eigenen Bootliegeplätzen. Die Kaufpreise starten bei etwas mehr als 500.000 Euro für das mit 90 Quadratmetern kleinste Appartement.

Weitere Artikel