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Digitalisierungsforscherin Katharina Dengler zu Weiterbildung

Weiterbildungen helfen, den Job vor der Übernahme durch Roboter zu bewahre

Im Wandel: Vor allem die produzierende Industrie wird von der Digitalisierung stark betroffen sein. FOTO: KLAUS OHLENSCHLÄGER/PA

„In der Summe wird es jedoch kaum weniger Arbeitsplätze geben, die Arbeitsplätze werden sich verändern“, meint Dengler und verweist auf eine Studie des IAB, nach der die Digitalisierung das Beschäftigungsniveau in Deutschland unterm Strich wenig beeinträchtigen werde. So werden zwar bis 2025 rund 1,54 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, dafür aber 1,51 Millionen neue Stellen entstehen.

Abgehoben: Drohnen können die Arbeit von Dachdeckern und Schornsteinfegern erleichtern. FOTO: GWENGOAT / ISTOCK
Abgehoben: Drohnen können die Arbeit von Dachdeckern und Schornsteinfegern erleichtern. FOTO: GWENGOAT / ISTOCK
Doch wie können Arbeitnehmer den Veränderungsprozess hin zur Arbeitswelt 4.0. gestalten? „Bildung und Weiterbildung werden im Zeitalter der Digitalisierung immer wichtiger, da das Wissen immer schneller veraltet“, sagt Dengler. Unternehmen, Verbände und Weiterbildungsträger sind aufgerufen, diese Entwicklung mitzutragen. So bietet beispielsweise die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin einen berufsbegleitenden Lehrgang zum Social Media Manager mit Zertifikat. Teilnehmer erwerben in zwei Monaten die technischen, strategischen und rechtlichen Kompetenzen für die Planung und Umsetzung einer Social-Media-Strategie, die für Unternehmen immer wichtiger wird.

Die Handwerkskammer Berlin bietet wiederum beispielsweise Dachdeckern, Schornsteinfegern, Gerüstbauern und Malern an, in 16 Stunden den Drohnenführerschein zu machen, um gewerblich Drohnen betreiben zu können. Muss zum Beispiel das Dach eines Hauses repariert werden, müssen Dachdecker für die Bestandsaufnahme kein Gerüst aufbauen. Eine Drohne überfliegt das Haus und sendet die Daten an den Computer.

Kontrolle aus der Ferne

Eine Weiterbildung zum Interface Designer, der Benutzeroberflächen von Computersystemen oder Smartphones entwickelt, bietet wiederum der Berliner Bildungsträger Cimdata an.

Unternehmen setzen auch auf die betriebsinterne Weiterbildung. Diplom-Volkswirt Ulf Theike, Geschäftsführer Bereich Industrie mit dem Schwerpunkt Digitale Transformation beim TÜV Nord kümmert sich darum, dass sein Unternehmen ins digitale Zeitalter geführt wird. Heute begutachten noch Ingenieure die technische Sicherheit von Aufzügen und Kraftwerken vor Ort. „In Zukunft jedoch werden diese Anlagen alle vernetzt sein und vieles aus der Ferne geprüft werden können“, sagt er. „Wir befähigen unsere Mitarbeiter, diesen Weg mitzugehen.“ Aktive Weiterbildung gehöre für alle dazu, die ihren Arbeitsplatz auch in 30 Jahren noch haben möchten.

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