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Themenwelten Berliner Morgenpost
Bewusst genießen

Veganer auf Reisen

Dank des wachsenden Angebots lässt sich der pflanzliche Lebensstil heute auch während des Urlaubs leichter leben

Außer Haus schlemmen ohne tierische Produkte – kein Problem, wenn man informiert ist. ITSSKIN / ISTOCK

SYLVIA CHYBIAK  

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen man als Veganer mit einem halben Koffer voll Müsliriegel, Studentenfutter und dem heimischen Kopfkissen ohne Daunenfedern auf Reisen gehen musste. Auf die besonderen Bedürfnisse der vegan Reisenden haben sich auf allen Kontinenten inzwischen Hotels und Restaurants eingestellt – man muss nur wissen, wo sie zu finden sind.

Das Portal „Veggie Hotels“ listet allein in Europa 329 Hotels auf, weltweit 545. Bei „Veganhotels“ wird man ebenfalls fündig und „Vegvisits“ bietet im Stil von Airbnb vermehrt auch vegane Unterkünfte an. Das Besondere: Hier trifft man auf gleichgesinnte Gastgeber und muss selbst in der Urlaubsküche auf nichts verzichten. Und wer weiß – vielleicht wird man am Ende der Reise ja selbst zum Gastgeber für vegan Reisende aus aller Welt?

Vegane Empfehlungen von der glücklichen Kuh

In Städten wie London (46 vegane Restaurants) gibt es leckeren Avocado-Toast, in Berlin (78) vegane Waffeln mit Obst, in New York (67) die berühmten Apple Cider Donuts, in Warschau (55) vegane Wraps und in Tel Aviv (34) veganen Hummus und Taboulé. Als verganerfreundlich gelten aber auch Amsterdam, Wien, Turin und Mumbai. Das beliebte Online-Portal „Happy Cow“ aktualisiert auf seiner Webseite ständig die Liste der veganen Restaurants weltweit und die mobile App hilft der reisenden „Happy Cow“-Community vor Ort mit aktuellen Empfehlungen.

Und wie geht die vegane Reise los? Schon bei der Flugbuchung kann man, unbedingt rechtzeitig, mit dem Code VGML das eigene Essen ordern. „Wir beobachten, dass sich unsere Fluggäste vermehrt auch vegane Gerichte wünschen“, so Sandra Kraft von der deutschen Lufthansa AG. „Als Hauptgang servieren wir zum Beispiel Midori mit Tomatensauce, Maispüree und Gemüse, als Dessert gibt es Obst“. Es lohnt sich zu informieren, ab welcher Flugzeit der Service gilt. In der Economy Class der Lufthansa gibt es ab 185 Minuten die gewünschte Sondermahlzeit. Auch bei Ryanair gibt es vegane Lasagne, Snacks und Getränke, bei Easyjet den veganen Falafel-Hummus-Wrap. Die Deutsche Bahn ist ebenfalls auf den veganen Zug aufgesprungen und bietet in ihren Restaurants und Bistros in allen ICE- und IC-Zügen entsprechende Gerichte an.

Ein Check der lokalen Flughäfen und Bahnhöfe ist empfehlenswert. Beim fälligen Zwischenstopp kann man sich bei Dean & David den Salat selbst mixen, ebenfalls vegane Gerichte halten Ketten wie Gregory’s, Hallo Pizza!, Immergrün, Kamps, Peter Pane oder Sausalitos bereit. Soja- oder Mandelmilch haben längst den Weg in die Kühlschränke der Kaffee-Ketten gefunden und niemand muss mehr verständnisloses Kopfschütteln bei der Bestellung eines Latte mit Hafermilch befürchten.

Und wie sieht es mit Ländern aus, in denen traditionell eher Fleisch und Eierspeisen auf der Speisekarte stehen? Hier lohnt der Besuch lokaler Wochenmärkte, wo frisches Obst und Gemüse den kleinen Reisevorrat an Quinoa, Buchweizen oder Amaranth ergänzen. Hilfreich ist in allen Ländern der Vegan Passport, ob in teuren Restaurants oder einfachen Garküchen. In 79 Sprachen ist übersetzt, was Veganer essen und was sie auf keinen Fall auf ihren Tellern finden möchten. Mit der Bitte „Verwenden Sie statt tierischem Fett pflanzliches Öl oder Margarine und prüfen Sie alle Zutaten auf tierische Inhaltsstoffe“ weist darauf hin, wie veganes Essen zubereitet werden sollte. Für den Fall, dass überhaupt keine Worte mehr helfen, sorgen Bilder für die Verständigung. Erhältlich ist der Vegan Passport bei der Vegan Society als Buch oder App.

Auch Pauschalreisen nehmen den Trend auf

Vegane Kreuzfahrten stehen hoch im Kurs, auch wenn sie wegen der Umweltbelastungen nicht ganz unumstritten sind. Beliebt sind ebenso vegane Yoga- Reisen, Skiurlaube und vegane Hochzeitsreisen. Das Angebot wächst stetig weiter, denn der Trend, sich gesund zu ernähren und das Tierwohl zu schützen, ist für viele Menschen inzwischen Herzenssache.

Hungern müssen Veganer auf Reisen jedenfalls nicht und wer spezielle Reiseführer und Apps nutzt, wird auch in seinem Urlaub ausgiebig schmausen können.
               

Infos unter

- Vegane Hotels über www.veggie-hotels.de,http://veganhotels.com,http://vegvisits.com

- Vegane Restaurants über www.happycow.net

- Vegan Passport erhältlich bei www.vegansociety.com

- Vegane Kreuzfahrten über www.vegan-cruises.com

Total im Trend

Lifestyle ohne schlechtes Gewissen: Denn diese neuen Produkte sind unschädlich – und frei von Tierleid
FOTO: SEBASTIANLEMME
FOTO: SEBASTIANLEMME
Gitti-Nagellacke – natürlich schön!

Wer bei herkömmlichen Nagellacken die Nase rümpft, kann jetzt auf die ungiftigen, veganen Farben von gitti zurückgreifen. Es gibt sie in den Tönen Fiery, Classic und Dark. Sie basieren auf dem natürlichsten aller Stoffe: Wasser. Lösungsmittelfrei sind sie noch dazu, also auch völlig geruchsneutral. So steht selbst dem Lackieren am Frühstückstisch nichts im Wege… Preis: je 17,90 Euro / 15 ml.

www.greenglam.de

FOTO: BETTER VIBES
FOTO: BETTER VIBES
Better Vibes Creme-Liköre

Der vegane Creme-Likör wird auf Basis von hochwertiger Bio-Sojacreme und mit besten Zutaten kreiert – zum Beispiel Bio-Espresso oder natürlichem Himbeeraroma. Es gibt fünf Sorten: Almond, Espresso, Nougat, Irish Cream, Raspberry. 70 Euro der Liter plus Versandkosten.

www.better-vibes.com

FOTO: KRISTOFFER SCHWETJE
FOTO: KRISTOFFER SCHWETJE
Sport- und Freizeit-Kleidung von bleed

In nur zehn Jahren hat sich bleed einen festen Platz auf dem grünen Markt gesichert. Das Label designt, testet und vertreibt Kleidung, die ebenso funktional wie alltagstauglich ist. Dafür nutzt es auch ungewöhnliche Materialien wie Hanf, Kork, recyceltes Polyester oder Jacroki als Lederersatz.

www.bleed-clothing.com

FOTO: TRULY GREAT
FOTO: TRULY GREAT
Truly Great Babyprodukte

Truly Great hatte eine Idee: die Inhaltsstoffe der Pflegeprodukte für Kleinkinder sollten so nah wie nur möglich an der Natur sein. Bio sollten sie sein, auf tierische Produkte und Tierversuche verzichten und auch die Verpackung sollte ganz besonders sein. Nicht nur praktisch, sondern auch nachhaltig. Herkömmliches Plastik? Kommt nicht in Frage! Zusatzstoffe? Auf keinen Fall! Stattdessen Traubenkern-, Hanf- und Granatapfelöl. Babyöl 12,79 Euro, Babycreme 9,35 Euro, Babywash 8,99 Euro.

www.trulygreat.eu

FOTO:NOAH
FOTO:NOAH
Noah – feiner und fairer Chic

Nur italienische Schuster können, was italienische Schuster können. Deshalb fertigt Noah seine faire, vegane und äußerst schicke Fußmode ausschließlich in traditionellen italienischen Manufakturen. Beim Lederersatz setzt das Label dann aber doch auf moderne Innovationen wie Micronappa und -suede. Bei Fußbett und Sohle kommen auch Materialien wir Kork und Naturkautschuk zum Einsatz. Selbst der Kleber ist frei von Tierleid, verspricht Noah.

www.noah-shop.com
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