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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Ausbildung & Studium 2020

Handwerkskammer Berlin, IHK Berlin und DEHOGA Berlin bieten Duales Abitur an

MSA, Ausbildung, Fachabitur oder das noch neue Berufsabitur: Die Auswahl an Abschlüssen ist groß

Nach der Schulzeit beginnt die Qual der Wahl. FOTO: SEBASTIAN KAHNERT / PA

Judith Jenner 

Immer häufiger geht es nicht mehr ausschließlich um die Frage „Hast du Abi?”, sondern darum: „Welchen Schnitt hast du?”. Doch lohnt sich der Stress, dem sich viele Schüler deswegen ausgesetzt fühlen und muss es wirklich immer das Abitur sein?

Den Mittleren Schulabschluss (MSA) erwerben Schüler mit Bestehen der zehnten Klasse. Mit ihm in der Tasche können sich Schulabgänger zum Beispiel für eine duale Ausbildung bewerben. Aufgrund der wachsenden Abiturientenzahlen entscheiden sich allerdings immer weniger Schulabgänger für einen Ausbildungsberuf, sondern wollen lieber studieren.
Zwei auf einen Schlag

Doch beides schließt sich nicht aus: Eine Maßnahme, um die betriebliche Ausbildung aufzuwerten, ist das seit dem Schuljahr 2018/2019 existierende Duale Abitur oder Berufsabitur. Es wird gemeinsam mit der Handwerkskammer Berlin, der IHK Berlin sowie den beiden Interessenvertretungen DEHOGA Berlin und der Innung SHK Berlin angeboten. Die Teilnehmer erhalten eine Ausbildungsvergütung. Dabei machen die Teilnehmer eine Ausbildung als Hotelfachmann/-frau oder als Anlagenmechaniker/-in für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik und parallel das Abitur. Voraussetzung für den anspruchsvollen Abschluss ist ein sehr guter MSA, der auch fürs Abitur reichen könnte. In Zukunft soll das Duale Abitur auch für andere Berufe eingeführt werden.

Wer sich in den letzten Schuljahren vor dem Abitur nach mehr Praxisbezug sehnt, für den eignen sich die Beruflichen Gymnasien. Sie führen ebenfalls zur Allgemeinen Hochschulreife, allerdings sind dafür nach dem MSA drei und nicht zwei Jahre Zeit, wie es sonst an Gymnasien üblich ist. 22 Standorte gibt es in Berlin, die diese Art von Abitur anbieten. Sie legen dabei besonderen Wert auf digitale Bildung und bereiten die Schüler gezielt auf die Arbeitswelt 4.0 vor. Der direkte Kontakt zu Unternehmen, Behörden, Hochschulen und Universitäten soll den Übergang in Ausbildung oder Studium vereinfachen.
Derzeit gibt es Berufliche Gymnasien unter anderem mit gesundheits- und sozialwissenschaftlicher sowie mit informationstechnischer, naturwissenschaftlicher, wirtschaftswissenschaftlicher oder technischer Ausrichtung. Die Absolventen legen das Zentralabitur ab.

Wer sich den Stress der Zentralen Abiprüfung sparen möchte, kann auch die fachgebundene Hochschulreife anstreben. Es ist nach dem Abitur der zweithöchste Abschluss. Er berechtigt zu einem Studium an einer Fachhochschule und kann zum Beispiel nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder mit einer mindestens fünfjährigen Berufserfahrung an einer Fachoberschule (FOS) oder Berufsoberschule (BOS) erworben werden.

Praktikum als Ergänzung

Auch wer ein Gymnasium besucht, aber nicht die Abiturprüfung ablegt, kann ab einem Jahr vor den Abiturprüfungen den schulischen Teil der Fachhochschulreife erwerben, sofern er in den letzten Jahrgang versetzt worden wäre. Es fehlen noch ein einjähriges Praktikum oder eine Ausbildung und dann steht dem Weg an eine Hochschule nichts mehr im Wege. Mit dem Abschluss an einer Fachhochschule, also einem Diplom oder Bachelor FH in der Tasche, ist übrigens auch ein Studium an der Universität möglich.
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