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Pandas in Berlin

Fressen Pandas wirklich nur Bambus?

Die Bären sind Veganer. Sie essen aber spezielle Muffins, die nach einem Rezept aus China gebacken werden

Am liebsten essen Pandas Bambus, gern bis zu 30 Kilogramm pro Tag GETTY IMAGES/ ISTOCKPHOTO/PHOTOMARU

Mit der Ankunft der beiden Großen Pandas in Berlin hat der Zoo eine neue Aufgabe: Die Mitarbeiter müssen kontinuierlich für Bambus-Nachschub sorgen. Jedes Tier isst davon täglich zwischen zehn und 30 Kilogramm. Alle zehn Tage soll eine Lieferung aus den Niederlanden im Zoo eintreffen, später vielleicht auch aus Frankreich. Gelagert wird das Futter in einem feuchten Kühlhaus, das sich neben den Ställen im Wirtschaftsgebäude befindet.

Für die erste Zeit ist aber gut vorgesorgt: In der Lufthasa-Cargo-Maschine aus China, die in Schönefeld mit Meng Meng und Jiao Qing vor zehn Tagen gelandet ist, war auch eine Tonne Bambus. Es ist genau die Sorte, die die beiden besonders mögen. Damit soll den Pandas Lufthanvor allem die Eingewöhnungsphase erleichtert werden. Allerdings wächst der Bambus, der derzeit im Kühlhaus lagert, in China auf einer Höhe von 1500 Metern. Das kann den Bären in Europa nicht geboten werden. Wenn der Vorrat aufgebraucht ist, bleibt nur zu hoffen, dass sie die neue Sorte aus den Niederlanden mögen. Falls nicht, „müssen wir einige Sorten ausprobieren, bis wir den richtigen gefunden haben“, sagt Zoodirektor Andreas Knieriem.

Was die beiden Pandas auf alle Fälle mögen, sind ganz spezielle Panda-Muffins. Bären-Revierleiter Christian Toll hat in China gelernt, wie sie gebacken werden. Das Gebäck besteht aus Reis-, Soja-, Weizen- und Maismehl sowie etwas Sojaöl, einer Prise Salz und Calcium. Diese Zusatzstoffe sind wichtig, weil sie etwas mehr Energie liefern als Bambus. Gleich an ihrem ersten Morgen im Berliner Zoo wurden die beiden Pandas verwöhnt: Nach einer guten Nacht, in der sie von 23 Uhr bis 6 Uhr geschlafen haben, gab es frische Panda-Muffins zum Frühstück – gebacken von Christian Toll und zwei chinesischen Pflegern, die zwei Monate lang in Berlin bleiben, um bei Fragen zur Pandabetreuung zur Seite zu stehen.

Tierpark Berlin

Viel mehr hat der Speisenplan der Pandas nicht zu bieten. Zwar zählen sie zu den Raubtieren, davon übrig geblieben sind aber nur noch ihr kräftiges Gebiss und die Krallen. Pandas sind Veganer und das mit Leidenschaft. Insgesamt 14 Stunden pro Tag verbringen sie am Tag mit Fressen. Um sie aus ihrer Lethargie zu reißen oder auch aus einem zu langen Mittagsschlaf, reichen ein Panda-Muffin oder auch ein Stück Apfel. Dafür erhebt sich jeder Pandabär gern von seinem Lager und kommt an das Gitter. Ist er einmal mobil, begibt er sich auch auf Streifzug durch das Gehege, um es sich aber wahrscheinlich in der nächsten Astgabelung wieder bequem zu machen.

Die Bambuspflanzen liefern zu wenig Energie

„Pandas sind friedliche, ausgeglichene, ruhige Tiere“, sagt Tierarzt Andreas Ochs. Manche würden behaupten, sie seien langweilig. Das käme aber daher, dass die Bambuspflanzen zu wenig Energie für die großen kräftigen Bären liefern. Der Veterinär ist zufrieden mit dem Appetit der beiden Neuberliner. „Natürlich muss man auch immer dafür sorgen, dass die Tiere genügend Wasser zu trinken haben“, sagt Ochs. Er hatte die Pandas nach der Ankunft auf dem Flughafen Schönefeld untersucht mit dem Resultat: Es sind zwei sehr gesunde Prachtbären.

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