Anzeige
Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Jüdische Kulturtage

Grußwort des Schirmherrn

FOTO: SENKULTEU

Die Jüdischen Kulturtage stehen auch in ihrem 32. Jahr für die Vielfalt jüdischen Lebens in Berlin. Sie sind ein unverzichtbarer Höhepunkt in meinem Kulturkalender und eine Einladung an alle Berliner*innen, traditionelle und moderne jüdische Kultur und Kunst in unserer Stadt mit ihrer langen Geschichte jüdischen Lebens zu erfahren.

Es ist für mich eine große Freude und Ehre, erneut die Schirmherrschaft übernehmen zu dürfen.

In diesen Tagen feiern wir auch den 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer. Nach den mörderischen Jahren der Shoa hat die Teilung Deutschlands und Europas jüdisches Leben oft auf ein Nischendasein reduziert. Nach dem Mauerfall erlebte die jüdische Kultur jedoch gerade in Berlin eine neue Blüte, wie sie nicht zuletzt alljährlich in den Jüdischen Kulturtagen zum Ausdruck kommt.
Es fasziniert mich, wie die Kulturtage generationenüberschreitend die jüdische Kultur für alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt erlebbar, sichtbar, hörbar machen. Selbstbewusst, emanzipiert, modern und mit breitem künstlerischem Spektrum setzen die Kulturtage – und ihre Unterstützung durch das Land Berlin – auch ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus in unserer Gesellschaft. Kultur steht gegen Hass und Ressentiments.

Ich möchte Sara Nachama, Gerhard Kämpfe und allen Mitstreiter*innen herzlich danken, die die 32. Jüdischen Kulturtage gestalten, und wünsche den Künstler*innen viel Erfolg. Ich bin mir sicher, dass die Besucher* innen beeindruckende Veranstaltungen erwarten können.

Herzlich
Ihr
Klaus Lederer

Grußwort der Veranstalter

FOTO: DAVIDS/DIRK LAESSIG
FOTO: DAVIDS/DIRK LAESSIG
Den 9. November kann man durchaus als den deutschen Schicksalstag bezeichnen.

Am 9. November 1918 rief Philipp Scheidemann die erste deutsche Republik aus.

Der 9. November 1938 zählt aber auch zu den schlimmsten Daten im deutschen Geschichtsbuch. Die Reichspogromnacht war der fürchterliche Auftakt zum mit Abstand schrecklichsten Abschnitt der deutschen und der jüdischen Geschichte.

Der 9. November 1989 dagegen war ein Freudentag. An diesem Tag fiel die Berliner Mauer, es war der Auftakt zur deutschen Wiedervereinigung.

Neben der wiedergewonnenen Freiheit und Einheit hatte dieser Tag auch eine spezielle Bedeutung für das jüdische Leben im nunmehr vereinigten Deutschland und besonders in Berlin: Durch die Zuwanderung von vielen Menschen aus den GUS-Staaten haben sich erfreulicherweise seit 1990 die Mitgliederzahlen der jüdischen Gemeinden in Deutschland mehr als verdreifacht.

Bei unserer Programmplanung 2019 haben wir deshalb auch einen kleinen russischen Schwerpunkt gesetzt: Das Eröffnungskonzert „Russian Soul“ mit dem Moskauer Ausnahmegeiger Yury Revich, der Moscow Male Jewish Cappella oder die wunderbar verrückte Klezmer-Band Dobranotch aus St. Petersburg. Aber selbstverständlich haben wir uns wie jedes Jahr bemüht, eine möglichst große Bandbreite der jüdischen Kultur vorzustellen.

Wir heißen Sie herzlich willkommen bei den 32. Jüdischen Kulturtagen und rufen Ihnen zu: „Shalom Berlin.“

Dr. Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Sara Nachama, Kulturdezernentin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Gerhard Kämpfe, Intendant der Jüdischen Kulturtage Berlin
 
Weitere Artikel