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Themenwelten Berliner Morgenpost
Pandas in Berlin

Knautschke, Knut und Knorke

Bären, Affen und Dickhäuter waren schon immer die Lieblinge der Zoo-Besucher

Ehemalige Zoo-Stars: Gorilla Bobby, Flusspferd Knautschke mit Tochter Bulette, Pandabär Bao Bao und Eisbär Knut PA (4)

Münze Berlin
Die schon sprichwörtliche Affenliebe der Berliner zu den Tieren im Zoo hat eine jahrzehntelange Tradition. Schon vor fast 90 Jahren schlossen die Berliner Bobby in ihr Herz. Der zweijährige Gorilla kam am 30. März 1928 in den Zoo, Tierzeichner Paul Eipper hatte ihn mit dem Zug aus Marseille geholt. Das anfangs nur 16 Kilogramm schwere Jungtier brachte es im Laufe seines Zoo-Lebens auf satte 262 Kilogramm und war der Liebling der Besucher. Bobby starb 1935. Tierbildhauer Fritz Behn schuf zum Andenken an ihn eine Granitstatue, die noch heute die Zoobesucher begrüßt. Der Gorilla selbst wurde ausgestopft und steht im Museum für Naturkunde.

Bobby soll den österreichischen Komponisten Walter Jurmann zum Gassenhauer „Mein Gorilla hat ‘ne Villa im Zoo“ inspiriert haben. Einst wurde der Song von Hans Albers gesungen, heute von Max Raabe. Ein anderer Gorilla, Knorke, kam 1965 aus Kamerun in den Berliner Zoo und starb 2003. Auch Knorke wurde – ähnlich wie Bobby – ein Publikumsliebling.

Knautschke, Knut und Knorke Image 3
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Ein echtes Eigengewächs des Berliner Zoos war das Flusspferd Knautschke, das 1943 in Berlin geboren wurde. Knautschke war eines von 91 Zoo-Tieren, die die Luftangriffe auf Berlin im Zweiten Weltkrieg nahezu unverletzt überlebten. Viele Berliner kamen in den Zoo und spendeten einen Teil ihrer knappen Lebensmittelrationen dem Flusspferd. Nach dem Krieg wurde Knautschke zum Liebling der Zoo-Besucher. Sein Überlebenswille war symbolisch für den Überlebenswillen der Stadt und ihrer Bevölkerung.

Ein Zuchtabkommen mit dem Leipziger Zoo bescherte Knautschke den Besuch der Flusspferddame Grete. Nach den Liebesspielen mit ihr kam 1950 der Bulle Schwabbel und zwei Jahre später Flusspferdkuh Bulette zu Welt. Bulette kehrte zurück nach Berlin, wo sie mit Vater Knautschke Nachkommen zeugte. Jette war ihr erstes Flusspferdkind, es kam 1958 zur Welt. Knautschke wurde so zum Stammvater der Nachkriegsgeneration der Berliner Flusspferde. Er zeugte insgesamt 35 Flusspferdkälber. 1988 erlitt Knautschke bei einem Familienzwist mit seinem Sohn Nante so schwere Verletzungen, dass er am 20. Juni 1988 eingeschläfert werden musste.

Doch da hatte der Zoo bereits seine neue Attraktion: den Pandabären Bao Bao („Schätzchen“), der 1978 in China geboren wurde. Am 5. November 1980 traf der damals zweijährige Bao Bao gemeinsam mit Pandaweibchen Tjen Tjen (Himmelchen) im Berliner Zoo ein. Schnell wurden beide zu Publikumsmagneten. Bis zu seinem Tod 2012 war Bao Bao mit seinen zum Schluss 34 Jahren der älteste weltweit in einem Zoo lebende Große Pandabär und gleichzeitig der Einzige seiner Art, der in einem deutschen Zoo gehalten wurde.

Der Top-Star unter Berlins Zoo-Lieblingen war bislang der Eisbär Knut. Die Bilder des kleinen tollpatschigen Bärenjungen sorgten weltweit für Begeisterung. Knut wurde am 5. Dezember 2006 in Berlin geboren. Seine Eltern waren die im Zoo lebende Tosca und Lars aus dem Tierpark Hellabrunn. Tosca schenkte 20-jährig am 5. Dezember 2006 zwei Jungen das Leben. Das eine Junge starb nach vier Tagen, Knut kam 44 Tage in einen Brutkasten und wurde aufopfernd von Tierpfleger Thomas Dörflein rund um die Uhr versorgt. Am 23. März 2007 traten Knut und sein Ziehvater erstmals vor die Öffentlichkeit. Es wurde ein Medienereignis, das live übertragen wurde und zu dem 500 Journalisten aus aller Welt angereist waren. Die Geschichte um Knut und seinen Pfleger wurde zum Kult, selbst Lieder über Knut wurden komponiert. Doch dann begann das Drama: Erst starb Thomas Dörflein am 22. September 2008 völlig unerwartet. Und am 19. März 2011 auch Knut: Entsetzte Zoobesucher konnten mitverfolgen, wie der kranke Bär ins Wasser stürzte und ertrank. Das tragische Ende einer Legende. Knut kam – wie einst Gorilla Bobby – ausgestopft ins Museum.

So geht’s zu den Pandas

Am Löwentor gibt es seit 2016 mehr Kassen PA/PAUL ZINKEN
Am Löwentor gibt es seit 2016 mehr Kassen PA/PAUL ZINKEN
Öffnungszeiten
Bis 24. September täglich von 9 bis 18.30 Uhr (Kassen 9-17 Uhr). Vom 25. September bis 29. Oktober von 9 bis 18 Uhr, danach bis Ende Februar von 9 bis 16.30 Uhr.

Eintrittspreise
Tagestickets für Erwachsene 14,50 Euro, für Zoo und Aquarium 20 Euro. Kinder von 4 bis einschl. 15 Jahre 7,50 Euro (mit Aquarium 10 Euro). Kleine Familien (ein Erwachsener und seine Kinder bis 15 Jahre) 25 Euro, mit Aquarium 33 Euro. Große Familie mit zwei Erwachsenen und deren Kinder bis 15 Jahre 39 Euro, mit Aquarium 50 Euro. Ermäßigt 10 bzw. 15 Euro.

Online-Tickets
Wer wegen des zu erwartenden Ansturms Wartezeiten an den Kassen vermeiden möchte, hat auch die Gelegenheit, seine Tickets online zu bestellen. Benötigt werden dafür eine Kreditkarte, eine gültige Mailadresse für die Anmeldung und Zustellung der Karten sowie ein Drucker für den Ausdruck der Tickets. Sie sind zwei Jahre ab Kaufdatum gültig. Sie berechtigen zum einmaligen Eintritt.

zoo-berlin.de/de/tickets

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