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Kulturzeit

Meer und noch viel mehr

Hamburgs Museumslandschaft bietet zahlreiche Perlen. Maritime Sammlungen, ein Gewürzmuseum und Avantgarde laden zum Streifzug durch die Stadt ein

Die Deichtorhallen kuratieren mit der Sammlung Falckenberg eine der wichtigsten Kollektionen zeitgenössischer Kunst PROMO

Wen es für ein Wochenende in die Hansestadt zieht, der hat die Qual der Wahl. Es locken Museen für jeden Geschmack und jedes Wetter. Denn sollte es typisch norddeutsch zugehen, verbringt man seine Zeit am besten im Trockenen.

Für alle, die sich für Hamburger Geschichte interessieren, lohnt ein Besuch des Speicherstadtmuseums. Die zwischen 1883 und 1927 errichtete Speicherstadt ist der weltgrößte historische Lagerhauskomplex. Tee- und Kaffeehandel fanden dort statt, aber auch hochwertige Importgüter wie Kakao oder Kautschuk wurden hier gelagert, bemustert und veredelt. Architektonisch ist die Speicherstadt ein Hingucker. Wie sie entstand, erfährt man ebenfalls im Museum.

Wer dann noch einen Blick aufs Meer werfen möchte, sollte seine Schritte in das nahe gelegene Internationale Maritime Museum lenken. Das Haus zeigt auf neun Decks eine der weltweit umfangreichsten maritimen Sammlungen und stellt dar, wie das Meer den Menschen immer wieder herausforderte. Die Themenfelder reichen von der zivilen Seefahrt über Kriegsschifffahrt bis zu Expeditionen, von maritimer Kunst bis hin zum Modellschiffbau.

Für Genießer beleuchtet Spicy’s Gewürzmuseum die 500-jährige Geschichte der hiesigen Nutzung von Pfeffer und anderen Aromen. Es ist ebenfalls in der Speicherstadt angesiedelt. 900 Exponate aus fünf Jahrhunderten beleuchten verschiedene Facetten der Gewürznutzung, ihre weiten Reisen und wie der Mensch sie verarbeitete. Schnuppern und Anfassen sind hier ausdrücklich erlaubt. Wer dann erst einmal einen Kaffee zur Stärkung braucht, findet im nächsten Speicher das Kaffeemuseum Burg. Hier wurde bereits 1896 das „schwarze Gold“ gelagert und verarbeitet. Die umfangreiche Ausstellung rund um das aromatische Getränk reicht von der Entdeckung der Kaffeebohne und ihrem Anbau bis hin zum Nachbau eines historischen Ladengeschäfts.

Danach steht dem Besucher vielleicht der Sinn nach einem Orts- und Themenwechsel. 1900 Werke internationaler Avantgarde-Künstler vereint die Sammlung Falckenberg in einer ehemaligen Fabrikhalle der Phoenix-Werke in Hamburg-Harburg. Der Unternehmer Harald Falckenberg hat im Laufe der Jahre Werke von Jonas Burgert, Hanne Darboven, Werkgruppen der Wiener Aktionisten und Martin Kippenberger sowie Installationen von Jonathan Meese und Thomas Hirschhorn zusammengetragen.

Unbedingt ausnutzen sollte man schönes Wetter. Dann lohnt ein Besuch im Museumshafen im malerischen Övelgönne gleich hinter Hamburg-Altona. Manchmal kann man auf einem der alten Schiffe mitfahren, oder man läuft einfach weiter bis zum Elbstrand, wo man in der Strandperle mit Blick auf die Elbe ein kühles Getränk genießen kann.

Termine:

Speicherstadtmuseum
Am Sandtorkai 36, 20457 Hamburg, Tel.: 040/32 11 91
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10-17 Uhr, Sonnabend und Sonntag, 10-18 Uhr
speicherstadtmuseum.de
Internationales Maritimes Museum Hamburg
Kaispeicher B, Koreastraße 1, 20457 Hamburg, Tel.: 040/300 92 300
Öffnungszeiten: tgl. 10-18 Uhr
www.imm-hamburg.de
Spicy’s Gewürzmuseum
Am Sandtorkai 34, 20457 Hamburg, Tel.: 040/36 79 89
Öffnungszeiten: tgl. 10-17 Uhr
www.spicys.de

Kaffeemuseum Burg
St. Annenufer 2, 20457 Hamburg, Tel.: 040/552 04 258
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10-18 Uhr
www.kaffeemuseum-burg.de

Sammlung Falckenberg
Wilstorfer Str. 71, 21073 Hamburg, Tel.: 040/303 86 895
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag im Rahmen von öffentlichen Führungen nach Anmeldung unter deichtorhallen.de/buchung und jeden ersten Sonntag im Monat, 12-17 Uhr (ohne Anmeldung)
www.sammlung-falckenberg.de

Strandperle
Övelgönne 60, 22605 Hamburg, Tel.: 040/880 11 12
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10-23 Uhr, Sonnabend und Sonntag 9-23 Uhr
www.strandperle-hamburg.de
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