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Themenwelten Berliner Morgenpost
Wohnen am Wasser

Geheimtipp am Wasser

Wie ein grünes Band schlängelt sich die Panke durch den Ortsteil Gesundbrunnen. Immer mehr Bauherren erliegen dem Charme des Flüsschens. Das ruft auch die Entwickler von hochwertigem Wohnraum auf den Plan

Schöner wohnen am Kanal: Immobilienentwickler entdecken derzeit die Panke für sich ZIEGERT

Baulärm übertönt das Vogelgezwitscher, Staub vernebelt die Sicht. An der Wilhelm-Kuhr-Straße in Gesundbrunnen zieht der Berliner Bauträger Haschtmann zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 22 Wohnungen hoch. Ende dieses Jahres sollen sie bezugsfertig sein. „An der Panke“ hat er das Objekt genannt: Die Häuser stehen direkt am Ufer des Flüsschens.

Bei Wasserlagen denkt man in Berlin vornehmlich an die Spree, vielleicht noch an die Havel und die Dahme. Aber es müssen nicht unbedingt die größeren Flüsse sein. Die Panke ist ein schmaler Kanal und größtenteils von üppigem Grün umgeben – zumindest zu dieser Jahreszeit. Kein Wunder, dass Lagen rund um die Panke in Gesundbrunnen immer begehrter werden. Noch sind sie ein Geheimtipp. Doch das dürfte sich bald ändern. Oder besser: Die Veränderung ist in vollem Gange.

29 Kilometer lang ist die Panke, 20 Kilometer fließt sie durchs Stadtgebiet, größtenteils durch Pankow, später durch Mitte, vor allem durch den Ortsteil Gesundbrunnen. Doch während in Pankow rechts und links des Flüsschens auch prächtigere Gründerzeithäuser stehen, sind es in Gesundbrunnen einfachere Alt- und Nachkriegsbauten.

Lange hat sich nicht viel getan entlang des Kanals. Doch nach und nach haben die Immobilienentwickler den Charme der Gegend entdeckt. In den vergangenen Jahren sind vereinzelt Neubau- und Sanierungsprojekte entstanden, wie etwa „Wohnen und Arbeiten an der Panke“ in der Gerichtstraße. Vom Ufer der Panke aus sieht man die modernen Atelierhäuser mit ihren Gärten. Jetzt wird noch fleißiger gebaut. Und man fragt sich: Warum eigentlich erst jetzt? Schließlich können die Bauträger wegen der Wasserlage bedeutend höhere Preise aufrufen als zwei Straßen weiter, wo von der Panke nichts zu ahnen ist. Laut Till McCourt vom Immobilienmakler Ziegert lassen sich in zentralen Stadtteilen, die nicht viele Wassergrundstücke aufweisen, 20 Prozent höhere Umsätze erzielen. „Und bei direktem Blick aufs Wasser noch einmal 20 Prozent mehr.“ Die Wohnungen „An der Panke“ zum Beispiel vertreibt Ziegert für 4550 bis 6050 Euro pro Quadratmeter. Laut McCourt wurden die ersten bereits verkauft. Etwas weiter südlich, an der Schulzendorfstraße, ruft der Makler für die neu entstehenden Projekte „Haus 23“ und „Lofts 23“ zwar „nur“ zwischen 4300 und 5600 Euro pro Quadratmeter auf. Aber die Kunden erwerben die Lofts „im Rohbau zum Selbstgestalten“, sodass weitere Kosten entstehen. Bedenkt man zudem noch, dass die Größen der Einheiten zwischen 100 und 270 Quadratmeter liegen, ist klar, dass hier eine kaufkräftige Kundschaft angesprochen wird. Dabei, das gibt McCourt selbst zu, handelt es sich entlang der Panke keineswegs um eine Topwasserlage. Zudem gilt – bei allem Charme, der vom Flüsschen ausgeht – Gesundbrunnen laut offiziellem Mietspiegel als „einfache Wohnlage“.

Und dennoch: Im Auftrag des Bauunternehmens Lambert Immobilien entstehen etwa an der Gerichtstraße derzeit 380 Mikro-Apartments. Rund 60 Prozent der Einheiten wurden bereits verkauft. Kostenpunkt: 6000 Euro pro Quadratmeter und mehr.

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