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Themenwelten Berliner Morgenpost
Wohnen am Wasser

Im Osten viel Neues

Ob Friedrichshain oder Köpenick - die Spreeareale in den östlich gelegenen Bezirken Berlins zählen heute zu den beliebtesten Wohnlagen der Hauptstadt

Die Wasserstadt Spindlersfeld bietet ihren künftigen Bewohnern 200 Bootsanlegeplätze METROPOLE MARKETING

Die bloße Funktion als Verkehrsweg für Lastkähne haben die Berliner Gewässer längst abgelegt. Heute sind die einst unattraktiven Areale am Wasser begehrte Baugrundstücke. Wer jedoch eine Wohnung an der Spree kaufen möchte, muss inzwischen – je nach Bezirk – im Schnitt zwischen knapp 5000 und 10.000 Euro für den Quadratmeter bezahlen.

In Treptow-Köpenick, dem wasser- und waldreichsten Bezirk der Hauptstadt, wird derzeit besonders viel gebaut. Immer mehr Berliner und Zugezogene, vor allem Familien, zieht es in den Südosten Berlins. Sie schätzen die ruhige Lage bei gleichzeitiger Nähe zur City sowie den hohen Freizeit- und Erholungswert.

Eines der größten Bauvorhaben im Bezirk ist die Wasserstadt Spindlersfeld direkt an der Spree und vis-à-vis der Köpenicker Altstadt gelegen. Die Kanton Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH plant auf dem zehn Hektar großen Parkgelände ein komplett neues Viertel mit 700 Eigentumswohnungen in allen Größen.


Altbaucharme im Neubauprojekt

Rund die Hälfte der Einheiten befinden sich in den denkmalgeschützten Industriebauten des vergangenen Jahrhunderts, die anderen in modernen Neubauten. Wer es noch etwas exklusiver mag, kann hier zusätzlich einen von 200 geplanten Bootsanlegeplätzen erwerben. Es hat lange gedauert, bis es mit dem Bau losgehen konnte, diverse Auflagen wie Ausgleichszahlungen, die in einem städtebaulichen Vertrag festgeschrieben waren, verzögerten die Vorbereitungen zehn Jahre lang. „Aber jetzt werden die Baugenehmigungen sukzessive für einzelne Abschnitte erteilt“, sagt Manfred Hartwig vom Vertriebspartner Metropole Marketing. Die 30 Spreelofts in der früheren Druckerei und Lagerhalle sind schon verkauft und bereits im Bau. Mit fünf Meter hohen Wohnzimmern werden die lichtdurchfluteten Lofts, die im Herbst 2019 fertig werden sollen, wahre Schmuckstücke. Drei Zwillingstürme mit jeweils 21 Wohnungen befinden sich derzeit im Verkauf. Der Einzugstermin ist für Anfang 2020 geplant. Und für die Spreeapartments, mit deren Bau im Sommer begonnen werden soll, ist die Fertigstellung für Sommer 2020 geplant. Ganz günstig sind die Wohnungen nicht: Die Kaufpreise liegen je nach Objekt bei 4600 bis 5500 Euro pro Quadratmeter. „Viele nutzen die Wohnungen auch als Kapitalanlage und vermieten sie weiter“, weiß Hartwig.

Bewohner des Neubauensembles „Wave“ (rechts) haben den ikonischen Molecule Man fest im Blick BAUWERK CAPITAL
Bewohner des Neubauensembles „Wave“ (rechts) haben den ikonischen Molecule Man fest im Blick BAUWERK CAPITAL
An anderer Stelle ist die österreichische Buwog Group aktiv: Das Immobilienunternehmen plant mit dem „Wohnwerk“ am Spreeknie an der Fließstraße in Niederschöneweide 800 Wohneinheiten. Bis 2023 sollen sie fertig sein. Auch die „Uferkrone“ an der Köpenicker Lindenstraße wird von Buwog gebaut, samt Bootsanleger und Uferpromenade. Der letzte Bauabschnitt wird noch in diesem Jahr begonnen, bis 2021 sollen dort insgesamt 200 Wohnungen entstehen. Je citynaher, desto teurer werden die Baugrundstücke – zumal sie auch immer rarer werden. So entsteht in Friedrichshain zwischen Oberbaum und Elsenbrücke das „Wave Waterside Living Berlin“ – mit Blick auf den Molecule Man. Der Projektentwickler Bauwerk Capital GmbH & Co. KG wurde für seine beiden Wohnhäuser mit leicht geschwungener Architektur und 161 Wohneinheiten 2017 mit dem European Property Award ausgezeichnet. Im März dieses Jahres wurde Richtfest gefeiert, 2019 sollen die Häuser fertig sein. Die zwischen 26 und 296 Quadratmeter großen Apartments, Wohnungen und glamourösen Penthouses kosten ab 199.000 Euro für die kleinste Wohnung – das sind stolze 7650 Euro pro Quadratmeter. Ein besonderes Highlight ist auch die 50 Meter lange Bootsanlegestelle für Sport- und Freizeitboote. Der Wochenendausflug auf der Spree kann hier direkt vor der eigenen Haustür beginnen.

Umstrittenes Bauprojekt an der East Side Gallery

Ebenfalls in Friedrichshain, an der East Side Gallery, entsteht aktuell ein weiteres Gebäude neben dem bereits fertiggestellten „Living Levels“, bei dessen Bau ein Teil der East Side Gallery herausgerissen wurde, was zu einer riesigen Protestwelle führte. Zahlreiche Bürger sorgten sich um das historische Kulturdenkmal, darunter auch US-Kultstar David Hasselhoff. 

„Viele Käufer nutzen die Wohnungen als Kapitalanlage und vermieten sie weiter“

Manfred Hartwig,
Geschäftsführer Metropole Marketing

Da beide Bauvorhaben durch einen Bebauungsplan gesichert waren, handelte man für das neu entstehende Projekt immerhin einen Kompromiss aus: Die bestehende Mauerlücke soll auch als Zuwegung für das Gebäude genutzt werden. Auf den neun Etagen entsteht derzeit ein Hotel mit 167 Zimmern, hinzu kommen 62 Mietwohnungen. Für das leibliche Wohl sorgen Bistros und Cafés im Erdgeschoss. 2021 soll alles fertig sein, meint Projektentwickler Trockland.

Mitte ist eine der begehrtesten Wohnlagen der Hauptstadt. Direkt am Wasser und dennoch am Puls der Zeit – dort liegt, zwischen Rungestraße und Spree, „Be Mitte“. Die Project Immobilien Wohnen AG hat dort 123 Eigentumswohnungen errichtet. Die preiswertesten Wohnungen bekam man ab 6100 Euro pro Quadratmeter. Einige wenige, besonders hochwertige Einheiten sind derzeit noch im Vertrieb: Interessenten mit gut gefüllter Geldbörse können sich auf großzügige Penthouses für etwa 9400 Euro pro Quadratmeter und Wohnungen mit Balkon zur Spree für etwa 8000 je Quadratmeter freuen.

Direkt am Wasser, in der Nähe des Hauptbahnhofs, liegt auch das Entwicklungsgebiet Europacity, wo die Buwog Group jetzt „The One“ errichtet. In mehreren Bauabschnitten entstehen 231 Eigentumswohnungen, von Mikro-Apartments bis zum Penthouse. Die Preise liegen bei 6100 bis 8400 Euro pro Quadratmeter.

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