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Themenwelten Berliner Morgenpost
Im Westen Immobilien

Im üppigen Grün wohnen

Zwischen Havel und Glienicker See lebt man nah am Wasser – und nah an gleich zwei Hauptstädten

Am Golfplatz in Gatow entstehen derzeit unter anderem Doppelhaushälften BONAVA

„Hier wohnt man nicht, hier blüht man auf“, bringt es eine Immobilienanzeige auf den Punkt. In Gatow und Kladow, Spandaus südlichsten Ortsteilen, ist die Natur allgegenwärtig. Üppiges Grün und viele Gewässer prägen das idyllische Bild und sorgen so für eine hohe Lebensqualität, wie sie in Metropolen sonst selten anzutreffen ist. Zumal sich die Bewohner von Kladow und Gatow kurzer Wege in gleich zwei Hauptstädte erfreuen: in das Zentrum Berlins und nach Potsdam.

Diese Vorteile wussten auch gleich nach dem Regierungsumzug die Bonner Bundesbediensteten zu schätzen. Umso mehr, da für sie auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Gatow vom Bund durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein neues Wohngebiet geschaffen wurde. Zur Landstadt Gatow, die seit 2003 Teil von Kladow ist, gehören 1200 Wohnungen in Einfamilien, Doppel- und Reihenhäusern samt der dazugehörigen Infrastruktur. Im Mai 2013 wurde das letzte Baugrundstück verkauft. Quadratmeterpreise zwischen 4000 und 5000 Euro zeigen, wie begehrt die Lage ist.

Aber die Entwicklung des erweiterten Areals ist noch nicht abgeschlossen. So entsteht in der unmittelbaren Nähe des ehemaligen Flughafens, direkt am Green des Golfclubs Gatow, ein neues Wohnquartier. Das Unternehmen Bonava plant insgesamt 48 Einfamilienhäuser, 40 Doppelhäuser und 24 Reihenhäuser auf ehemaligen Rugby-, Cricket- und Hockeyfeldern des britischen Militärs. Die sieben verschiedenen Haustypen mit Wohnflächen von 104 bis 302 Quadratmeter und Grundstücksgrößen zwischen 235 und 911 Quadratmeter rahmen den Gatower Golfplatz ein. Teilweise bieten sie sogar einen direkten Blick auf die Spielbahnen. Die Preise bewegen sich sportlich zwischen 499.750 Euro und einer Million Euro. „Das Projekt ist gut angelaufen. 38 der insgesamt 112 geplanten Häuser sind aktuell bereits reserviert oder verkauft. Die ersten Schlüssel werden wir bis zum Jahresende übergeben können“, sagt Bonava-Projektleiter Michael Krüger. Das Gesamtprojekt soll bis 2020 abgeschlossen sein. Auch im Parkviertel Kladow herrscht weiterhin rege Bautätigkeit, werden neue Reihenhäuser errichtet – nicht immer zur Freude mancher Mieter, die in den bereits fertiggestellten Häusern des neu entstandenen Viertels wohnen.


In den älteren Ortsteilen herrscht zwischen Havel und Glienicker See fast schon ländliche Idylle. Die Bebauung der beiden Ortsteile – Kladow feierte letztes Jahr sein 750-jähriges Bestehen – dominieren architektonisch anspruchsvolle Villen und Einfamilienhäuser. Von vielen dieser Häuser ist es nicht weit zum See und einige Bewohner genießen das Privileg, ein Grundstück mit direktem Seezugang ihr Eigen nennen zu können. Nur ganz selten werden Häuser am See neu gebaut. Wenn ein derartiges Objekt mit knapp 200 Quadratmetern Wohnfläche und großem Seegrundstück auf den Markt kommt, kostet der Quadratmeter etwa 7500 Euro.

Gelegentlich gelangen auch ältere Immobilien auf den Markt. So sind in Einzelfällen Reihenhäuser oder ältere Einfamilienhäuser schon einmal für unter 400.000 Euro zu haben. Beliebt sind zudem die Wohnungen in den sogenannten Scharoun-Häusern. Das Ensemble aus sieben Mehrfamilienhäusern wurde vom Architekten Hans Scharoun, von dem auch die Berliner Philharmonie stammt, entworfen. Scharoun hatte sich 1936 in Kladow niedergelassen. Sein Wohnkonzept galt zu jener Zeit als fortschrittlich. Natürlich wurden die Wohnungen zwischenzeitlich saniert, glänzen aber immer noch mit harmonischen Proportionen, Fenstern im Goldenen Schnitt, holzverkleideten Balkonen oder denkmalgeschützten Terrazzo-Fußböden in den Küchen – und das zu fast schon „Kladow-Schnäppchen-Preisen“ um die 3000 Euro für den Quadratmeter.

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