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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Blick ins Umland

Bauboom um den BER

Rund um den neuen Hauptstadtflughafen wird nach wie vor viel und intensiv gebaut. Ein Überblick über die spannendsten Projekte zwischen Berlin-Adlershof und Bestensee

Blickfang auf dem 34.000 Quadratmeter großen Gewerbecampus am Rande des BER: Der neue Schönefeld Tower wird mit 110 Metern Höhe schon von Weitem gut zu sehen sein. FOTO: MK ARCHITEKTEN / TAMAX

Noch trägt der zu DDR-Zeiten errichtete Oderturm in Frankfurt (Oder) den Titel „Höchstes Gebäude in Brandenburg“. Doch dieser Superlativ wandert künftig aus dem Grenzgebiet ins Landesinnere: Am Rande des BER plant der Projektentwickler Tamax auf einem 34.000 Quadratmeter großen Areal einen Gewerbe-Campus. Dessen Herzstück wird der von Weitem sichtbare „Schönefeld Tower“ mit seinen 28 Geschossen und 110 Metern Höhe sein. Zum Vergleich: Das Park-Inn-Hotel am Alexanderplatz in Mitte misst 125 Meter. Auch im „Schönefeld Tower“ ist ein Hotelbetrieb vorgesehen, zudem sind Büroflächen geplant. Die Fertigstellung dieses 300 Millionen Euro schweren Projektes ist für das Jahr 2024 anvisiert.

Der „Schönefeld Tower“ mit seinen für das eher ländlich geprägte Brandenburg auffälligen Maßen steht stellvertretend für die rasante Entwicklung im südwestlichen Berlin und vor allem nördlichen Landkreis Dahme-Spreewald, die man sich vor Ort durch die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER erhofft und erwünscht hatte. Noch ist das zentrale Luftverkehrskreuz nicht im 100-Prozent-Modus angekommen, und die Folgen der Coronakrise sind weiterhin spürbar. Aber der Betrieb nimmt stetig zu. Gerade erst wurde bekannt, dass die US-Fluggesellschaft United ab November die Langstrecke nach New York aufbauen wird. Weitere Interkontinentalverbindungen könnten bald folgen. Perspektivisch sollen rund um den Wirtschaftsmotor BER bis zu 40.000 Beschäftigte arbeiten. Bis zu 12.000 neue Jobs entstehen zudem beim US-amerikanischen Auto-Produzenten Tesla. Dessen im Bau befindliche „Gigafactory“ liegt in Grünheide im Landkreis Oder-Spree – nur rund 20 Kilometer Luftlinie vom BER entfernt.
Schwerpunkt Schönefeld: Hier realisiert die Buwog die „Neue Mitte Schönefeld“ mit 333 Wohnungen. FOTO: BUWOG
Schwerpunkt Schönefeld: Hier realisiert die Buwog die „Neue Mitte Schönefeld“ mit 333 Wohnungen. FOTO: BUWOG
In der Region werden viele Gewerbeprojekte verwirklicht. Aber auch zahlreiche Wohnungen und Häuser befinden sich im Bau. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Gemeinde Schönefeld. Im vergangenen Jahr stellte die Strategis AG dort ihr Projekt „Rathausvillen“ fertig. Bezugsfertig sind mittlerweile auch Mietwohnungen des Strategis-Projektes „Parkside“, von denen einige noch auf neue Bewohner warten. Die Ein- bis Vier-Zimmer-Einheiten mit Lage am schönen Bayangol-Park sind zwischen 28 und 94 Quadratmetern groß. Die Mietpreise starten bei günstigen 349 Euro – ein Mietzins, von dem man in Berlin mittlerweile träumt.

Ebenfalls in (Neu-)Schönefeld aktiv – allerdings in deutlich größerem Maßstab – ist die Buwog mit ihrem Projekt „Neue Mitte Schönefeld“. Insgesamt 333 Eigentumswohnungen errichtet der Bauträger in unmittelbarer Rathaus-Nähe. Die Wohnungen sind ebenfalls zwischen einem und vier Zimmern groß (34–98 Quadratmeter) und verfügen allesamt über Balkon, Terrasse oder einen privat nutzbaren Garten. Ein großer Pluspunkt sind die 286 Tiefgaragenstellplätze, die die künftigen Bewohner bequem mit dem Aufzug erreichen können. Der Vertrieb der Wohnungen mit Preisen zwischen circa 220.000 und gut 500.000 Euro erfolgt in drei Abschnitten. Die Wohnungen des ersten Abschnitts sind so gut wie vollständig vergeben. Der zweite Abschnitt hingegen ist gerade in den Verkauf gegangen, mit freien Wohnungen auf allen Ebenen und in allen Größen. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für 2023 geplant.

Eine ganze Reihe neuer Eigentumswohnungen entstehen auch im Rahmen des Bonava-Projektes „Stadthäuser am Park“ an der Schönefelder Alfred-Döblin-Allee (ca. 70–145 Quadratmeter, ab 350.000 Euro). Die Mehrfamilienhäuser dort sind kleiner als jene hinter dem Rathaus, aber von der Ausstattung mindestens genauso luxuriös. Schön sind das naturbelassene Areal und der „hauseigene“ Spielplatz. Für Familien, die Ruhe suchen und doch den Kontakt nach Berlin halten wollen, ein echter Pluspunkt.
Das Bauprojekt „Neue Mitte Schönefeld“ befindet sich in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Die Preise liegen zwischen 220.000 und 500.000 Euro. FOTO: BUWOG
Das Bauprojekt „Neue Mitte Schönefeld“ befindet sich in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Die Preise liegen zwischen 220.000 und 500.000 Euro. FOTO: BUWOG
Bonava ist auch weiter südöstlich in Schulzendorf aktiv. Dort hat das Unternehmen – zusammen mit der Hanseatischen Immobilien Treuhand (HIT) – den „Ritterschlag“ ausgebaut, Schulzendorfs zentrales Entwicklungsquartier. Die meisten der zwischen Ernst-Thälmann-, Walther-Rathenau- und Miersdorfer Straße entstandenen Doppelhaushälften und Einfamilienhäuser sind bereits verkauft. Einige wenige Objekte sind aber noch zu haben.

Die HIT-Unternehmensgruppe baut auch weiter südlich, zwischen Königs Wusterhausen und Zernsdorf. Am Ufer des Krüpelsees entsteht seit mehreren Jahren und in mehreren Bauabschnitten das „Quartier Seeblick“. Die bereits fertiggestellten Ensemblehäuser und Doppelhaushälften wurden komplett verkauft. Dort leben nun vor allem aus Berlin stammende Familien, die es ins Umland gezogen hat. Derzeit plant und realisiert der Bauträger neun große Mehrfamilienhäuser mit voraussichtlich 157 Eigentumswohnungen (64 145 Quadratmeter, ab 300.000 Euro). Vermarktet werden aktuell die ersten 14 Einheiten, für weitere Wohnungen könne man sich aber vormerken lassen.

Auch für Studierende tut sich südöstlich von Berlin einiges

„EK20“ ist der Name des anderen großen Bauprojekts in Königs Wusterhausen – einem Städtchen, das auch schon den Soldatenkönig faszinierte. In seinem früheren Schloss befindet sich seit dem Jahr 2000 ein sehenswertes Museum. Von diesem sind es keine zehn Gehminuten bis zur Erich-Kästner-Straße. Dort entstehen bis Ende 2022 insgesamt 31 hochwertig ausgestattete Wohnungen mit zwei oder drei Zimmern (57–91 Quadratmeter). Der Vertrieb erfolgt über die Kensington Fines Properties Berlin. Kaufpreis: ab 250.000 Euro.

Nur 35 Kilometer von Berlins Stadtzentrum entfernt, aber schon mitten in der freien Natur zwischen insgesamt elf malerischen Gewässern eingebettet, liegt die Gemeinde Bestensee. Dort errichtet der Bauträger Brale entlang des Eulenwegs sechs moderne Stadtvillen über jeweils vier Etagen mit 128 Wohnungen. 40 dieser Wohnungen, die zwischen zwei und vier Zimmer (50-112 Quadratmeter) groß sind, verkauft der Bauträger aktuell. Die gute Nachricht: Die Mehrheit dieser luxuriös ausgestatteten Appartements ist noch frei.

Während sich die bislang vorgestellten Bauprojekte vornehmlich an Berufstätige, Familien und teils auch an Senioren richten, die sich einen ruhigen und naturnahen Alterswohnsitz wünschen, tut sich im Südosten von Berlin und darüber hinaus auch einiges für Studierende – schließlich gibt es zwischen Berlin-Adlershof und Wildau im Landkreis Dahme-Spreewald mehr als 100 Forschungseinrichtungen. Im März dieses Jahres hat in Wildau auf dem Campus der Technischen Hochschule ein neues Wohnheim für 117 Studierende eröffnet. Und das kommunale Wohnungsunternehmen Howoge errichtet in Adlershof das Quartier „Wohnen am Campus“. Dort wird es, ebenfalls für Studenten, perspektivisch 108 günstige Mikroappartements geben. Insgesamt umfasst das Projekt mehr als 600 Wohnungen. Das gesamte Konzept ist dank eigener Kita familien- und dank energiesparender Anlagentechnik und Photovoltaikanlage auf dem Dach auch klimafreundlich. Ein Schritt Richtung zukunftsweisendes Bauen. MAX MÜLLER
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