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Begehrte Neubauten am Fuße von Sanssouci

Potsdam hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Aktuell entstehen dort viele neue und exklusive Bauprojekte, auch in bester Wasserlage. Ein Überblick

Potsdamer Idylle, inklusive Wasserlage: Die 53 Eigentumswohnungen des Neubauprojekts „Vue“ entstehen gegenüber des Lustgartens, direkt am Havelufer. FOTOS: VUE POTSDAM (2)

„30 Jahre nach der Wiedervereinigung zeigen ostdeutsche Städte eine positive Standortentwicklung“, heißt es recht nüchtern im Städteranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), das die „Wirtschaftswoche“ gemeinsam mit dem Portal „Immoscout24“ vergangenes Jahr veröffentlichte. Hervorgehoben wird dort vor allem die Entwicklung von Potsdam zu einem nachhaltigen und wissenschaftsfreundlichen Ort – und einem lebenswerten. In den vergangenen 20 Jahren stieg die Einwohnerzahl der brandenburgischen Landeshauptstadt um mehr als 43.000 auf nunmehr 182.000 Einwohner. Wobei längst nicht alle Potsdamer auch dort arbeiten: Viele pendeln wochentags nach Berlin. Mit dem Auto oder noch einfacher mit der Bahn, die kaum 30 Minuten für die Strecke von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof braucht. Am Wochenende genießen alte und neue Potsdamer hingegen die wunderschönen Parks, die die Schlösserlandschaft umgeben, ebenso wie die vielen Seen und Flüsse der Umgebung. Sie flanieren durch die teils historischen Stadtquartiere, bummeln auf der Brandenburger Straße oder fahren in die umliegenden Landkreise
UNGER-Park Musterhausausstellung
Neues Haus in Potsdam kostet mehr als eines in Berlin

Mit der Wiedervereinigung ist auch die Stadtentwicklung neu justiert worden. Bekannt geworden ist die – nicht unumstrittene – Entscheidung, die historische Stadtmitte, zumindest partiell, wiederherzustellen. Eine Entscheidung, die für Konfliktpotenzial sorgte, wurde doch großflächig DDR-Erbe zerstört und durch historisierende Neubauten ersetzt. Manch Kritiker verschmäht dieses von Mäzenen wie Günther Jauch oder Hasso Plattner geförderte Stadtideal als rückwärtsgewandtes „preußisches Museum“. Der Plan wird dennoch umgesetzt.
Steigende Immobilienpreise in Top-Lage: Potsdam zieht durch einen hohen Freizeitwert, viel Wasser und die Nähe zu Berlin immer mehr Menschen an.
Steigende Immobilienpreise in Top-Lage: Potsdam zieht durch einen hohen Freizeitwert, viel Wasser und die Nähe zu Berlin immer mehr Menschen an.
Mit der Einwohnerzahl stiegen in den vergangenen Jahren auch die Mietpreise, die laut IW-Ranking (2020) im Schnitt gerade noch unter der Zehn-Euro-Marke lagen – wobei große Differenzen bestehen zwischen den genossenschaftlich verwalteten Häusern und jenen von privaten Vermietern. Stark gestiegen sind auch die Preise für Wohneigentum: Laut „Immoscout24“ kostet ein Neubauhaus in Potsdam mit durchschnittlich 690.000 Euro heute schon mehr als in Berlin. Für Eigentumswohnungen musste man im zweiten Quartal dieses Jahres durchschnittlich „nur“ 3242 Euro je Quadratmeter berappen. Auch aktuell entstehen in Potsdam einige interessante Bauprojekte. Besonders begehrt sind die Vorhaben in exklusiver Wasserlage.

Die Versailler-Platz-Residenzen erscheinen nicht nur dem Namen nach luxuriös, sie sind es auch: In bester Lage direkt neben dem gefeierten Museum Barberini mit Blick auf die Alte Fahrt und die dahinterliegende Freundschaftsinsel haben die Architekten Franco Stella und Johanne Nalbach zwei Villen mit insgesamt 23 Wohneinheiten erschaffen, die Tradition und Moderne geschickt kombinieren. Die Drei- bis Sechs-Zimmer-Eigentumswohnungen sind zwischen 95 und 280 Quadratmeter groß und mit bodentiefen Fenstern, sonnendurchfluteten Terrassen und Fußbodenheizung ausgestattet. Der Preis startet bei gut 800.000 Euro, die Vermarktung obliegt Best Place Immobilien. Das Projekt steht vor dem Abschluss.

Günstiger sind da die Wohnungen des Projekts Vue, die etwas weiter südlich gegenüber vom Lustgarten entstehen. Das Projekt von Reggeborgh umfasst 53 exklusive Eigentumswohnungen direkt am Havelufer. Die Wohnungen sind zwischen zwei und vier Zimmer groß (51-105 Quadratmeter) und mit Eichenparkett, Fußbodenheizung und teilweise sogar zwei Balkonen ausgestattet. Mit der Fertigstellung wird 2023 gerechnet. Die Vermarkung der Wohnungen, deren Kaufpreis bei 350.000 Euro startet, liegt bei Strategis.

In Wassernähe befinden sich auch die neuesten Bauvorhaben des umstrittenen Projektes „Potsdamer Mitte“. Zwischen Stadtschloss (Landtag), Nikolaikirche und Bildungsforum werden nunmehr die Blöcke III und IV mit mehreren Neubauten errichtet. Block III soll 2023 fertiggestellt werden. Bauherren sind sowohl private Immobilienentwickler als auch die zwei großen Potsdamer Genossenschaften „Karl Marx“ und „PWG 1956“, die dort Wohnungen zu besonders günstigen Mieten bauen lassen. Im Anschluss an Block III starten die Arbeiten an Block IV. Das gesamte Projekt soll 2029 abgeschlossen sein.

Bauvorhaben im Stil von klassischen Potsdamer Villen

Mehrere spannende Bauprojekte finden sich auch rund um den historischen Park Sanssouci mit seinen vielen Seen, Teichen und Wasserspielen. „Tiamo“ ist nicht nur eine italienische Liebeserklärung, sondern auch der Titel eines Villensanierungsprojektes an der Geschwister-Scholl-Straße. Dort entstehen 21 neue Eigentumswohnungen, die bis 2023 fertiggestellt sein sollen. Preis: ab 600.000 Euro. Die WFS Welthaus Living übernimmt die Vermarktung dieser Einheiten, wie auch jener am östlichen Parkende. Dort entsteht mit „Fidelio“ ein weiteres exklusives Ensemble aus 19 Wohnungen – von denen die größte mehr als stattliche 300 Quadratmeter misst. Die Preise für diese voraussichtlich 2022 bezugsfertigen Premiumwohnungen starten ab 495.000 Euro.

Nördlich der Biosphäre und südlich des Remisenparks werden in Bornstedt gleich drei neue Großprojekte mit mehreren Hundert Wohnungen realisiert, die „Am Park“ (Bauträger: Diamona & Harnisch), „Neue Liebe“ (Bauträger: Seastone) oder „Fontane Gärten“ (Bauträger: Instone) heißen und sich im Kern ähneln: Die entlang der Georg-Hermann-Allee entstehenden Häuser sind klassischen Potsdamer Villen nachempfunden und hochwertig ausgestattet, dabei aber bei einem Kaufpreis ab rund 300.000 Euro verhältnismäßig erschwinglich. Auch dort ist die Wassernähe gegeben: Mit dem Fahrrad ist man schnell am Jungfernsee, an der Havel sowie dem Heiligen See.

Wem das zu weit ist, der kann auch in den angrenzenden Berliner Bezirken nach Wohnungen in Wasserlage Ausschau halten. In Spandau baut die Buwog 100 Eigentumswohnungen in drei Gebäuden, die zum Ensemble „Speicherballett“ gehören. Obwohl die Vermarktung dort bereits weit fortgeschritten und die Fertigstellung für das kommende Jahr geplant ist, finden sich noch einzelne freie Wohnungen in verschiedenen Größen zwischen 330.000 und knapp 800.000 Euro. Auf der anderen Seite der Insel Eiswerder wiederum sind kommunale Unternehmen tätig: Entlang der „Waterkant“ errichtet die WBM in Kooperation mit der Gewobag bis zu 2500 neue Wohnungen. Bis 2025 soll im nördlichen Spandau ein komplett neues Quartier mit Spielplätzen, mehreren Kitas, Nahversorgungseinrichtungen und Freizeitangeboten entstehen. Mietinteressenten können sich bereits jetzt registrieren lassen.

Wasserlagen finden sich auch in Zehlendorf. Dort ist ein kleines neues Wohnviertel an der Stadtgrenze geplant, auf dem zweieinhalb Hektar großen Areal rund um die ehemalige Teltow Werft an der Sachtlebenstraße. Die BayWoBau baut dort vor allem Eigentumswohnungen und Townhäuser, aber auch einige neue Mietwohnungen. Details stehen noch aus. Die ersten Entwürfe des Potsdamer Architekturbüros Axthelm Rolvien zeigen moderne Stadthäuser inmitten schönster Natur. Und auch nach Potsdam ist es nur noch ein Katzensprung. MAX MÜLLER
  
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