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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Neubauprojekte

Deutliche Veränderungen

Karlshorst zählt zu den besonders schnell wachsenden Berliner Randgebieten. Ein Blick auf wichtige aktuelle Bauprojekte

„Karl im Glück“ entsteht bis 2022 an der Hönower Straße. FOTO: PROJECT IMMOBILIEN

Südlich des Berliner Tierparks haben vor knapp einem Jahr die Bauarbeiten für „Karl im Glück“ begonnen. Ein Name, der viel verspricht – und erahnen lässt, dass das Objekt in Karlshorst liegt, dem südlichsten Ortsteil des Bezirks Lichtenberg. 39 Wohneinheiten errichtet die Nürnberger Project Real Estate in der Hönower Straße. Anfang 2022 sollen sie bezugsfertig sein.

Es ist nur eines von vielen Bauprojekten, die in den kommenden Jahren in Karlshorst umgesetzt werden. Das größte Projekt entsteht am Blockdammweg im Prinzenviertel. Hier beginnen in Kürze die Bauarbeiten für die „Parkstadt Karlshorst“. 1200 Wohnungen werden unweit der Spree, vis-àvis des Plänterwaldes hochgezogen. Insgesamt sind in Karlshorst etwa 4100 neue Wohnungen im Bau oder in der Vorplanung. „Dies entspricht einem Bevölkerungszuwachs von rund 8200 Einwohnern“, sagt die Lichtenberger Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung Birgit Monteiro. Angesichts der etwa 28.000 Einwohner in Karlshorst ist das ein Bevölkerungsanstieg von fast 30 Prozent. Damit setzt sich das Bevölkerungswachstum noch einmal dynamischer fort. Denn bereits in den vergangenen Jahren wuchs die Einwohnerzahl um ein Drittel. Kein Wunder, dass Karlshorst als der am schnellsten wachsende Teil Lichtenbergs gilt. Aber selbst berlinweit ist das Gebiet damit sehr weit vorn.
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Der Run auf das südliche Lichtenberg ist nachvollziehbar. Der Standort war schon zu DDR-Zeiten beliebt. „Karlshorst hat und hatte ein Standing“, sagt Till McCourt, Leiter Recherche bei Ziegert Bank- und Immobilienconsulting. „Es ist grüner und deutlich lockerer in der Bebauung als andere Ortsteile.“ Zudem sei Karlshorst gut an die S-Bahn angebunden. Diese Attribute sprechen vor allem Familien an – wohlgemerkt solche, die nicht auf jeden Cent achten müssen. Das spiegelt sich auch in der Preisentwicklung wider.

Zwar ist Karlshorst nicht so teuer wie die Gegenden innerhalb des S-Bahnrings und keinesfalls so hochpreisig wie die grünen Außenbezirke im Westen. Dennoch geht es auch hier ständig bergauf. Laut Till McCourt lag die Preissteigerung 2019 mit rund zehn Prozent über dem Berliner Durchschnitt. Dass der Trend weitergeht, zeigt das Projekt „Karl im Glück“. Die Wohnungen kosten bis zu 5700 Euro pro Quadratmeter. Und liegen damit noch nicht am oberen Ende der Skala. Wer sich für das Projekt „Wohnen im Park“ der Helma Eigenheimbau interessiert, muss mit bis zu 6540 Euro pro Quadratmeter für das luxuriöse Penthouse rechnen.

Günstiger geht es auch, denn neben Eigentumswohnungen entsteht auch Mietraum: In fast allen Neubauten sind mindestens 50 Prozent der Wohnungen für Mieter reserviert. „Rund 30 Prozent der projektierten Geschosswohnungen werden überdies im mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnungssegment errichtet“, sagt Monteiro. „Entsprechend wird Karlshorst auch für Menschen interessant, die über ein geringeres Einkommen verfügen.“

In einigen Objekten sind sogar ausschließlich Mietwohnungen vorgesehen. Dazu zählt etwa das Gewobag-Projekt auf dem ehemaligen Telekom-Gelände in der Köpenicker Allee. Hier entstehen ab 2022 rund 500 Mietwohnungen, davon die Hälfte gefördert. Die Howoge baut auf dem ehemaligen Gelände der Bundesanstalt für Strahlenschutz zwischen Waldowallee und Köpenicker Allee. Die 350 Wohnungen sind ebenfalls zu 50 Prozent gefördert. Theresia Baldus
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