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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Neubauprojekte

Eigenheime werden teurer

Die Grundstückspreise steigen, daher geht der Neubau von Einfamilienhäusern zurück

Seltener Anblick: Neue Einfamilienhäuser sind in Berlin die Ausnahme. FOTO: ACILO / ISTOCK

Der Traum vom Eigenheim lässt sich in Berlin am ehesten außerhalb des S-Bahnrings erfüllen. Doch auch hier werden die Flächen knapper. Außerdem steigen die Baulandpreise. Das führt dazu, dass Bauherren nicht mehr Grundstücke mit einer Größe von 800 bis 1000 Quadratmeter erwerben. „Stadtbewohner entscheiden sich häufiger für etwas Kleineres“, weiß Buchautorin und Fachjournalistin Katharina Matzig, „die Leute lösen sich von übermäßigen Wohnvorstellungen.“

Freistehende Einfamilienhäuser brauchen heute demnach mindestens 400 Quadratmeter. Hinzu kommen Flächen für Gärten und Garagen. „Alles, was kleiner ist, sind ausgeschriebene Flächen zur Errichtung von Doppelhaushälften oder Reihenhäusern“, so Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren.
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Hohe Nachfrage

In Berlin bilden frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser mit 62 Prozent das größte Segment bei Eigenheimen, gefolgt von Reihenhäusern (21 Prozent) und Doppelhäusern (17 Prozent). Das Angebot kann aber mit der Nachfrage nicht mithalten. Das zeigt auch der Immobilienmarktbericht 2018/2019 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte. So beurteilen die Experten die Marktlage zum Beispiel für Pankow, Treptow-Köpenick und Spandau als leicht angespannt. In allen anderen Bezirken übersteigt die Nachfrage den Bestand und die Neubautätigkeit derart, dass die Gutachter von einer deutlich angespannten Situation ausgehen. Diese Einschätzung trifft auf Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser gleichermaßen zu. Andere Verhältnisse seien auch in Zukunft nicht zu erwarten. Einzig bei Reihenhäusern prognostiziert das Gutachten ein durch Neubau verbessertes Angebot in Pankow und Lichtenberg.

Bei Einfamilienhäusern hingegen geht die Zahl der Neubauten zurück. Laut Gutachterausschuss wurden 2018 noch 94 neugebaute Ein- und Zweifamilienhäuser einzeln verkauft. Ein Jahr später sank die Anzahl auf 52. Ein Rückgang um satte 44 Prozent. In Fläche ausgedrückt gab es in 2019 einen Rückgang von 4,5 Hektar auf 2,6 Hektar. Mit diesem Rückgang liegt Berlin im Bundestrend. Eine Ursache dafür ist wohl, dass die Baukosten gestiegen sind und Grundstücke immer teurer werden. Dabei stiegen die Preise in Berlin allerdings weniger an als die für Eigentumswohnungen. Durchschnittlich mussten Käufer vergangenes Jahr 3740 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Neubau hinlegen. Ein Zuwachs von vier Prozent. Allerdings rät das Beratungsinstitut empirica davon ab, die Aussagekraft von Preistrends über zu bewerten, da die Angebote rar und oft nicht vergleichbar sind.

Ähnliches gilt für die Bodenrichtwerte, die extreme Unterschiede aufweisen. So lag der Spitzenwert 2017 in Grunewald und Dahlem bei 2200 Euro pro Quadratmeter. In Pankow, Spandau, Neukölln, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg waren aber noch Preise von weniger als 300 Euro zu finden. Der durchschnittliche Wert betrug jedoch 400 Euro. Christian Finkbeiner
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