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Extra: Kauf direkt vom Bauträger

Mustern und entscheiden

Eine vom Bauträger gekaufte Wohnung ist nicht fertig eingerichtet. Käufer haben die Möglichkeit, Sonderwünsche anzumelden

Bei Bodenbelägen wie Parkett, Fliesen oder Teppich gibt es ein Mitspracherecht. FOTO: ALBUQUERQUE/ISTOCK

Die Neubauprojekte der Bauträge gehen zumeist bereits in die erste Vermarktungsphase, obgleich noch nicht ein einziger Bagger auf der Baustelle aktiv geworden ist. Bis Käufer dann tatsächlich in ihre neue Immobilie ziehen können, ist es also mitunter ein langer Weg - Bauverzögerungen noch nicht einmal eingerechnet.

Doch Käufer können das Warten auf das neu errichtete Heim dafür nutzen, gründlich zu planen. Denn solange noch nicht gebaut wird, können potenzielle Käufer ihre individuellen Wünsche an- und einbringen.

„Ein guter Bauträger hat bereits in der Konzeptionsphase alle wesentlichen Wünsche der Zielgruppen bedacht. So besteht hinsichtlich der Grundrisse sowie der Ausstattung, etwa mit bodentiefen Fenstern und offenen Küchen, meist kein Verbesserungsbedarf“, meint Alexander Happ, der Geschäftsführer der BUWOG Bauträger GmbH, die vor allem in Berlin, Hamburg und Leipzig aktiv ist und dort nach eigener Aussage über eine Neubau-Pipeline von rund 10.000 Wohnungen verfügt.
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Früh ins Gespräch gehen

Dennoch könnten Kunden ihre Wünsche vortragen. Happ gibt allerdings zu bedenken: „Bei den heutigen Bauabläufen erzeugt jede Änderung eine tiefgreifende Auswirkung.“ Daher sollten Erwerber etwaige Sonderwünsche immer möglichst früh mitteilen, so dass diese auf Umsetzbarkeit geprüft und vertraglich festgehalten werden können. Grundsätzlich gilt: Je fortgeschrittener das Projekt, desto geringer die Möglichkeit, noch Sonderwünsche umzusetzen.

Bei der BUWOG versucht man, sämtliche Kundenwünsche über ein hauseigenes „Erwerbermanagement“ zu befriedigen. Im Gespräch wird die Ausstattung festgelegt. Hierbei wählt der Käufer etwa Armaturen, Bodenbeläge und andere Ausstattungsdetails aus einem festen Katalog von Produkten, die hinsichtlich Qualität, Lieferzeiten und Preisleistungsverhältnis den Anforderungen entsprechen. „Das Erwerbermanagement betreut die Kunden durch die einzelnen Phasen schließlich bis zum Einzug und oft auch darüber hinaus“, so Happ. Es handelt sich also gewissermaßen um eine Individualisierung „von der Stange“, die die BUWOG den Kunden anbietet.

Andere Bauträger bieten ebenfalls an, Sonderwünsche bei der Innenausstattung zu berücksichtigen. Käufer können aus Mustern, etwa für die Fliesen im Bad, wählen. Bei manchen Produkten ist die Verwendung ohne Aufpreis möglich, bei anderen gilt es genau zu kalkulieren, wie viel Budget für solche Extras noch vorhanden ist.

Änderungen abstimmen

Günstiger kann es da sein, selbst anzupacken. Allerdings ist hierbei nicht alles erlaubt. Das Verlegen von Auslegware, der Einbau neuer Armaturen oder gar das Einziehen von Rigipswänden zum Teilen zweier Räume ist bei Eigentumswohnungen in der Regel kein Problem.

Anders ist der Fall gelagert, wenn die baulichen Veränderungen das Erscheinungsbild des Gebäudes beeinflussen, etwa durch den nachträglichen Einbau neuer Fenster oder auch nur das Anbringen von außergewöhnlichen Sonnen- und Sichtschutzelementen. Das könnte etwaige Konflikte mit der Eigentümergemeinschaft heraufbeschwören. In diesem Fall ist es besser, sich rechtlich rückzuversichern und in der nächsten WEG-Versammlung einen Antrag zu stellen, bei dem die anderen Eigentümer den baulichen Veränderungen zustimmen. Auf die Erfüllung mancher Wünsche gilt es eben länger zu warten. Max Müller
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