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Themenwelten Berliner Morgenpost
Wohnen & Gestalten

Neues Jahrzehnt, neue Wohntrends

Erlaubt ist, was gefällt. Aus unterschiedlichen Stilen mischt man sich seinen eigenen

Gemütlich aber nicht überladen ist die Devise beim Cosy Minimalism. FOTO: EXPERIENCEINTERIORS / ISTOCK

Smart Living, Urban-Gardening, cozy oder üppig: Wir leben im Zeitalter des Multi-Konzeptionalismus. Verschiedene Einrichtungsstile, die Schnittmengen bilden. Man muss sich nicht für einen Wohn- und Einrichtungstrend entscheiden. Einzelne Stile werden zum eigenen Wohntrend. „Es geht nicht darum, etwas komplett zu übernehmen. Sondern am Schluss steht immer die persönliche Collage aus den Elementen eines Trends, die man ansprechend findet“, erklärt Trendexpertin Nicoletta Naumann. Manuela Blisse

Cosy Minimalism: Gestern plüschig, heute puristisch

An der Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden wird nicht gerüttelt. „Gleichwohl wird es langsam wieder etwas minimalistischer in unseren Wohnungen“, so Markus Majerus von der internationalen Möbel- und Einrichtungsmesse imm cologne über „Cosy Minimalism“, zu dem auch eine gewisse Eleganz gehört. Hinzu kommt, dass Deko- und Gebrauchsgegenstände nichts Statisches mehr sind, sondern auch weggeräumt werden können. Weil dafür Unterbringungsmöglichkeiten benötigt werden, haben Betten Bettkästen, Couchen ähnliche Stauräume und Tische Schubladen. Schränke und Kommoden sind in Stauräume wie offene Regale gegliedert. Systemmöbel und flexibel einsetzbare Produkte unterstützen das effiziente Wohnen.

Hollywood Regency: Opulenter Farbenrausch

Ganz Trendbewusste entdecken Hollywood Regency, die Opulenz Hollywoods in den 40er- und 50er-Jahren mit viel Glamour und Artdéco-Einflüssen. Mit einzelnen opulenten Statement-Stücken wie einem Samtsessel lässt sich Hollywood aber mit dem Hyggestil, der nach rund fünf Jahren langsam abflaut, kombinieren, so die Leiterin der Ambiente-Messe in Frankfurt, Nicoletta Naumann.

Hollywood Regency ist aber auch ein Zeichen dafür, dass nach der Ära von Naturfarben und Weißtönen die Lust auf mehr und intensive, gesättigte Farben steigt. Ein schnödes Braun tritt als leuchtenden Rost-Orange-Braun auf, ein Hellblau macht Platz für ein intensives Blau, wie das diesjährige Trend-Blau, und Gelb und Grün sind als intensive Farben wieder angesagt, so Trendexpertin Naumann.

Indoor – Outdoor: Wohnen unter freiem Himmel

Wohnräume verschmelzen miteinander, Terrasse und Garten werden zum zweiten Wohnzimmer. „Mit dem Trend ‚Indoor – Outdoor’ sehen wetterfeste Outdoor-Möbel heute nicht nur aus, als ob sie aus dem Wohnzimmer kämen, sie werden auch dort benutzt“, so Kommunikationsexperte Majerus. Die Wohnzimmer-Gemütlichkeit schwappt auf Außenflächen über, sorgt dafür, dass auch Veranda und Wintergarten mit Vorhängen bestückt werden. Outdoor-Teppiche ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.

Nachhaltig wohnen: Qualität vor Masse

Der Stuhl Merano des Herstellers „Ton“ ist komplett aus Holz, ohne Metallteile. FOTO: LUKAS PELECH ATELIER / TON
Der Stuhl Merano des Herstellers „Ton“ ist komplett aus Holz, ohne Metallteile. FOTO: LUKAS PELECH ATELIER / TON
Grün ist auch die Farbe der Nachhaltigkeit, eines steigenden Umweltbewusstseins, einer ethisch und ökologischen Grundhaltung. Damit verbunden ist die Anschaffung von hochwertigeren Produkten. Möbel und Wohnaccessoires sind keine Austauschware mit sehr kurzer Halbwertszeit, sie gehen in Richtung Möbel fürs Leben und werden auch unter dem Aspekt der Klimaneutralität bewertet. Konsum bleibt dennoch weiter Thema, aber eben qualitätsbewusster. Wohnen, sagt Markus Majerus, sei heute neben Kleidung das Ausdrucksmittel Nummer 1. „Wir sind nicht nur das, was wir tragen, sondern auch, wie wir wohnen“, so der imm cologne-Kommunikationsexperte.

Smart Living: Von Anfang an digital

Ein Ende des Kabel-Wirrwarrs: integrierte Handy-Ladestationen ohne Kabel. FOTO: OBS / IKEA DEUTSCHLAND GMBH & CO. KG
Ein Ende des Kabel-Wirrwarrs: integrierte Handy-Ladestationen ohne Kabel. FOTO: OBS / IKEA DEUTSCHLAND GMBH & CO. KG
Smarte Anwendungen werden immer einfacher in ihrer Handhabung und können immer konkreter auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt werden. Und sie werden zum integralen Bestandteil der Architektur, sagt Markus Majerus über computergesteuerte Optimierungen der Raumluft oder die antizipierende und energieoptimierte Steuerung der Raumtemperatur. Nachttische mit kabelloser Handy-Ladestation, Schränke mit Stimmungsbeleuchtung und Tische, die sich dem persönlichen Bewegungs-Soll entsprechend verstellen, sind Technologien, die zum integralen, unauffälligen Bestandteil von Möbeln werden.
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