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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Neubauprojekte

Preiswerter Neubau kommt voran

Die großen Projekte der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften entstehen vor allem in Randbezirken der Stadt

Die Degewo baut etwa in der Karl-Holtz-Straße. FOTO:WIECHERS BECK GESELLSCHAFT VON ARCHITEKTEN MBH

Neubauwohnungen gelten als teuer und unerschwinglich für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen. Doch es gibt auch preiswerte Ausnahmen. Seit 2018 schreibt das „Berliner Modell“ vor, dass 30 Prozent der Wohnungen mietpreisgebunden für durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden müssen. Bei den sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen sind es sogar bis zu 50 Prozent. Sie haben sich gegenüber dem Berliner Senat darüber hinaus verpflichtet, den frei finanzierten Teil für durchschnittlich unter zehn Euro pro Quadratmeter anzubieten.

Doch von den preiswerten Projekten sind noch nicht viele fertiggestellt worden. Eine lange Vorplanung und Genehmigung sowie aufwendige Beteiligungsverfahren haben dazu geführt, dass sich gerade größere Bauprojekte oft verzögern. Hat man dies im Hinterkopf, verwundert es nicht, dass größere Neubauvorhaben der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften erst jetzt im Bau sind oder zum Teil auch fertiggestellt werden.
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Vergangenes Jahr brachten die sechs Landeseigenen zusammen immerhin erstmalig mehr als 5000 neue Wohnungen auf den Markt. In diesem Jahr sollen es mehr als 4000 werden, nächstes Jahr dann sogar mehr als 10.000. Politische Zielvorgabe wären bis 2021 insgesamt 30.000 Neubauwohnungen, doch dafür reicht es voraussichtlich nicht. Allerdings sehen die Planungen in den Folgejahren noch weitere Steigerungen vor.

Die Neubauvorhaben verteilen sich ziemlich ungleich auf das Stadtgebiet. Im Westen ist Spandau der eindeutige Schwerpunkt – hier sind knapp 7000 neue Wohnungen geplant. Der Großteil entsteht im Rahmen des Gewobag-WBM-Gemeinschaftsprojekts „Waterkant“.

Im Osten sind sowohl Treptow-Köpenick als auch Mahrzahn-Hellersdorf Neubauschwerpunkte. Dort hat die Degewo allein zum Jahreswechsel mit drei Vorhaben begonnen. Das größte von ihnen entsteht in der Karl-Holtz-Straße 2–20. 439 Wohnungen werden hier gebaut, plus einer Grundschule samt Kita. Auch „Stadt und Land“ ist hier aktiv und hat gerade 308 Wohnungen in der Louis-Lewin-Straße fertiggestellt.

Am stärksten engagiert sind die Wohnungsbauunternehmen in Lichtenberg. Mittelfristig erweitern sie das Immobilienangebot um mehr als 10.000 neue Wohnungen. Bereits im Bau befindet sich zum Beispiel das Projekt Frankfurter Allee 135 der Howoge. Der erste Bauabschnitt mit 116 Wohnungen ist schon fertiggestellt, der zweite mit 135 Mietwohnungen folgt bis zum Frühjahr 2021.

Auch in Pankow, dem am stärksten wachsenden Bezirk, sind knapp 5500 neue Wohnungen in Planung. Große Bezirke mit vergleichsweise vielen Freiflächen wie Reinickendorf spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Die mehr als 500 Wohnungen der Gesobau am Senftenberger Ring sind eine Ausnahme – entstehen sie doch im Märkischen Viertel. Jörn Käsebier
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