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Wohnen & Gestalten

Raum zum Wachsen – Kinderzimmer

Vom Babybett zum eigenen Sofa: Wer wandelbare Möbel kauft, kann viel Geld sparen

Platzsparender Rückzugsort: Unter dem Bett steht der Schreibtisch. FOTO: Klein-Holz

„Das Bett ist das Zentrum des Kinderzimmers“, weiß Michael Listing. Zudem ist es nicht nur ein Möbel für die Nacht oder für den Mittagsschlaf. „Betten sind auch Spielfelder“, ergänzt der Inhaber des Wilmersdorfer Kindermöbelhauses Klein-Holz. Am Anfang steht das Babybett, es folgen der Schlafplatz für größere Kinder und Jugendliche. Wenn es nach den vier- bis fünfjährigen Jungen und Mädchen ginge, so Listing, wären Hochbetten das Nonplusultra – so lange, bis diese als „uncool“ abgestempelt werden. Eltern sollten, so rät der Experte, auf Betten und überhaupt Kinderzimmermöbel zum Mitwachsen setzen oder solche, die sich umwandeln lassen, vom Bettchen etwa zum Sofa.

Prüfsiegel garantieren Qualität und Sicherheit

Die Grundausstattung an Möbeln für Babys und Kleinkinder sind die Wickelkommode, das Gitterbett und der Hochstuhl. „Die Wickelkommode sollte möglichst hohe Seitenränder haben. Sie schützen das Kind vor dem Herunterfallen“, sagt Jochen Winning, Geschäftsführer der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM). Je nach Größe der Eltern sollte die Kommode 85 bis 92 Zentimeter hoch sein, damit sie das Wickeln in einer rückenfreundlichen Haltung durchführen können. Bei Rückenfreundlichkeit kommt auch schnell die Matratze ins Spiel. Die sollte sich der Wirbelsäule anpassen und daher im Oberflächenbereich mittelweich sein. Überhaupt, so Winning, sollte das dem Körpergewicht und den Schlafeigenschaften entsprechen, da junge Menschen viel mehr Zeit im Liegen verbringen als Erwachsene.
Raum zum Wachsen – Kinderzimmer Image 1
Spätestens mit dem Schulbeginn hält mit dem Schreibtisch ein weiteres wichtiges Möbel Einzug im Kinderzimmer. Der sollte, so Klein-Holz-Inhaber Michael Listing, höhenverstellbar sein, da Kinder schnell wachsen. Das gilt auch für den Schreibtischstuhl. „Wenn die Füße sicher auf dem Boden stehen, stimmt die Höhe“, weiß er.

Kinderzimmer sind Abenteuerplätze, Rückzugsorte, Lernund Schlafzimmer gleichermaßen. Hochbetten können regelrechte Spielburgen sein, mit Treppen, Rutsche, hinter Vorhängen versteckter Spielecke. Je nach dem Alter auch der Geschwisterkinder sollten die, so rät Michael Listing, nicht zu hoch sein. Kleine Kinder können die Höhe noch nicht einschätzen, es besteht die Gefahr des Fallens, auch schon bei einer Höhe von etwa eineinhalb Metern.

Damit die Sicherheit im Kinderzimmer gewährleistet ist, sollten Stabilität und Qualität im Fokus stehen. Holzmöbel sind robust und zudem ein Naturprodukt. Ein solides Material sind auch MFD-Platten, mitteldichte Holzfaser- oder Faserplatten und mit ökologischen Farben beschichtet, die sich gut für das Kinderzimmer eignen. Bei ökologischen Möbeln werden nicht nur natürliche Rohstoffe verwendet, die nach traditionellen Methoden verarbeitet werden und möglichst wenige Produktionsabfälle produzieren. Für die Verklebung wird ein sogenannter weißer Klebstoff mit weniger Formaldehyd verwendet – was gut für das Raumklima ist.

Das Bett als Spielhöhle, viel Weiß und Holz strahlen Gemütlichkeit aus. FOTOS: Katarzyna Bialasiewicz / Getty Images (2)
Das Bett als Spielhöhle, viel Weiß und Holz strahlen Gemütlichkeit aus. FOTOS: Katarzyna Bialasiewicz / Getty Images (2)
Jochen Winning rät grundsätzlich zu Möbeln mit Prüfsiegeln wie dem RAL-Qualitätssiegel „Goldenes M“. Derart geprüfte Möbel, sagt er, stünden bei sachgerechter Nutzung auch ohne zusätzliche Wandbefestigung sicher. Außerdem sollte im Kinderzimmer darauf geachtet werden, dass es keine Ecken und Kanten gibt. Diese sollten möglichst abgerundet sein.

Weiße Möbel passen sich jedem Alter an

Blau für Jungs, Rosa für Mädchen oder geschlechtsneutral gelb, diese Farbwelten finden sich in vielen Kinderzimmern ebenso wie Kunterbunt. „Die Trendfarbe bei den Möbeln ist immer noch Weiß“, sagt Martin Listing. Aus gutem Grund: Diese neutrale, strahlende Farbe passt zu allen Lieblingsfarben der Kinder. „Accessoires können ganz individuell in allen erdenklichen Farben von Pastell bis Knallig gewählt werden. Wenn sich der Geschmack ändert, geht das auch weniger in den Geldbeutel“, so Listing über eine solche flexible Einrichtungsphilosophie, die sich mit dem steigenden Alter der Kinder und Jugendlichen immer mehr individualisiert und auch übergeordnete Einrichtungsstile wie Landhausstil oder Hygge adaptiert.

Ein wichtiges Thema, wie auch in anderen Räumen, ist die Beleuchtung. Ein Zimmer, eine Lampe, das ist zu wenig. Der Mix aus Grund- und Akzent- sowie Stimmungsbeleuchtung macht’s. „Mehrere Lampen sorgen für verschiedene Helligkeiten. Ein helles Grundlicht an der Decke ist gut. Allerdings muss es keine Hängelampe sein. Die aber eignet sich gut über der Spielecke“, führt Michael Listing aus. Mit einer Nachtlampe nimmt man gerade kleinen Kindern die Angst vor der Dunkelheit. Obligatorisch am Lernund Arbeitsplatz ist eine Schreibtischlampe. Ans Bett gehört eine Leselampe – auch wenn das Buchschmökern mit Taschenlampe unter der Bettdecke viel mehr Spaß macht. Manuela Blisse

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