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Themenwelten Berliner Morgenpost
Immobilien

Wohnen im Pilotprojekt „Fahrradloft“

Wir fragen Menschen in Berlin und Brandenburg, wo und wie sie leben – und was ihnen dabei wichtig ist

Marianne Friese liebt die Individualität und Gemeinschaft. FOTO: PRIVAT

Was ist für Sie Zuhause? 

Das Gefühl, zu Hause zu sein, definiert sich bei mir nicht über die Räumlichkeiten. Zu Hause bin ich in mir selbst. Wenn ich ein inspirierendes Ambiente um mich herum habe, dann ist das für mich mein erweitertes Zuhause. In Berlin ist das meine Wohnung im Fahrradloft. Im Jahr 2012 wurde ich Teil der Baugruppe, 2013 kauften wir das Grundstück am Lichtenberger Nöldnerplatz und 2016 war das Loft fertig. Der Architekt Lars Göhring hat die beiden durch einen Gemeinschaftsgarten verbundenen Gebäudekomplexe auf die Bedürfnisse von Radfahrern ausgerichtet: Ähnlich wie die autofahrenden Bewohner im Kreuzberger Carloft können wir unser Gefährt mit nach Hause nehmen.

Der Fahrstuhl hat eine „Penthouse-Schaltung“: Besucher wählen ihr Ziel nicht selbst – sie werden von den Gastgebern auf die jeweilige Etage geholt. So sind die Fahrräder vor Diebstahl geschützt. Wir Anwohner kommen ohne lästiges Wenden auf den eigenen Fahrradbalkon, der zu jeder Wohnung gehört. Mein Fahrrad ist mit mir seit 20 Jahren in der Welt unterwegs. Dass es, samt meinem goldenen Fahrradhelm, geschützt steht, trägt zum schönen Zuhause-Gefühl im Loft bei.

„Ich bin überzeugt: Das Leben ist dafür da, Träume zu verwirklichen.“

Marianne Friese, Unternehmensberaterin

Besonders aber liebe ich die Gemeinschaft hier. Der große Garten ist der erweiterte Kinderspielbereich. Dazu gibt es zwei Gemeinschaftsräume. Hier finden häufig Sportkurse statt, die von den Bewohnern organisiert werden. Zudem bilden sich im Haus immer wieder Projektgruppen: Eine Gruppe hat ein tolles Baumhaus im Garten gebaut. Eine andere hat ein gemeinschaftliches Lastenrad gekauft. Außerdem haben wir eine Werkstatt mit technischen Geräte fürs Heimwerken. Jeden Januar lade ich alle in meine Wohnung zum Kaminabend ein. Jeder bringt etwas zu essen mit und ich stelle die Getränke. Zur Neujahrsfeier kommen rund 50 Leute.

Die Wohnung konnte ich nach meinen Wünschen gestalten. Viele Einrichtungsgegenstände habe ich selbst entworfen: Teppiche, Sessel, Kissen. Ich liebe es, vor dem Kamin zu sitzen – im Winter drinnen, an Sommerabenden am Außenkamin auf der Terrasse.

Insgesamt bin ich in meinem Leben 19-mal umgezogen, habe in den USA gelebt, in München, in Peking. China ist für mich eine zweite Heimat, dort verbringe ich sicher ein Viertel des Jahres. Die Übergänge zwischen meinem Job als Unternehmensberaterin und meinem Privatleben als Weltentdeckerin sind fließend.

Im Sommer will ich auf ein Hausboot ziehen – eine Art Tiny Home auf dem Wasser. Da ich dann seltener hier sein werde, möchte ich eine Wohngemeinschaft bilden. Ich suche also einen Mitbewohner! Ein eigenes Hausboot – das ist ein Traum von mir. Und ich bin überzeugt: Das Leben ist dafür da, Träume zu verwirklichen. Wenn alles so klappt, dann wird das oberaffengeil. Aufgez. von Lydia Brakebusch

Ein Berliner - Die nordischen Botschaften

FOTO: MANFRED KRAUSE / PA
FOTO: MANFRED KRAUSE / PA
TIERGARTEN – Das Botschaftsgebäude der nordischen Staatsvertretungen an der Rauchstraße vermittelt passende Impressionen. Die fünf Länder, die seit 1999 ihren deutschen Botschaftssitz direkt am Tiergarten haben, werden oft mit weitläufiger Natur verbunden. Diese Assoziation ruft auch die 15 Meter hohe und 230 Meter lange Häuserfront aus 4000 türkis patinierten Kupferlamellen hervor.

Durch die Umsetzung des Entwurfs eines österreichisch-finnischen Architekturbüros bilden die Botschaften von Dänemark, Norwegen, Island, Schweden und Finnland eine Einheit und sind im Inneren doch sehr individuell: Die einzelnen Gebäude wurden von den Siegern nationaler Architekturwettbewerbe gestaltet und von einheimischen Designern eingerichtet. jcst

Nachrichten

EIGENTUMSWOHNUNG

Bei Umwandlung haben Mieter Vorkaufsrecht

BERLIN – Der alte Eigentümer, der eine Wohnung verkaufen will, muss seinen Mietern die Wohnung anbieten. Die müssen sich aber nicht sofort entscheiden. Sie können stattdessen auch abwarten, bis ein Käufer für die Wohnung gefunden ist. Über den genauen Inhalt des Kaufvertrags müssen die Mieter informiert werden. Dann können sie innerhalb von zwei Monaten die Immobilie zu den im Vertrag formulierten Bedingungen und zum ausgehandelten Preis selbst kaufen. dpa

GARTEN

Februar als beste Zeit zum Vogelhausbau

HAMBURG – Hecken sind rar, und sanierte Hausfassaden bieten kaum noch Platz für Vogelnester. Deshalb sind Vögel froh, wenn man ihnen Brutkästen bereitstellt. Der Februar ist die perfekte Zeit dafür, erklärt die Deutsche Wildtier Stiftung. Werden die Nisthilfen jetzt installiert, haben die Vögel noch ausreichend Zeit, das Nest zu beziehen und es heimelig wie möglich zu gestalten, so Sprecherin Eva Goris. Ab Mitte März starten die meisten Singvögel bereits mit ihrer Brut- und Aufzuchtphase. dpa

HAUSHALT

Braucht die Spülmaschine Regeneriersalz?

FRANKFURT/MAIN – Erst ab einer Gesamthärte des Wassers von 21 Grad reicht es nicht mehr aus, Multi-Reinigungstabs zu nutzen. Der darin enthaltene Wasserenthärter ist zu schwach, um Kalkablagerungen zu verhindern. Darauf weist der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel hin. Wie hart das Wasser am jeweiligen Wohnort ist, weiß der lokale Wasserversorger. Ein Hinweis auf zu viel Kalk sind beispielsweise milchige Beläge auf den Gläsern oder der Verlust ihres Glanzes. dpa

Zahlenwerk

15 Prozent Zuwachs an fertiggestellten Wohngebäuden gibt es derzeit in Berlin – verglichen mit dem Jahr 2008. Das belegen aktuelle Werte der Geo-Anwendung „Neubaumonitor“. Damit liegt die Hauptstadt minimal über dem Schnitt der gesamten Bundesrepublik (14 Prozent). In Brandenburg hingegen wurde der Wohnraum um ganze 23 Prozent erweitert.
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