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Themenwelten Berliner Morgenpost
EXTRA - Neubauprojekte 2018

Wohnraum gesucht

Die Nachfrage nach Wohnungen ist in Kreuzberg besonders groß. Dennoch wird um so manches Bauprojekt im Szenekiez lange gestritten

Im Streit um den „XBerg Tower“ am Halleschen Ufer sind die Fronten verhärtet CG-GRUPPE

Unweit des Checkpoint Charlie, da, wo einst die Blumengroßmarkthalle war, entsteht bis Herbst 2019 ein Ensemble aus Alt- und Neubauten. 75 Eigentumswohnungen und sechs Gewerbeeinheiten gehören zum „NeuHouse“. „Ich bin überzeugt, dass wir vor Fertigstellung alle Wohnungen verkauft haben“, sagt Christian Berger, Geschäftsführer des Bauherren, der UBM Development Deutschland.

Denn trotz Preisen von im Schnitt 6500 Euro pro Quadratmeter ist die Nachfrage groß. Ein Grund ist sicherlich die Lage. Zwar galt die südliche Friedrichstraße lange nicht als beste Adresse, doch dafür liegt sie in Kreuzberg, dem Szenekiez schlechthin.

So soll das „NeuHouse“ aussehen, wenn es in rund einem Jahr fertiggestellt ist DAVID BORK
So soll das „NeuHouse“ aussehen, wenn es in rund einem Jahr fertiggestellt ist DAVID BORK
Kreuzberg braucht Wohnungen. Und es existieren Pläne, diese zu schaffen. Aber nicht jedes Bauvorhaben ist vonseiten des Bezirks erwünscht. Das zeigt sich seit geraumer Zeit besonders deutlich an dem mit Abstand größten Vorhaben, dem „XBerg Tower“. Rund um das ehemalige Postscheckamt hat die Berliner CG Gruppe ein komplettes Stadtquartier geplant. Auf einem drei Hektar großen Areal zwischen Halleschem Ufer, Großbeeren- und Möckernstraße sollen 623 Wohnungen sowie mehrere Gewerbeeinheiten entstehen. 289 Wohnungen davon in einem Hochhaus, in dem aktuell Büros untergebracht sind. Weitere 334 Wohnungen sind in mehreren zu errichtenden Neubauten auf dem Gelände vorgesehen. Dazu kommen ein Kindergarten, Räume für Kunst, Geschäfte, Orte für nachbarschaftliche Begegnungen und Grünflächen.

Rund 10 Prozent sollen Eigentumswohnungen werden, 90 Prozent Mietwohnungen. 30 Prozent davon werden, wie es in Berlin gesetzlich vorgeschrieben ist, als geförderte Wohnungen für rund sieben Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter angeboten. Des Weiteren sehen die Pläne vor, eventuell 55 preisgedämpfte Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von elf bis zwölf Euro anzubieten. Die frei finanzierten Wohnungen würden nach aktuellem Stand rund 14 Euro kosten, sagt CG-Vorstand Jürgen Kutz. Für die Eigentumswohnungen würden rund 5000 bis 7000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Nach heutigem Stand.


Doch genau da liegt das Problem. Nach heutigem Stand ist nicht mehr ausgeschlossen, dass der Berliner Investor die Pläne niemals realisieren wird. „Es kann sein, dass wir uns von dem Projekt trennen“, sagt Kutz. Der Grund ist, dass der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die nötige Baugenehmigung verweigert. Grund dafür ist laut Baustadtrat Florian Schmidt, dass anfangs mehr Wohnungen und weniger Gewerbeeinheiten vorgesehen waren. Kutz wiederum sagt, dass es gang und gäbe sei, Pläne den Markterfordernissen anzupassen. „Mittlerweile sind in Berlin eben nicht nur Wohnungen, sondern auch Gewerbeflächen Mangelware.“

Noch steht in den Sternen, wie es weitergehen wird. Ein Treffen Ende September zwischen Senat und dem Immobilienunternehmen könnte die Entscheidung bringen.

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