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Immobilien 

Passende Grundlage

Viele Bauträger erlauben schnell entschlossenen Käufern gestalterische Mitbestimmung, zum Beispiel beim Boden. Man hat so auch die Qual der Wahl. Eine kleine Entscheidungshilfe

Glatt geschliffener Beton erzeugt faszinierende Farb- und Lichteffekte, die gut zu einem modernen Einrichtungsstil passen.. ISTOCK/JODIEJOHNSON

Bisher gibt es das Haus nur im Exposé, doch der Kaufvertrag ist schon unterschrieben. In diesem Fall kann der Käufer manchmal noch Einfluss auf die Wahl von gestalterischen Dingen wie Türgriffe, Schalter oder auch Boden nehmen. Holz, Stein, geknüpfte Maschen, Bodenbeläge sind Ausdruck des persönlichen Wohnstils. Und es ist längst nicht mehr nur die Auslegware Teppich, die man sich zu Füßen legt. Robust, gemütlich und stilvoll geht auf viele verschiedene Arten.

Betonböden

Beton bedeutet „grau und kalt“ – das stimmt schon lange nicht mehr. Betonböden sind ein eigenes Universum, angefangen vom traditionellen, langlebigen, strapazierfähigen und pflegeleichten Terrazzo in den unterschiedlichsten Farben und Mustern bis zum trendigen geschliffenen, wenig Schmutz und Staub aufnehmenden Betonstrich, dessen polierte Oberfläche Licht reflektiert und so farblich besonders intensiv wirkt. Beides lässt sich auch nachträglich in Kombination mit einer energieeffizienten Fußbodenheizung realisieren. Diese Böden gibt es auch als Betonwerkstein, eine Platte im handlichen Format, die wie eine Fliese verlegt werden kann. Apropos Verlegen: Betonböden sind eher nichts für DIYer. Das sollte ein Fachbetrieb übernehmen.

Infos: www.beton.org 

Laminat

Zeitlos schön: ein Boden aus Holzparkett. ISTOCK/DREWHADLEY
Zeitlos schön: ein Boden aus Holzparkett. ISTOCK/DREWHADLEY
Laminat – das ist technisch betrachtet bedrucktes Papier auf einer Trägerplatte aus MDF, darüber eine Schutzschicht aus Kunststoff. Lange galt das als die schlichteste aller Parkettlösungen und litt unter schlechtem Ansehen. Doch das hat sich grundlegend gewandelt. Inzwischen wird von Design- Laminatböden gesprochen. Sie werden ökologisch nachhaltig – das aktualisierte EU-Ecolabel für Bodenbeläge auf Holz-, Kork- oder Bambusbasis schließt Laminat ein – und mit modernster Technik hergestellt, sind langlebig und pflegeleicht. Die Spielwiese beim Design ist groß, im Trend liegen Industrial Chic über Scandinavian Style bis Vintage. Auch moderne Steindekore erlaubt dieser Holzbodentyp. Gestaltung hin oder her, oft sprechen technische Gründe für Laminat: Er ist pflegeleicht, so mancher sogar feuchtebeständig. Und vor allem: Durch einfache Klicksysteme können selbst Laien Laminatböden leicht und schnell verlegen.

Infos: www.eplf.com 

Parkett und Dielen

Natürliche Farben und Materialien liegen im Trend – auch beim Holzfußboden. ISTOCK/VICNT, BUKKERKA
Natürliche Farben und Materialien liegen im Trend – auch beim Holzfußboden. ISTOCK/VICNT, BUKKERKA
Intarsien, Fischgrät oder Stäbchen, Parkett ist edel und repräsentativ, klassisch und modern sowie ökologisch (Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft wählen!). Eine Fußbodenheizung kann mit verklebtem Parkett kombiniert werden, bei Mietwohnungen hat in der Regel schwimmendes Parkett Sinn. Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich eine Lackversiegelung, durch die Parkett heute pflegeleicht ist. Auch mit Öl oder Wachs wird der massive Holzboden aus Hartholz oder mit Hartholz furniertem Weichholz heute gerne versiegelt. Beim Design ist Parkett nicht mehr auf Eiche rustikal beschränkt. Auch Ahorn, Buche und Lärche sind Klassiker. Zudem lässt sich Eiche in verschiedenen Farbtönen und Oberflächen aufarbeiten. Aufwendig werden hier Risse und Astlöcher gesäubert, kontrastierend verfüllt und geschliffen und für den „Used Look“ kunstvoll mit Abnutzungsspuren versehen. Verschiedene Formate und Verlegemuster schaffen zusätzliche Gestaltungsspielräume.

Infos: www.parkett.de


Kork

Korkparkett wird in handgerechten Platten verlegt. ISTOCK/STUDIOCASPER, ANDREYGONCHAR
Korkparkett wird in handgerechten Platten verlegt. ISTOCK/STUDIOCASPER, ANDREYGONCHAR
Vieles spricht für Kork: Er ist ein Naturprodukt, elastisch, recycelbar, fußwarm, schmutzabweisend und einfach zu pflegen. Die am meisten verbreiteten Korkbodenarten sind Korkparkett und -fertigparkett. Das Parkett wird fest auf dem Untergrund verklebt und anschließend versiegelt. Es wird gefärbt, als Korkgranulat naturbelassen oder mit Korkfurnier belegt. Korkfertigparkett oder auch Klick-Kork hingegen wird schwimmend und ohne Leim verlegt. Zum Korkfertigparkett gehört auch digital bedruckter Kork. Dieser Design-Korkboden bildet beispielsweise Stein- und Holzbodenoptik sehr realistisch nach. Darüber hinaus sind Rollenkork (Meterware) sowie Korkmatten und -platten in verschiedenen Größen erhältlich. Rollenware wird vor allem als Trittschalldämmung für Laminat, Parkett, Klick-Fliesen sowie Korkfertigparkett verwendet. Die Herstellung des Korkbodens ist allerdings recht aufwendig: Die Rinde der Korkeiche wird in Handarbeit geerntet. Vor der Weiterverarbeitung muss sie sechs Monate trocknen. Hauptexporteur ist Portugal.

Infos: www.kork.de

Elastische Bodenbeläge

Vinyl im Schachbrettmuster hält auch starken Belastungen stand. ISTOCK/KATARZYNABIALASIEWICZ
Vinyl im Schachbrettmuster hält auch starken Belastungen stand. ISTOCK/KATARZYNABIALASIEWICZ
Linoleum gehört nicht umsonst zu den elastischen Bodenbelägen. Eine heruntergefallene Tasse geht in der Regel nicht zu Bruch. Linoleum ist ein Naturprodukt (mit etwas Eigengeruch), dessen Basis aus Kork, Sägemehl, Leinöl und Farbstoffen besteht und auf Jutegewebe aufgetragen wird. Beim elastischen PVC-Bodenbelag dagegen gibt es heute eine neue Generation ohne schädliche Weichmacher. Dieser Belag ist optisch alles andere als langweilig, jedes Design und sämtliche Farben, Intarsien oder Logos können gestaltet werden. Auch Holzoptiken sind möglich. Einst vor allem als unpraktische Rollware angeboten, gibt es nun neue Formate. Linoleum wie PVC brauchen vor dem Verlegen eine gute Vorbereitung, der Untergrund muss absolut eben sein. Dafür erfreuen sie durch Langlebigkeit, halten mit der richtigen Pflege viel aus und können repariert werden. Fußbodenheizung ist in der Regel auch möglich.

Infos: www.feb-ev.com 

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