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Moderne Abenteurer: Bikerin Irene Konik macht Motorrad-Touren

Unterschiedlicher könnten ihre Aktivitäten nicht sein – aber alle suchen das Gleiche: Abstand vom Alltag

Irene Konik zeigt nur fürs Foto die Biker-Freiheit ohne Helm. FOTO: CÄTHE PFLÄGING 

2016 hat sie das Festival Petrolettes gegründet. Im Berliner Umland treffen sich dabei Bikerinnen aus aller Welt. „Es macht riesigen Spaß, mit Hunderten von Frauen durch die Gegend zu fahren.“ Beim Motorradfahren fühlt sie sich der Natur verbunden. „Es ist das Gefühl von Freiheit, der Geschwindigkeitsrausch, das Gefühl, frei atmen zu können.“

Vor zwei Jahren machte sie ihre erste Eistour. Im kommenden Jahr spannt sie wieder die Spikes auf die Räder, und dann geht’s gemeinsam mit „ihren Mädels“ nach Italien aufs Eis. Dann knattert sie auf einer alten Maschine über eine Rennstrecke für Motocross – ebenerdig, sehr geschlängelt und vereist. Temperaturen von minus 20 Grad machen ihr nichts aus. „Ich liebe einfach das Abenteuer“, sagt sie. „Und manchmal frage ich mich, wo ich meine Angst gelassen habe.“
Jörg Lange schrecken die eisigen Temperaturen nicht. FOTO: PRIVAT 
Jörg Lange schrecken die eisigen Temperaturen nicht. FOTO: PRIVAT 
Auf Skiern durch Lappland und Grönland

Für Jörg Lange gibt es nichts Schöneres als den Skilauf durch eine unberührte Schnee- und Eislandschaft – und diese Erlebnisse mit anderen zu teilen. Er ist Skilanglauflehrer im Breitensport und führt Reisegruppen durch Lappland zum nördlichen Eismeer. Oder in Grönland am Inlandeis entlang nach Sisimiut. Gemeinsam folgen sie den Scooter-Spuren oder den Spuren der Hundeschlitten. Im Gepäck, das die Skiläufer auf einem leichten Schlitten mit sich führen, sind Zelte, in denen sie übernachten.

Jörg Lange, von Beruf Geophysiker, organisiert diese Gruppenreisen alleine. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist ein satellitengestütztes Telefon – Smartphones funktionieren bei Temperaturen um die minus 30 Grad nicht mehr. „Mit dem Zelt unterwegs zu sein, macht mich unabhängig, ich kann die Natur genießen und hinfahren, wohin ich möchte“, sagt er. Oft begegnet er auf seinen Touren nur Rentieren und vereinzelten Hundeschlitten. „Es ist ein tolles Gefühl, durch die unberührte, verschneite Landschaft zu fahren, durch Wälder, über gefrorene Seen. Die Luft ist klar und blau, und man hört nur den eigenen Atem“, schwärmt er.

Auf seinen Reisen gewinnt er Abstand vom Alltag. Zudem merkt er immer wieder, wie wenig er zum Leben braucht, um glücklich zu sein. Denn „selten schmeckt eine Tasse Kaffee so gut wie nach einer langen Fahrt durch die Kälte“.

Alicia Reuter sucht bei ihren Abenteuertouren vor allem die Ruhe. FOTO: PRIVAT
Alicia Reuter sucht bei ihren Abenteuertouren vor allem die Ruhe. FOTO: PRIVAT
Einsame Wanderungen auf dem Dach der Welt

Ihre Passion ist das Wandern, bevorzugt alleine. So fühlt sich Alicia Reuter der Natur verbunden. „Und ich kann die Schönheit direkt in mich aufnehmen“, sagt sie. Sie sucht sich exzentrische Orte für ihre Auszeit – wie zum Beispiel den Himalaja. Bereits zweimal war sie in Nepal und wanderte jeweils 25 Tage lang alleine durch das „Dach der Welt“ genannte Hochgebirge. „Es ist so schön, ganz alleine in einer riesengroßen Landschaft zu sein, mit dieser tollen Aussicht. Das geht direkt in mich hinein“, sagt sie. Sie braucht diese Art von Abenteuer.

Schon als Kind unternahm Alicia Reuter gemeinsam mit ihrem Vater und ihren Brüdern Höhlenwanderungen im US-Bundesstaat Pennsylvania, wo sie auch geboren wurde und aufwuchs. Als sie älter wurde, zog sie nach Berlin und „verreiste wie eine ganz normale Person“. Das änderte sich vor fünf Jahren, als die heute 40-Jährige merkte, dass ihr etwas fehlte. „Ich wollte die Abenteuer aus meiner Kindheit zurückhaben.“ Aber auch die Ruhe auf ihren Touren. „Nach einer Woche Wandern denke ich an nichts anderes mehr als nur an die Landschaft und wie schön das ist“, sagt sie.
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