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Origami-Kajaks bei der Outdoor-Ausstellung am Orankesee

Origami-Kajaks lassen sich schnell aufbauen. Man kann sie in Bus und Bahn sowie mit dem Auto gut transportieren

Von Oru Kayak gibt es jetzt auch Tandem-Modelle.

Sabine Flatau 

Berlin hat Seen, Flüsse und Kanäle. Es ist verlockend, nach Feierabend oder am Wochenende ins Boot zu steigen, die Umgebung vom Wasser aus zu genießen und dabei noch etwas für die Kondition zu tun. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit, ein Kanu zu Hause oder im Bootshaus zu lagern. Faltboote sind eine platzsparende Variante und lassen sich einfach transportieren.
Etwas Besonderes sind die Kajaks aus Kunststoff, die nach Origami-Art zusammengefaltet werden. Sie bestehen nur aus wenigen Einzelteilen und lassen sich in einer Tasche unterbringen. Per Bahn, Bus, auf dem Rad oder im Auto kann man sie bis zum gewünschten Ufer transportieren.
Die neuen Faltboote machen den Paddler mobil. FOTO: CHRIS-KAYAKS.DE/ORUKAYAK (2)
Die neuen Faltboote machen den Paddler mobil. 
FOTO: CHRIS-KAYAKS.DE/ORUKAYAK (2)
Eines der bekanntesten Modelle heißt Nortik Fold 4.2 von der deutschen Firma Out-Trade. Es ist 4,20 Meter lang und 64 Zentimeter breit. Das Boot besteht aus einer großen Kunststoffplatte. Faltet man sie zusammen, entsteht ein Paket mit den Maßen 92 mal 30 mal 74 Zentimeter. Es wiegt etwa 16,5 Kilogramm. Eine Packtasche mit Rucksackträgern wird mitgeliefert. Nur fünf bis zehn Minuten dauert der Aufbau nach Angaben des Herstellers. Es müssen ja auch nur wenige Teile beim Aufbau zusammengesetzt werden: die große Kunststoffplatte, zwei Spanten, Abdeckung für Bug und Heck, eine Einlegeplatte, dazu Sitz, Rückenlehne und Fußstützen, fertig. Der Zusammenbau benötigt anfangs allerdings etwas Übung. Für die ersten Male sollte man mindestens eine halbe Stunde einrechnen, bevor man aufs Wasser kann.

„Es ist kippelig“, warnte Tobias Kamm, einer der Gründer von Out-Trade, einen Interessierten, der das Fold 4.2. auf einer Outdoor-Ausstellung am Orankesee testen wollte. Kamm hat das Origami-Faltboot gemeinsam mit seinem Mitstreiter Steffen Sator entwickelt. Das Material des Nortik Fold heißt Nortilen. Es sei widerstandsfähig, UV-resistent, kältestabil, zäh und lasse sich einfach reinigen. In Großstädten mit einer guten Wasseranbindung wie Berlin gebe es großes Interesse an den Faltbooten.

Joel Rembe von Kanu-Connection hat das Origami-Faltboot auf dem Tegeler See erprobt. „Es fährt sich fast wie ein festes Boot, weil es durch die Querspanten sehr steif ist. Im Wasser hält es gut die Spur.“ Die neueste Generation der Nortik Folds sei sehr robust „und zeigt auch keinen Verschleiß an den Faltstellen“. Es gibt auch eine kleinere Variante, das Nortik Fold 3.8 (3,80 Meter lang, 66 Zentimeter breit, etwa 14 Kilo schwer). Weitere 115 Kilogramm können zugeladen werden. Preis im Onlineshop: 1449Euro.

Konkurrenz kommt zum Beispiel aus Kalifornien von Oru Kayak. Das Modell Beach LT ist 3,70 Meter lang und 71 Zentimeter breit. Es eignet sich für Tagestouren (etwa 1290 Euro). Genauso lang, aber nur 63 Zentimeter schlank ist das Modell Bay St (etwa 1590 Euro). Mit ihm lassen sich Seen und Buchten gut erkunden. Für längere Touren mit Gepäck empfiehlt sich das 4,88 Meter lange Coast XT (2490 Euro). Das Packmaß der Boote ist jeweils 84 mal 74 mal 30 Zentimeter. Sogar faltbare Zweisitzer gibt es, was auch der belgische Hersteller Onak für etwa 1595 Euro anbietet. Zusammengefaltet hat es die Gestalt eines Koffers.

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