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Auszeit

Intensiv abschalten

Yoga-Retreats versprechen schnelle Regeneration – wenn man ein paar Dinge beachtet

FOTO: M. JOVOVIC / ISTOCK

Antje Waldschmidt 

Wer heute zu seinem inneren Gleichgewicht finden und seine Gesundheit fördern möchte, der begibt sich auf ein sogenanntes Retreat, wie es der moderne Yogi nennt. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet ursprünglich: Rückzug für eine spirituelle Ruhepause. Ganz neu ist der Weg an einen Ort des inneren Friedens und der Ausgeglichenheit jedoch nicht. Pilgerreisen und Fastenkuren haben sich in Europa schon lange von ihrer reinen Religiosität gelöst und einen Trend der Seelen-Auszeiten gesetzt.
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Ein Yoga-Retreat verfolgt ein klares Prinzip: Akkus aufladen, Körper, Geist und Seele in Einklang bringen – und das mit ganz viel Yoga: eine Kombination von Körperübungen (Asana), Atemübungen (Pranayama) und Übungen zur Meditation und Achtsamkeit. An einem Wochenende bis hin zu mehreren Wochen wird stark auf das Yoga-Erlebnis und Zur-Ruhe-Kommen fokussiert. „Ich höre von meinen Teilnehmern oft, dass schon ein Retreat-Wochenende eine tiefe und nachhaltig entspannende Wirkung hat. Jenseits des Alltags kommt man wieder in Kontakt mit seiner inneren Fülle und der Blick für das Wesentliche wird wieder frei“, sagt Pia Greschner, Mentorin und Yogalehrerin bei Spirit Yoga.

Häufig bieten die Retreats noch ergänzende Aktivitäten wie Wandern und Fasten, aber auch Schweigen, Surfen oder Ayurveda-Kuren an. Retreats gibt es mittlerweile fast überall auf der Erde. Pia Greschner kommt es bei der Auswahl der Orte ihrer Reisen auf das Besondere, das Inspirierende an. Zumeist befinden sich Retreats inmitten von atemberaubender und unberührter Natur.
Entschleunigung zulassen

Fast alle Yoga-Retreats haben einen strukturierten Tagesplan. Der Morgen startet mit einer Meditation, einer Yogastunde oder beidem, gefolgt von einem gesunden Frühstück. Die Mehrzahl der Retreats bieten ein Rundum-Wohlfühl-Paket mit Verpflegung an, die häufig vegetarisch-vegan ist. Im Laufe des Tages finden oft noch weitere Yogastunden statt. Dazwischen bleibt Zeit zum Entspannen – oder dafür, jene Angebote zu nutzen, die das Retreat zusätzlich anbietet. Doch während uns ein gewöhnlicher Urlaub vom Alltag fernhält, es aber stets etwas zu tun gibt, soll ein Retreat genau das nicht. Hier geht es darum, nur das zu tun, was uns wirklich guttut. Das bedeutet auch, dass sich die Teilnehmer an den Tagesplan halten können, es aber nicht müssen. Die Philosophie lautet Entschleunigung. Der Abend klingt oft mit einer Yogastunde und einer Meditation aus.

Passende Retreats finden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Retreat zu buchen. Reiseanbieter wie Fit Reisen, Book Yoga Retreats oder der Berliner Anbieter Yoga Travel & Friends bündeln ihre vielfältigen Angebote auf ihren Webseiten, was Auswahl und Vergleich ermöglicht. Doch auch Studios wie Spirit Yoga oder Yogibar in Berlin bieten Retreats an. Von Vorteil ist hier, dass die Teilnehmer ihre Lehrer häufig bereits aus dem Studio kennen und wissen, woran sie sind. „Ob auf die einzelnen Yogafähigkeiten der Teilnehmer angemessen reagiert wird, sie sich von der Gruppenleitung abgeholt fühlen und diese ein gutes Gespür für die Gruppendynamik hat, entscheidet letztlich über das Gelingen des Retreats“, sagt Helen Meyer, Yogalehrerin und Inhaberin der Yogibar. Daher sei es bereits vor der Buchung wichtig zu wissen, mit wem das Retreat stattfindet, welche Yoga-Richtung unterrichtet und wie oft Yoga angeboten wird. Außerdem sollten Ruhe- und Programmzeiten ausgeglichen sein.
 
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