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Themenwelten Berliner Morgenpost
EXTRA - Ferienimmobilien an der Ostsee

Kaiserliche Immobilien auf Usedom

Deutschlands zweitgrößte Insel ist sonnenreich und ein Magnet für illustre Gäste. Eine Villa gehörte schon zu Kaisers Zeiten zum Prestige reicher Berliner. Auch die Entwickler neuer Projekte sind sich der Nachfrage sicher

Lage mit Tradition: Die Seebrücke des Kaiserbads Ahlbeck steht sinnbildlich für Usedoms lange Geschichte als Urlaubsort. GETTY IMAGES/KATATON/A82

Hier machten schon die Kaiser regelmäßig Urlaub: Die Insel Usedom ist „Berlins Badewanne“. Weißer Strand, vornehme Bäderarchitektur und mehr Sonnenstunden als im Rest von Deutschland machen die „Kaiserbäder“ Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin seit rund 150 Jahren zu beliebten Urlaubsorten. 2016 wurden fast 5,4 Millionen GästeÜbernachtungen registriert – 4,6 Prozent mehr als 2015.

Immobilien und Grundstücke in diesen Orten sind entsprechend heiß begehrt. „Die Nachfrage übersteigt bei weitem das begrenzte Angebot“, sagt Marc Fischer, geschäftsführender Gesellschafter von Engel & Völkers Usedom. „Am gefragtesten sind nach wie vor die drei Kaiserbäder.“ Geeignete unbebaute Flächen sind dort rar. „Es wird immer schwieriger, Grundstücke für die Bebauung mit Mehrfamilienhäusern zu finden“, so Fischer. Der Grund: „Ein Großteil der Gebäude steht unter Denkmalschutz.“ Das trifft auch für die Bauten in der Top-Lagen in den Kaiserbädern zu. In vielen alten Villen sind schon vor Jahren Eigentumswohnungen entstanden, die als Ferienquartier vermietet werden. „Wer eine Immobilie hat, hält daran fest“, sagt Marc Fischer. „Das macht das Angebot knapp.“ Die Preise seien deshalb in den vergangenen Jahren gestiegen. Der Marktbericht von Engel & Völkers für Ferienimmobilien gibt an, dass auf Usedom Eigentumswohnungen in guter Lage 2018 für 3500 bis 5250 Euro je Quadratmeter zu haben sind. Ein- und Zweifamilienhäuser kosten zwischen 550 000 und 2,5 Millionen Euro. Tendenz steigend.

In Zirchow entstehen 15 Reetdachhäuser in Meernähe BONAVA
In Zirchow entstehen 15 Reetdachhäuser in Meernähe BONAVA
Petra Arnhold ist seit 2005 als Immobilienmaklerin auf Usedom tätig. „Viele Gemeinden wollen keine neuen Ferienimmobilien mehr“, sagt sie. „Nicht etwa, weil sie keine neuen Gäste haben möchten, sondern weil sie zunehmende Verkehrsprobleme fürchten.“ Es gebe nur kleinere Neubauvorhaben, etwa auf Flächen, für die es Bebauungspläne aus den 90er-Jahren gibt, die noch nicht umgesetzt wurden. Die Grundstückspreise auf Usedom seien in den vergangenen zwei Jahren enorm gestiegen, sagt auch Petra Arnhold.

Begehrte Neubauprojekte

Im Seebad Ahlbeck hat die M&S Massivhaus GmbH aus Magdeburg in den vergangenen zwei Jahren das Appartementhaus „Strandterrasse“ gebaut. Es liegt an der Strandpromenade. Die 53 Ferienwohnungen sind größtenteils bereits verkauft. In der Nähe der Strandpromenade, an der Karlstraße, wird ab Herbst ein Neubau mit 16 Ferienwohnungen errichtet. Das „Quartier 7“ ist ein Projekt der Matthias Riccius Immobilien GmbH. Es besteht aus zwei miteinander verbundenen Villen. Der Verkauf hat begonnen, die Hälfte der Wohnungen ist bereits reserviert. Die Netto-Kaufpreise liegen zwischen 3950 und 5450 Euro je Quadratmeter.


„Am Gefragtesten sind nach wie vor die drei Kaiserbäder.“

Marc Fischer, Geschäftsführer Engel & Völkers Usedom

Zielgruppe Kapitalanleger

Zwei Projekte realisiert das Unternehmen Bonava auf Usedom. Zehn Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 140 Eigentums- und Ferienwohnungen sind in Zirchow geplant. „Die Ferienwohnungen ‚Im Kiefernhain‘ werden voraussichtlich im Herbst in den Verkauf gehen“, teilt Christian Köhn aus der Unternehmenskommunikation von Bonava mit. „Hier laufen gerade die Planungen zu den letzten Details.“ Auf Hochtouren laufen bereits die Bauarbeiten für die 15 Reetdachhäuser im Quartier „Fischerdorf“, ebenfalls in Zirchow. Sie haben zwei bis fünf Zimmer. Die Wohnflächen liegen zwischen 77 und 133 Quadratmetern, die Preise reichen von 291 200 bis 396 200 Euro. „Die ersten vier Häuser werden wir in den kommenden Wochen fertigstellen“, kündigt Köhn an. „Eines davon wird als Musterhaus fertig eingerichtet, damit sich unsere Interessenten vor Ort ein genaues Bild von der Bauqualität und dem Komfort der Häuser machen können.“ Der persönliche Eindruck gebe oft den entscheidenden Ausschlag – und das gerade auch, wenn es um die spätere Vermietung geht. „Die allermeisten unserer Käufer wohnen nicht selbst auf Usedom, sondern sehen die Ferienimmobilien als attraktive Kapitalanlage, die nicht selten eine bessere Rendite erwirtschaftet als eine Immobilie in der Stadt“, sagt Köhn. Dank Fußbodenheizung, Sauna und Kamin seien die Häuser „auch weit über die Sommermonate hinaus gefragte Feriendomizile“. Grundstücke für neue Quartiere seien „sehr, sehr selten geworden“. Somit könnten Ferienhausbesitzer auch langfristig mit stabilen Buchungszahlen rechnen.

Ein größeres Bauprojekt gibt es auch in Zinnowitz. Dort wird das alte, unter Denkmalschutz stehende, Kulturhaus aus den 50er-Jahren saniert. 86 Ferienwohnungen mit insgesamt 7200 Quadratmeter Wohnfläche sollen entstehen. Für die Urlauber wird außerdem eine neue Tiefgarage mit 84 Stellplätzen errichtet. Und auch an Luxus fehlt es nicht: Der große Saal des Kulturhauses wird zum Wellnessbereich mit Fitnesszone umgebaut.

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