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Themenwelten Berliner Morgenpost
Last-Minute-Ausbildung 2019

Berlins Ausbildungszentrum für Busfahrer im Weddinger BVG-Betriebshof

Die Personaldecke der BVG ist dünn. Für Busse, U-Bahnen und Trams werden Fahrer benötigt. Doch was muss man eigentlich können, um einen großen Gelben durch die Stadt zu steuern? Ein Besuch in einer Ausbildungsklasse

Durch jahrelangen Einstellungsstopp können zu wenige eine U-Bahn durch Berlin steuern. FOTO: SCHÖNING / PA


„Anwärter müssen lernfähig, dynamisch, flexibel und kommunikativ sein und, das ist entscheidend, das Herz am rechten Fleck haben“

Tobias Kutta, Fahrlehrer

Doch nicht nur das. Auch Opfer müssen gebracht werden: Fahrer von BVG und BT sind rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr im Einsatz, auch nachts und an Feiertagen. „Das ist so manchem Bewerber nicht ganz klar“, sagt Kutta. Allerdings versucht die BVG, den Wünschen der Fahrer entgegenzukommen. Wie die Arbeitszeiten konkret ausfallen, liegt auch am jeweiligen Turnus. „Allein im Bereich Bus existieren 38 Arbeitszeitmodelle“, so Kutta. Auch was die Streckenauswahl angeht, bemüht sich die BVG, den Wünschen ihrer Mitarbeiter entgegenzukommen. „Das heißt aber nicht, dass dem immer so ist. Die Fahrer müssen sämtliche Strecken ihres Betriebshofes kennen.“ Je nach Standort immerhin 20 bis 25.

Wen das alles nicht abschreckt, der hat nicht nur die Chance auf einen krisensicheren Job mit zahlreichen Zusatzleistungen (Weihnachtsgeld, Schichtzulagen etc.), sondern auch die Möglichkeit, sich bei der BVG weiterzuentwickeln. Um das zu unterstreichen, zeigt Kutta in seinem Büro exemplarisch auf einige seiner Schützlinge und erklärt, wohin es sie im Laufe der Zeit verschlagen kann. „Von der Karriere in der Verwaltung, über die Leitung eines Betriebshofes bis hin zur Bereichsleitung kann der Weg führen“, sagt er. Viele Kollegen wollen das aber auch gar nicht. Sie sind stolz darauf, Chauffeure im Großstadtdschungel zu sein.
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