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Themenwelten Berliner Morgenpost
Ausbildung & Studium 2020/2021

Die Engel der Reisenden

Der Tourismus boomt und mit ihm auch die Hotel- und Gaststättenbranche. Ein Überblick über die Ausbildungsberufe

FOTO: HISPANOLISTIC / ISTOCK

Simone Jacobius 

Verreisen liegt im Trend. In Deutschland haben, laut Statista, rund 55 Millionen Personen 2018 eine Reise von mindestens fünf Tagen unternommen. Viele der Urlauber zieht es in Hotels, Pensionen oder auch auf Kreuzfahrtschiffe. Damit sich die Menschen dort gut erholen können, wird viel Personal benötigt.
Egal ob im Management oder in der Küche, im Housekeeping oder an der Bar – im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es viele Einsatzgebiete. Und Nachwuchs wird dringend gesucht. „Faktoren wie die Demografie und das veränderte Interesse der jungen Menschen machen es schwer, Nachwuchs zu finden“, sagt Gerrit Buchhorn, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Hotel- und Gaststättenverband Berlin e. V. (Dehoga Berlin). Dabei haben die Berufe aus seiner Sicht viele Vorteile: „Man kann überall arbeiten, denn es gibt Hotels und Restaurants auf der ganzen Welt. Außerdem kann man, je nach Engagement, in unserer Branche schnell aufsteigen und jung zur Führungskraft werden“, sagt Buchhorn.
Wer eine Ausbildung in der Gastronomie anstrebt, sollte sich zunächst informieren. Generell ist, vor allem im Service und in der Küche, eine körperliche Grundfitness nötig. Und nicht für alle Bereiche ist ein Studium Voraussetzung, nicht einmal unbedingt für die Arbeit als Führungskraft. „Häufig ist es sinnvoller, erst mal eine Ausbildung zu machen, an der Basis zu arbeiten und, abhängig vom Karriereziel, später zu studieren“, rät der Dehoga-Fachmann.

Wir stellen hier einige Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe vor.

Als Gastgeber ein Profi: Hotelfachleute

FOTOS: MONKEYBUSINESSIMAGES; ANDRESR / ISTOCK
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Hotelfachleute arbeiten am Empfang (Rezeption), im Housekeeping, in der Reservierung oder aber in der Gastronomie im Service oder in der Veranstaltungsabteilung (Bankette). Sie haben besonders viel Kontakt zu den Gästen – deshalb wird der Dienstleistungsgedanke großgeschrieben. Da Hotelfachleute in ihrer dreijährigen Ausbildung alle Abteilungen durchlaufen, können sie anschließend entscheiden, in welcher Abteilung sie arbeiten und vielleicht die Karriereleiter hinaufsteigen möchten. Mit der Ausbildung kann man es bis zum Hoteldirektor schaffen oder sich selbstständig machen.
 

Info

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Empf. Schulabschluss: Mittlerer Schulabschluss (MSA)
Ausbildungsgehalt: 1. Jahr 700 Euro, 2. Jahr 800 Euro, 3. Jahr 900 Euro
Einstiegsgehalt: ca. 1900 Euro

Hinter den Kulissen: Hotelkaufleute

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Seine Aufgaben liegen schwerpunktmäßig in den kaufmännischen Abteilungen wie Buchhaltung, Personalbüro und Einkauf, um für einen reibungslosen Ablauf im Hotel zu sorgen. Der Kontakt zum Gast spielt eine eher untergeordnete Rolle. Dafür sind Hotelkaufleute für die Personalplanung sowie die Bearbeitung von Personalvorgängen verantwortlich, genauso wie für die Kostenkontrolle und das Erstellen von Betriebsstatistiken. Neben einem betriebswirtschaftlichen Interesse und Organisationstalent sollten sie auch über Verhandlungsgechick verfügen. Die Aufstiegsmöglichkeiten reichen vom Abteilungsleiter bis zum Hoteldirektor oder selbstständigen Hotelier. Ein Mittlerer Schulabschluss oder gar das Abitur sind für die dreijährige Ausbildung empfehlenswert.
 

Info

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Empf. Schulabschluss: Fachabitur
Ausbildungsgehalt: 1. Jahr 515 Euro, 2. Jahr 611 Euro, 3. Jahr 695 Euro
Einstiegsgehalt: ca. 2000 Euro

Standards setzen: Fachkraft für Systemgastronomie

FOTO: STOCKSTUDIOX / ISTOCK
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Die Besonderheit der Systemgastronomie, beispielsweise McDonald’s oder Vapiano, bildet die Standardisierung von Serviceabläufen und Produkten. In dieser Ausbildung werden nicht nur die Gäste betreut, sondern auch Arbeitsabläufe organisiert und Qualitätsstandards sichergestellt. Auch das Auswerten von Betriebszahlen sowie das Durchführen von Marketingaktivitäten gehören zur dreijährigen Ausbildung. Für diesen Beruf sollten eine schnelle Auffassungsgabe und ein gewisses Maß an betriebswirtschaftlichem Denken vorhanden sein.
 

Info

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Empf. Schulabschluss: Hauptschulabschluss
Ausbildungsgehalt: 1. Jahr 515 Euro, 2. Jahr 611 Euro, 3. Jahr 695 Euro
Einstiegsgehalt: ca. 1500 Euro

Gaumenkünstler: Koch/Köchin

FOTO: DIMA_SIDELNIKOV / ISTOCK
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Köche sind nicht nur für die Herstellung unterschiedlichster Speisen zuständig, sondern verantworten auch die Kalkulation und Organisation von Menüfolgen und Speisekarten. Handwerkliches Geschick und küchentechnisches Wissen bilden daher die Grundlage für diesen Beruf. Neben dem Kochen lernen die Auszubildenden auch Produkte zu präsentieren und die unterschiedlichen küchentechnischen Verfahren anzuwenden. Je nach dem auf welcher Karrierestufe man sich gerade befindet, übernimmt man die Verantwortung für einen bestimmten Bereich in der Küche. Der Beruf erfordert körperliche Fitness, Geschicklichkeit und Kreativität. Außerdem sollten sich Azubis auf Arbeitszeiten am Abend und am Wochenende einstellen.
 

Info

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Empf. Schulabschluss: Hauptschulabschluss
Ausbildungsgehalt: 1. Jahr 650 Euro, 2. Jahr 745 Euro, 3. Jahr 840 Euro
Einstiegsgehalt: ca. 1800 Euro

Das Auge isst mit: Restaurantfachleute

FOTO: SOLSTOCK / ISTOCK
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Als Restaurantfachkraft hat man sehr gute berufliche Perspektiven, da die Gastronomie ohne Restaurantfachleute nicht funktionieren würde. Sorgen um einen Arbeitsplatz muss man sich bei der Vielzahl an Restaurants keine machen. Zu den Aufgaben einer Restaurantfachkraft gehört es, die Tische ordnungsgemäß einzudecken, Servietten zu falten und für den Tischschmuck zu sorgen. Außerdem empfangen sie die Gäste, beraten sie bei der Auswahl der Speisen und Getränke und nehmen die Bestellung auf. Sie bringen das Bestellte und kassieren auch. Steht eine große Veranstaltung an, erstellen sie die Ablaufpläne und die Kalkulation. In Hotels sind sie auch für den Zimmerservice zuständig. Für die dreijährige duale Ausbildung ist nicht unbedingt ein Schulabschluss nötig, dafür aber ein hohes Maß an Serviceorientierung, Organisationstalent und Einsatzbereitschaft.
 

Info

Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Empf. Schulabschluss: keine Angabe
Ausbildungsgehalt: 1. Jahr 675 Euro, 2. Jahr 790 Euro, 3. Jahr 915 Euro
Einstiegsgehalt: ca. 1900 Euro

An der Theke: Barmixer und Sommelier

FOTO: SANTYPAN / ISTOCK
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Beide Berufe sind Weiterbildungen Sommeliers sind meist gelernte Restaurantfachleute, die sich zum Thema Wein weiterqualifiziert haben, beispielsweise bei der IHK zum Technischen Fachwirt. Wer dagegen Caipirinha und Co. mixen möchte, kann eine Weiterbildung zum geprüften Barmixer machen – in der Regel machen das Restaurant- oder Hotelfachkräfte nach drei bis vier Jahren Berufserfahrung.
 
 
 
 

Info

Ausbildungsdauer: 1–3 Wochen Vollzeit, 3 Monate Teilzeit (Barkeeper); Tech. Fachwirt IHK Sommelier 16 Wochen Vollzeit
Empf. Schulabschluss: 3–4 Jahre Berufserfahrung als Hotel- oder Restaurantfachmann/-frau
Ausbildungsgehalt: Gehalt als Hotel- oder Restaurantfachmann/-frau
Einstiegsgehalt: ca. 2000 Euro
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