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Themenwelten Berliner Morgenpost
EXTRA: BACHELOR-, MASTER- UND DUALE STUDIENGÄNGE

Ein unschlagbarer Mix für den digitalen Wandel

Unternehmen in die Zukunft führen: Der neue Masterstudiengang „Digitale Transformation“ vereint Kernkompetenzen aus den Bereichen Management und IT-Technologie

Fit für die Führungsebene: Seit dem 1. Mai können sich Interessierte für den dualen Masterstudiengang „Digitale Transformation“ an der HWR Berlin bewerben. FOTO: GETTY IMAGES

Nicht erst seit Beginn der Corona-Krise im vergangenen Jahr rückt das Thema Digitalisierung verstärkt in den Fokus von Wirtschaft und Gesellschaft. Doch beschleunigt hat die Pandemie den Wandel ohne Frage. Laut einer aktuellen repräsentativen Studie der deutschen Industrie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zur Digitalisierung bestätigen 95 Prozent der befragten Unternehmen, dass im Zuge der Corona-Pandemie die Digitalisierung in ihrem Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat. 77 Prozent stellten zudem fest, dass Unternehmen, deren Geschäftsmodell bereits digitalisiert ist, besser durch die aktuelle Krise kommen. Kein Wunder also, dass qualifizierte Digitalisierungsmanager gefragter sind als je zuvor.

An der Hochschule lernen, am Arbeitsplatz anwenden

„Immer mehr Arbeitgeber, sowohl im öffentlichen Dienst als auch privatwirtschaftliche Unternehmen, sehen die Notwendigkeit zur Digitalisierung, sind sich aber unsicher, wie sie es angehen sollen“, erzählt Claudia Lemke, Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR). Denn bislang gebe es zu wenig Experten, die sich auf einer höheren Management-Ebene mit dieser Thematik auskennen. Diese Lücke soll ab dem Wintersemester 2021/22 mit der Einführung des dualen Masterstudiengangs „Digitale Transformation“ geschlossen werden.
Das Konzept des berufsbegleitenden Studiengangs ist interdisziplinär ausgerichtet. Durch die Kombination von Managementwissen und IT-Technologie sollen künftige sogenannte „Change Maker“ ausgebildet werden, die Unternehmen als Experten in die digitale Zukunft führen und Digitalisierungsprozesse verantwortlich gestalten. Hierfür vermittelt das Studium an der HWR unter anderem Technologievertiefungen in innovativen Bereichen der digitalen Welt, wie etwa Data Science, Künstliche Intelligenz (KI), Robotik und Cybersicherheit.
Berufsbegleitend zu studieren ist eine Doppelbelastung, bietet aber auch die Möglichkeit, Erlerntes direkt in die Praxis zu übertragen. FOTO: GETTY IMAGES
Berufsbegleitend zu studieren ist eine Doppelbelastung, bietet aber auch die Möglichkeit, Erlerntes direkt in die Praxis zu übertragen. FOTO: GETTY IMAGES
Maximal 30 Studierende werden pro Semester zugelassen, gemeinsam vertiefen sie nicht nur Fachkenntnisse, sondern erproben in kleinen Gruppen zudem innovative Arbeitstechniken und Methoden wie „Real Labs“ und „Design Thinking“ – optimale Voraussetzungen, um später selbst neue Arbeitsprozesse zu etablieren.

Zugangsvoraussetzungen für das duale Studium an der Berlin Professional School (BPS), dem Weiterbildungsinstitut der HWR, sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium, mindestens ein Jahr Berufserfahrung sowie eine aktuelle Berufstätigkeit.

„Wir wenden uns mit diesem Angebot ganz explizit an Absolventen eines IT-affinen Bachelorstudiengangs, die bereits in der digitalen Kreativbranche arbeiten und merken, dass sie noch mehr Wissen, mehr Skills benötigen“, erläutert Claudia Lemke. Gleichzeitig ist das Master-Programm bewusst nicht konsekutiv strukturiert, sondern prinzipiell offen für alle, die die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Wer fehlende Grundkenntnisse nachholen muss, dem steht eine Vielzahl an Kursen zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit dem KI-Campus – einer Online-Lernplattform für künstliche Intelligenz – angeboten werden.

Idealerweise sind die zukünftigen Studierenden bereits in einem Unternehmen tätig, in dem sie während des dualen Masterstudiums verbleiben. „Wir sprechen proaktiv Unternehmen an, zum Beispiel die Deutsche Bahn, die den Master dann in ihr Weiterbildungsprogramm aufnehmen und es somit wieder kofinanziert“, sagt Lemke. So könnten im Idealfall auch die Kosten des Bezahlmasters (die Kosten für vier Semester belaufen sich derzeit auf 16.800 Euro) von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam geschultert werden.

"Corona war im Grunde eine Bestätigung für uns, dass wir in die richtige Richtung arbeiten und dass dieser Master genau zur richtigen Zeit kommt."

Dagmar Monett, Professorin für Informatik an der HWR Berlin

„Der neue Master führt somit das Erfolgsmodell des dualen Studiums weiter“, erklärt Dagmar Monett, Professorin für Informatik an der HWR. Denn die Theorie, die an der Hochschule gelehrt wird, werde umgehend in realen Projekten am Arbeitsplatz erprobt und gleichzeitig fließe das Praxiswissen in die Module ein. Dadurch komme es zu einem besonders schnellen Wissenstransfer. „Dies ist für Arbeitgeber und Studierende eine deutliche Win-win-Situation“, versichert Monett.

Wie viele Stunden Masterstudierende nebenher in ihrem Job arbeiten müssen, hängt vom jeweiligen Arbeitsvertrag ab. Grundsätzlich wird aber vorausgesetzt, dass die Arbeitgeber den Studierenden zweieinhalb Tage pro Woche Studienzeit einräumen. Es besteht in der Praxis jedoch die Möglichkeit, die Zeiteinteilung flexibel zu handhaben, je nachdem, ob ein Projekt gerade in die heiße Phase geht oder eine wichtige Prüfung ansteht.

Zwei Drittel des Studiums finden online statt

Das Grundkonzept einer engen Verzahnung von Theorie und Praxis setzt sich innerhalb des erweiterten HWR-Netzwerks fort. Dort besteht enger Austausch mit Unternehmen und Behörden, sowohl national als auch international: So unterhält die Berliner Hochschule 195 aktive Partnerschaften mit Universitäten auf allen Kontinenten und ist Mitglied im Hochschulverbund „UAS7 – Alliance for Excellence“. „Dadurch wird ein Netzwerk zur Verfügung gestellt, das die Studierenden dann als Sprungbrett nutzen können“, so Lemke.

Nach vier Semestern schließen die Studierenden mit dem Titel „Master of Science“ ab. Auch das ist ein Novum, weil die meisten anderen Masterstudiengänge im Bereich digitale Transformation den Titel „Master of Arts“ verleihen und zumeist betriebswirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund stellen. „Unser Fokus hingegen ist, die Kombination von anwendbarer IT-Technologie und Managementwissen im Blended Learning Format zu vermitteln“, erklärt Lemke. So gibt es während der vier Regel-Semester lediglich 38 Präsenztage am Campus der HWR in Lichtenberg, die restliche Zeit teilen sich die Studierenden ein und lernen selbstbestimmt in ihrem individuellen Tempo. „Zeitgemäße, moderne Lehre kann heutzutage nur noch im Blended-Learning-Format erbracht werden“, sagt Lemke, „ein Drittel Präsenz und zwei Drittel online“. Eine weitere Besonderheit im neuen Studiengang „Digitale Transformation“ ist der sogenannte Digital Coach, der aus dem Dozententeam ernannt wird und eine Mittlerposition zwischen Lehrenden und Lernenden einnimmt. Denn, so die Erfahrung aus anderen E-Learning-Formaten: Die reduzierte Präsenzzeit kann durchaus negative Begleiterscheinungen haben, zum Beispiel, wenn sich Studierende im eigenverantwortlichen Lernen verlieren, allein gelassen fühlen oder den Kontakt zu den Dozierenden missen, so Claudia Lemke. Diesen Nebenwirkungen des digitalen Lernens soll der Digital Coach frühzeitig entgegensteuern, indem er die Studierenden betreut, miteinander vernetzt, regelmäßig Feedback gibt und bei Fragen zur Seite steht.

Berufliche Perspektiven von Manager bis Start-up-Gründer

Die Idee zum neuen dualen Master entstand lange bevor digitale Formate in der Corona-Pandemie unverzichtbar wurden. Bereits Anfang 2019 wurden Fragebögen an die rund 11.000 Studierenden an der HWR verschickt und sie wurden nach ihren Vorstellungen von einem idealen Masterstudium gefragt. Die gleichen Fragen wurden an die Partnerunternehmen der Hochschule und weitere Unternehmen gesendet. „Im Anschluss wurden alle Einschätzungen gründlich analysiert und wir konnten mit der Planung eines Masterprogramms beginnen, welches den Ansprüchen sowohl der Studierenden als auch der Unternehmen gerecht wird“, erläutert Dagmar Monett.

Das Team steckte noch mitten in der Strukturphase, als Covid-19 über die Welt hereinbrach. „Corona war im Grunde eine Bestätigung für uns, dass wir in die richtige Richtung arbeiten und dass dieser Master genau zur richtigen Zeit kommt.“

Nach dem Abschluss als Master of Science stehen den Absolventen extrem vielfältige Karrierepfade und Perspektiven offen. Die technologische Spezialisierung in den Bereichen Data Science, Künstliche Intelligenz, Robotik oder Cybersecurity qualifiziert die Absolventen zur Leitung, Umsetzung und Betreuung von digitalen Großprojekten und Innovationsvorhaben. Jobs finden sich zudem bei öffentlichen Institutionen. Darüber hinaus bereiten die Studieninhalte auch auf eine Zukunft als Unternehmensgründer vor, um eigene digitale Geschäftsideen zu verwirklichen. MALEEN HARTEN
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