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Last-Minute-Ausbildung 2019

Elektro-Innung Berlin zu Elektronikern und Gebäudetechnikern

Im Handwerk, in der Industrie und im Fernmeldewesen werden Menschen gebraucht, die sich mit elektrischen Anlagen jeglicher Art bestens auskennen. Doch „den“ Elektriker gibt es nicht – zu vielfältig ist der Job

Gebäudetechniker verkabeln Wohnungen und Häuser. FOTO: ANNA-LENA ZINTEL / ARGE MEDIEN IM ZVEH

Max Müller  

Wer von einem Blackout betroffen ist, merkt schnell: Ohne Strom läuft heute kaum noch etwas. Lampen brennen nicht, der Kühlschrank taut langsam ab und die Festnetzleitung ist tot. Das Handy mag noch gehen, aber eben nur, solange der Akku reicht. Und auch außerhalb der eigenen vier Wände ist fließender Strom unersetzlich: In den Fabriken stehen bei einem Ausfall die Roboter und Produktionsanlagen still, im Supermarkt trifft es neben den Kühlregalen die Kassen. Dass all diese Dinge fehlerfrei laufen, dass Leitungen repariert, Telekommunikationsanlagen gewartet und Antriebssysteme weiterentwickelt werden, dafür sorgt gleich eine ganze Berufsgruppe: die Elektroniker.

Gemeinhin werden sie gerne als Elektriker bezeichnet. „Dieser Beruf existiert so nicht“, sagt Carsten Joschko, Obermeister der Elektro-Innung Berlin. Stattdessen gibt es insgesamt sieben Ausbildungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. „Der Beruf ist sehr vielseitig und hat ein großes Zukunftspotenzial“, so der Experte.
Was die Menschen gemeinhin unter einem Elektriker verstehen, ist zumeist der Elektroniker mit Schwerpunkt Energie- und Gebäudetechnik. Zu seinen Aufgaben gehören die Verkabelung von Wohnungen, das Installieren von Steckdosen oder auch das Einrichten des heimischen Netzwerkanschlusses. „Der Gebäudetechniker ist der Universalist unter den Elektronikern“, sagt Joschko. Er ist am häufigsten auf der Straße anzutreffen, da sein Job im Handwerk angesiedelt ist und in Berlin die größte Gruppe der Elektroniker darstellt. Seine Zukunft liegt vor allem in der fortschreitenden Technologisierung des Alltags, Stichwort: Smarthomes.

Daneben wird in Berlin eine wachsende Gruppe von Elektronikern mit dem Schwerpunkt Informations- und Telekommunikationstechnik ausgebildet. Der erhöhte Bedarf begründet sich darin, dass immer mehr Datennetze aufgebaut werden, deren Installation und Wartung versiertes technisches Know-how voraussetzt. Auch Sicherheits- und Überwachungssysteme werden von den Telekommunikationstechnikern aufgebaut und gewartet.

„Die Ausbildung ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Karriere. Nach dem Abschluss können Elektroniker ihren Meister machen und einen eigenen Betrieb gründen oder auch ein Hochschulstudium anschließen“

Carsten Joschko, Obermeister der Elektro-Innung Berlin

Sie bringen die Roboter zum Laufen

Eine verhältnismäßig kleine Gruppe bilden wiederum die Elektroniker der Automatisierungstechnik, die vor allem in der Industrie gebraucht werden, um mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch arbeitende Automaten und Roboter zu programmieren. Die Elektroniker mit dem Schwerpunkt Maschinen- und Antriebstechnik sorgen indes dafür, dass etwa Laufbänder auf Supermarktkassen intelligenter werden.

An der Schnittstelle zur modernen Medientechnik verlaufen die Ausbildungen zu Informationselektronikern mit den Schwerpunkten Geräte- und Systemtechnik sowie Bürosystemtechnik. Der 2003 eingeführte Beruf des Systemelektronikers ist, zumindest noch, ein Exot: Die Aufgabe der Systemelektroniker besteht in der Entwicklung von innovativen elektrischen und elektronischen Komponenten, Geräten und Systemen sowie deren Wartung.

Die Eingangsvoraussetzungen für alle Spezialisierungen ähneln einander. Wie das Gros der Handwerksberufe leidet auch die Elektronikersparte unter dem anhaltenden Fachkräftemangel. Wichtiger als gute Noten sind Joschko und seinen Kollegen von daher ein ernsthaftes Interesse an Technik und Neugierde auf die unterschiedlichen Facetten des Berufs. Auch Quereinsteiger und Studienabbrecher sind gern gesehen. „Wem die Universität zu theoretisch ist, der findet in unserem Metier eine praxisorientierte Alternative“, so Joschko. Auch der Ausbildungssold kann sich sehen lassen: Je nach Betrieb und Schwerpunkt erhalten angehende Elektroniker zwischen 500 und 730 Euro im ersten und 650 bis 970 Euro im letzten Lehrjahr. Nach der Ausbildung lockt eine Vergütung zwischen 2800 und 3300 Euro brutto pro Monat.

Auch die Job-Perspektiven sind gut. „Die Ausbildung ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Karriere“, sagt Joschko. „Nach dem Abschluss können Elektroniker ihren Meister machen und einen eigenen Betrieb gründen oder auch ein Hochschulstudium anschließen“, erklärt der Experte. Doch auch wer Geselle bleibt, muss mit ständigem technologischen Fortschritten rechnen. Deshalb müssen sich Elektroniker darauf einstellen, ein Leben lang zu lernen.
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