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Themenwelten Berliner Morgenpost
Extra: Bachelor, Master & duale Studiengänge

Events planen, organisieren und durchführen

Die Messe Berlin bietet ein duales Studium an, um ihre Studierenden für die internationale Veranstaltungsbranche zu qualifizieren

Die Messe Berlin richtet große Ausstellungen wie die ITB aus, an der sich auch künftige Eventmanager ausprobieren können. FOTO: HOLGS / ISTOCK 

Kongresse und Messen organisieren, Konzerte und Festivals konzipieren und kalkulieren – was sich in Zeiten der Corona-Pandemie wie eine Tätigkeit aus vergangenen Zeiten anhört, ist die Aufgabe von Eventmanagern, die zurzeit nicht so arbeiten können wie gewohnt, aber sehr darauf setzen, ab Herbst dieses Jahres ihre Tätigkeit, für die sie ausgebildet wurden, wieder aufnehmen zu können.

Eine nicht geschützte Berufsbezeichnung

Die Berufsbezeichnung Eventmanager ist nicht geschützt, wer Veranstaltungen ausrichten will, ist in der Regel Veranstaltungskauffrau oder -mann, hat Wirtschaftswissenschaft mit Schwerpunkt Tourismus- und Eventmanagement studiert, wie es beispielsweise die private BBW-Hochschule anbietet, belegt den Studiengang Veranstaltungstechnik und -management an der Beuth Hochschule für Technik Berlin oder absolviert das Bachelor-Studium Musik-, Event- & Medien-Management, das die Deutsche Pop in Kooperation mit der University Of West London (UWL) anbietet.

"Wir bilden für den eigenen Bedarf aus. Ein Jahr Anstellung ist garantiert"

Alexander Steffen, Ausbildungsleiter Messe Berlin

Zielführend ist auch ein duales Studium, wie das BWLStudium mit dem Schwerpunkt Messe-Kongress und Eventmanagement, das die Messe Berlin als Arbeitgeber in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg (DHBW) anbietet. Die Messe Berlin mit mehr als 100 jährlich stattfindenden nationalen und internationalen Veranstaltungen ist einer der größten hauptstädtischen Arbeitgeber im Veranstaltungsbereich. Das Unternehmen beschäftigt rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bildet Veranstaltungskaufleute und Kaufleute für Büromanagement aus und bietet das duale BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Messe-Kongress und Eventmanagement an.
Eventmanager richten neben Messen und Kongressen auch Konzerte aus. FOTO: GILAXIA/S/ISTOCK
Eventmanager richten neben Messen und Kongressen auch Konzerte aus. FOTO: GILAXIA/S/ISTOCK
Nach drei Jahren schließen die Studierenden mit dem Bachelor of Arts – Fachrichtung Messe-, Kongress- und Eventmanagement – ab. In dieser Zeit haben sie neben Theorie auch eine Menge an Berufserfahrung gesammelt – nur einer der Vorteile des dualen Studiums. Ein weiterer Vorteil: Mit der Messe Berlin als Arbeitgeber verdienen die Studierenden schon ihr eigenes Geld – laut Tarifvertrag im ersten Jahr rund 1020 Euro – im dritten Jahr bereits 1120 Euro brutto. Abitur, Auslandserfahrung und sichere Englischkenntnisse sind Voraussetzungen, um das duale Studium aufnehmen zu können.

Die Messe Berlin bietet das praxisintegrierende duale Studium an. Bei der praxisintegrierenden Form führen die berufspraktischen Anteile nicht zum Berufsabschluss. Das Format endet mit dem Bachelor, hat im Vergleich zu den klassischen Studiengängen jedoch größere Praxisabschnitte. Nur bei einem ausbildungsintegrierenden dualen Studium erwerben die Studierenden zwei Abschlüsse, einen Berufsabschluss wie bei einer dualen Berufsausbildung und einen Bachelor-Abschluss.
 
Wer Veranstaltungen organisiert, muss zur Teamarbeit fähig sein. FOTO: LAFLOR/ GETTY IMAGES
Wer Veranstaltungen organisiert, muss zur Teamarbeit fähig sein. FOTO: LAFLOR/ GETTY IMAGES
Während der dreijährigen Studienzeit pendeln die Studierenden zwischen Berlin und Ravensburg. Abwechselnd sind sie drei Monate an der Uni und drei Monate bei der Messe Berlin. An der DHBW lernen sie die klassischen Inhalte eines BWL-Studiums wie Betriebswirtschaftslehre, Rechnungs- und Personalwesen, Marketing und Management, zudem besuchen sie Vorlesungen über Event- und Konzertmanagement, Catering, Messebau, Dramaturgie, Tourismuswirtschaft und Veranstaltungstechnik. Wie andere Studierende auch müssen sie sich vor Ort eine Bleibe suchen, ihr Arbeitgeber zahlt jedoch einen Wohn- und Reisekostenzuschuss.

Sind die Studierenden an ihrer Praxisstelle, werden sie in den Arbeitsablauf der verschiedenen Abteilungen eingebunden. Nach und nach lernen sie hier das Geschäft und ihren Arbeitgeber kennen. Sie arbeiten unter anderem in der Finanzbuchhaltung, im Marketing, in der Technik und sie helfen bei der Planung und Durchführung von Messen. Sie akquirieren dafür Aussteller und Sponsoren, vermarkten die Veranstaltungen und gestalten die Webseite mit Informationen für Aussteller und Besucher. „Es ist eine sehr vielseitige Ausbildung“, sagt Ausbildungsleiter Alexander Steffen. Jeder Tag sei anders und komme mit neuen Aufgaben daher. Wer sich für den Beruf interessiert, müsse neben Flexibilität auch gutes Zeitmanagement und Organisationstalent mitbringen. Aber auch gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik und Englisch. Gutes Deutsch, um mit Gästen und Ausstellern zu kommunizieren und um Angebote zu schreiben, Mathematik, um Veranstaltungen und Messen zu kalkulieren. Gutes Englisch sei Voraussetzung, um mit internationalen Ausstellern und Künstlern verhandeln zu können.

Auslandssemester in Partnerunis möglich

„Es ist ein internationales Geschäft“, sagt Steffen. Die Messe Berlin hätte allein 85 Auslandsvertretungen in mehr als 170 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Zwei von drei Ausstellern auf Veranstaltungen der Messe Berlin kommen aus dem Ausland. Schon während des Studiums können die Studierenden in ihrer Theoriephase ein Auslandssemester an einer der internationalen Partnerunis der DHBW machen. Hier erwerben sie interkulturelle Kompetenzen. Ein wichtiger Baustein, denn die Zusammenarbeit mit Menschen anderer Kulturen gehört zum Tagesgeschäft.

„Wer sich interessiert, kann sich jetzt schon für das Ausbildungsjahr 2021 bei der Messe Berlin bewerben, das Auswahlverfahren startet im November. Interessante Kandidaten werden zu einem Auswahlverfahren eingeladen, eine Art halbtätiges Assessment-Center, wo die jungen Menschen Gelegenheit haben, sich vorzustellen und in einer Gruppe eine Aufgabe zu erarbeiten. Danach geht es in Einzelinterviews. Rund 300 Bewerber gehen jährlich in das Rennen um die begehrten Studienplätze. Bis zu vier Personen werden in der Regel angenommen. Rund zehn dual Studierende lernen zurzeit das Geschäft rund um Veranstaltungsmanagement. „Wir bilden für den eigenen Bedarf aus“, sagt Alexander Steffen. Ein Jahr Übernahme sei garantiert, wer sich bewährt, könne mit einer Festanstellung rechnen. „Nicht wenige sind heute schon in Führungspositionen“, sagt Steffen und verweist damit auf die Karrierechancen, die die Messe Berlin ihren Absolventen bietet. Dagmar Trüpschuch
 

Die Alternative: Theater- und Veranstaltungstechnik und -management studieren

Der Studiengang an der Beuth Hochschule orientiert sich an den Bedürfnissen der Theaterbranche. FOTO: MAJA HITIJ / DPA
Der Studiengang an der Beuth Hochschule orientiert sich an den Bedürfnissen der Theaterbranche. FOTO: MAJA HITIJ / DPA
Die Beuth Hochschule für Technik Berlin bietet den siebensemestrigen Bachelor-Studiengang „Theater- und Veranstaltungstechnik und -management“ an. Neben ingenieurtechnischen erwerben die Studierenden auch gestalterische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Das Studium setzt auf Praxisnähe und orientiert sich an den aktuellen Bedürfnissen der Theater- und Veranstaltungsbranche. Je nach Neigung können die Studierenden sich in Bühnenmaschinenbau, Dekorationsbau, Konstruktion, Projektleitung und Management, Lichttechnik, Tontechnik, Video- und Projektionstechnik, Medientechnik oder Kommunikationstechnik qualifizieren. Sie schließen mit dem Bachelor of Engineering Theater- und Veranstaltungstechnik und -management ab. Studienbeginn ist zum Winter- und Sommersemester. Im dreisemestrigen Masterstudiengang „Veranstaltungstechnik und -management“ stehen u. a. Schwerpunkte wie Marketingstrategien und -instrumente, Management und Controlling, aber auch Konstruktion und Planung auf dem Lehrplan.
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