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Themenwelten Berliner Morgenpost
EXTRA: AUSBILDUNG & STUDIUM 2021/2022

In zehn Schritten zum ersten eigenen Zuhause

Nach dem Schulabschluss wollen viele junge Menschen das „Hotel Mama“ verlassen – dabei gibt es einiges zu beachten

Teamwork: Umzugsunternehmen sind teuer, einen Transporter zu mieten und mit Freunden zu schleppen spart viel Geld. GRAFIK: GETTY IMAGES

1 WG-Zimmer oder Wohnung? 

Bereits existierende Wohngemeinschaften bieten den Vorteil, dass vom Gewürzregal bis zur Waschmaschine alles bereits vorhanden ist. Auf der anderen Seite muss man sich in die Gemeinschaft einfinden. Von Vorteil ist es da, mit Freunden eine WG zu gründen. Zwar muss dann alles neu angeschafft werden, doch die Kosten kann man sich teilen – und das Mietbudget steigt. In der eigenen Wohnung wiederum ist man für sich, man muss keine Kompromisse machen und lebt nach der Maxime: „Meine Wohnung – meine Regeln“.
2 Die Suche

Wohngemeinschaften findet man auf Online-Portalen. Zudem kann man es beim Studierendenwerk versuchen, wenngleich es dort meist lange Wartezeiten gibt. Ansonsten empfiehlt es sich, mehrgleisig zu fahren. Die Immobilienportale müssen regelmäßig auf Neuinserate geprüft werden. Daneben sollte man bei kommunalen Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften vorsprechen. Gesuche auf Social-Media-Plattformen können ebenso zum Erfolg führen wie die klassische Printanzeige.

3 Der Mietvertrag

Hauptmieter haben andere Verpflichtungen als Untermieter. Aus WGs kommt man im Zweifel schneller raus als aus der eigenen Wohnung mit einer vereinbarten Mindestmietdauer. Das Kleingedruckte sollte also ganz genau gelesen werden. Wer den Verdacht hat, eine überhöhte Miete zahlen zu müssen, kann den Mieterverein kontaktieren. Denn Vermieter müssen sich an den in Berlin geltenden Mietendeckel halten. Zudem sollten angehende Mieter im Hinterkopf behalten, dass für Wohnungen eine Kaution hinterlegt werden muss – meist handelt es sich um das Dreifache der Miete.
  
FOTO: GETTY IMAGES
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4 Der Umzug

Ein Umzug kann ins Geld gehen, gerade wenn man die Profis ranlässt. Günstiger ist es da, einen Transporter zu mieten und die Freunde zu aktivieren. Die Belohnung am Ende des Tages nicht vergessen – vorausgesetzt, das Pandemiegeschehen lässt Geselligkeit zu.
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5 Die Hausordnung

Ohne Regeln geht’s nicht: Die Hausordnung gibt vor, was erlaubt ist und was nicht. Mittags bohren oder während der Nachtruhe Mozarts „Mondscheinsonate“ auf dem Klavier spielen – eher keine gute Idee. Tipp: Wer sich den neuen Nachbarn vorstellt, erntet mehr Verständnis, wenn es in der Anfangszeit doch mal etwas lauter wird.
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6 Die Zusatzverträge

Wieder sind die WGs im Vorteil: Stromversorger, Internetanbieter, Gasvertrag – alles geregelt. Bei Neugründungen und in frisch bezogenen Wohnungen ist das anders. Noch vor dem Umzug sollte ein Internetvertrag vereinbart werden, denn die Freischaltung dauert in Berlin zum Teil mehrere Wochen. Beim Strom- und Gasanbieter sind lokale und nachhaltige Anbieter meist teurer, dafür aber umweltfreundlich. Vergleichen lohnt sich!
 
 

7 Die Einrichtung

Nachhaltigkeit spielt bei der ersten eigenen Einrichtung eine Rolle. Ehe man Möbel kauft, die günstig, aber nicht chic sind, lohnt es sich, Secondhand-Ware in Gebrauchtwarenkaufhäusern, auf Flohmärkten und auf Onlineplattformen zu erwerben. Upcycling-Workshops helfen, alte Stücke für kleines Geld individuell aufzumotzen.
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8 Informelle Regeln

Neben der Hausordnung gibt es die informellen Regeln: In der WG sind das die Wasch- und Putzpläne und allgemeine Rücksichtnahme. In der eigenen Wohnung spart man sich strikte Regeln, es hilft aber, sich selbst Vorgaben zu machen, wann der Wohnungsputz fällig ist.
 
 
  
 
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9 Gemeinschaftseinrichtungen erkunden

In vielen Häusern gibt es Gemeinschaftseinrichtungen, die von allen genutzt werden können. Beispielsweise Gartenflächen oder Fahrradkeller, mitunter gibt es unter dem Dach auch Wäscheböden. Das Auskundschaften lohnt sich also! 
 
FOTO: N. BOULIANE/WIKIMEDIA
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10 Die Ummeldung

Ohne Bürokratie geht es nicht: Wer in Berlin umzieht, muss sich binnen 14 Tagen ummelden. Besonders streng wird diese Regel meist nicht genommen, denn Termine beim Bürgeramt waren auch vor der Corona-Pandemie Mangelware. Unnötig überziehen sollte man aber auch nicht. Wer erst Monate später beim Bürgeramt erscheint, riskiert ein Bußgeld! VON MAX MÜLLER

Studieren für die Stadt der Zukunft

Der Studiengang Elektromobilität wird von Hochschulen in Berlin und Brandenburg angeboten
Der Studiengang Elektromobilität beschäftigt sich auch mit Zukunftsthemen wie etwa autonomes Fahren. FOTO: GETTY IMAGES
Der Studiengang Elektromobilität beschäftigt sich auch mit Zukunftsthemen wie etwa autonomes Fahren. FOTO: GETTY IMAGES
Wie wollen wir leben und wie können wir unsere Zukunft lebenswerter gestalten, sind zwei der wohl drängendsten Fragen unserer Zeit. Besonders vor dem Hintergrund, dass Europa seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent – gegenüber 1990 – senken und einen Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen von mindestens 32 Prozent erreichen will. Ein ehrgeiziges Ziel, an dem die Studierenden von heute bereits mitarbeiten können.

Wer sich aktiv an der Entwicklung lebenswerter Städte beteiligen möchte, kann an zwei Hochschulen in Berlin und Brandenburg den Studiengang „Elektromobilität“ belegen – an der Beuth Hochschule und an der Technischen Hochschule Brandenburg (THB).

Thema Elektromobilität reicht über Fahrzeuge hinaus

Der Studiengang an der Beuth bespielt das große Feld der Zukunftsthemen – vom E-Fahrrad über das E-Auto bis zum elektrisch und intelligent organisierten öffentlichen Nahverkehr – und impliziert ganz selbstverständlich alle Themen rund ums autonome Fahren. Dazu gehören etwa Kommunikationstechnik wie der Einbau einer Videokamera, die Ampelsignale und Verkehrsschilder erkennt, Radar- und Laserscanner, die Abstände zu anderen Fahrzeugen messen, und Ultraschalltechnik. Neben dem Thema Elektromobilität steht auch das große Feld der regenerativen Energien mit auf dem Lehrplan. „Funktionierende Elektromobilität ist an eine gelungene Energiewende geknüpft“, heißt es auf der Seite der Beuth Hochschule.

Im Grundstudium werden unter anderem Elektrotechnik, Mathematik, Digitaltechnik und Programmierung gelehrt. In den höheren Semestern geht es um Energiespeichersysteme, Batteriemanagement, Antriebstechnik und die Erlangung programmiertechnischer Kompetenzen. Schon in den ersten Semestern arbeiten die Studierenden an Praxisprojekten – sie entwickeln beispielsweise Elektro-Longboards, E-Bikes oder bauen Verbrenner-Buggys in E-Buggys um.

Wenn alles planmäßig läuft, wird der Studiengang Elektromobilität, der zum Kompetenzcluster „Urbane Technologien für die Stadt der Zukunft“ gehört, 2027 an den neuen Campus TXL auf den ehemaligen Flughafen Tegel ziehen. Hier wird es einen großen Außenbereich geben, wo die Studierenden ihre Elektromobile auf die Teststrecke schicken können.

Seit Oktober 2020 bietet auch die Technische Hochschule Brandenburg (THB) den Studiengang Elektromobilität an. Das Konzept des Studiengangs wurde am Bedarf der Wirtschaft ausgerichtet. Er vermittelt Kenntnisse, Methodenwissen und Arbeitstechniken für Ingenieure, die weit über den Autoverkehr hinausgehen. „Elektromobilität betrifft alles: vom Güterverkehr der Bahn bis hin zum Exoskelett oder zum Zahnarztstuhl“, sagt Sven Thamm, Professor für elektrische Antriebstechnik. Aber natürlich auch Autos, Pedelecs, Speedbikes und Drohnen. Die praxisnahe Ausbildung steht im Fokus des Studiums mit Partnern wie beispielsweise der Rolls-Royce Mechanical Test Operations Centre GmbH in Dahlewitz, einem internationalen Unternehmen mit interessanten Karrierechancen für Absolventen.

„Wer den Studiengang Elektromobilität absolviert, hat berufliche Perspektiven in den Bereichen Automobilindustrie, Bahntechnik, in der Luft- und Raumfahrtindustrie, aber auch in Energieunternehmen“, sagt Steffen Doerner, Professor und Dekan des Fachbereichs Technik an der THB.

Absolventen des Studiengangs Elektromobilität hätten in Berlin und Umland gute Chancen auf einen Karriereeinstieg, sagt Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität Emo bei Berlin Partner. „Wenn man unter Elektromobilität nicht nur E-Autos versteht, bieten Berlin und Brandenburg ein breites Feld“, sagt er. Im Bereich der Entwicklung von E-Bikes, Lastenrädern und E-Rollern, bei Zulieferern, Batterieentwicklern, Car-Sharern, Stromnetzbetreibern, Ingenieur- und IT-Dienstleistern sowie im gesamten Bereich der Ladeinfrastruktur könnten sie gut Fuß fassen. Daneben gebe es aber auch Hersteller in der Region, wie die Daimler AG oder BMW Motorrad, die interessant sein könnten.

„Auch Tesla ist ein Glücksfall“, sagt Gernot Lobenberg. Mit dem US-amerikanischen Unternehmen käme eine große Ansiedlung im Bereich Elektromobilität mit Strahlkraft und vielen neuen Arbeitsplätzen in die Hauptstadtregion. In der sogenannten „Gigafactory“ Berlin-Brandenburg sollen E-Fahrzeuge und voraussichtlich auch Batterien entwickelt und produziert werden. Bis Ende 2022 will das Unternehmen mehr als 12.000 Personen einstellen. Bewerben können sich Absolventinnen und Absolventen schon jetzt – ganz unkompliziert online. DAGMAR TRÜPSCHUCH
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