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Themenwelten Berliner Morgenpost
11. Jobmesse Berlin

ISA: Chance auf ein neues Leben

Die gemeinnützige Organisation ISA unterstützt Geflüchtete und Migranten dabei, Arbeit zu finden

Der Syrer Mohamad Al Said hat eine Ausbildung zum Busfahrer bei der BVG gemacht. FOTO:CHRISTOPH SOEDER / PA

Dagmar Trüpschuch 

Sprachbarrieren und rechtliche Hürden machen es Geflüchteten oft schwer, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Seit Mitte 2018 können sie auf die Hilfe von ISA – Bundesverband für Integration, Soziales und Arbeit e. V. – zählen. Die gemeinnützige Organisation unterstützt Migranten, Arbeitslose und Geflüchtete aus Krisen- und Kriegsgebieten dabei, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Dafür arbeitet der Verband zurzeit mit mehr als 15 Bildungsträgern zusammen und unterhält ein Netzwerk aus rund 50 Firmen, in die Arbeitssuchende vermittelt werden können. „Wir geben allen Arbeitssuchenden, die sich von uns helfen lassen möchten, eine Einstellungszusage“, sagt Vorstandsmitglied Andreas Friese. Der Verband orientiert sich am Bedarf des Arbeitsmarktes und kann seine Kunden und Kundinnen gezielt schulen. Eine Qualifizierungsmaßnahme startet nur, wenn sich vorab ein Unternehmen bereit erklärt hat, die Person auch einzustellen. „Die Arbeitgeber wissen aus Erfahrung, dass sie von uns gut ausgebildete Leute bekommen“, sagt Friese.
Zurzeit konzentriert sich ISA auf die Themen Sprachförderung, MSA, Verkehr, Logistik und Personenbeförderung – bietet aber auch Qualifizierungsmaßnahmen für Pflegepersonal, Berufcoaches und Trainer an. Ende des Jahres kommen kaufmännische und IT-Schulungen hinzu. Duale Ausbildungen sind nicht im Programm, sondern nur Qualifizierungsmaßnahmen und Weiterbildungen.

ISA steht allen Interessierten offen. Menschen, die die Geschäftsräume in der Neuköllner Karl-Marx-Straße 255 aufsuchen, die über Facebook oder auf Jobmessen mit den Jobcoaches von ISA in Kontakt treten, werden vom ersten Moment an engmaschig betreut. Nicht-Muttersprachler absolvieren einen Sprachtest. Oft muss vor dem Beginn einer Qualifizierungsmaßnahme bei einem Bildungsträger noch ein Sprachkurs vorgeschaltet werden. Auch hier kann ISA vermitteln.

Im nächsten Schritt besprechen die Jobcoaches die Qualifizierungsmaßnahme und begleiten die Arbeitssuchenden zum Jobcenter, um einen Bildungsgutschein zu beantragen. „Das ist eine große Hilfe für die Geflüchteten, die mit der Antragstellung erst einmal überfordert sind oder das Problem der Sprachbarriere haben“, sagt Friese. Ohne Begleitung sei der Behördengang oft nicht zu bewältigen. „Wir begleiten die Arbeitssuchenden in die Weiterbildung bis hin zur Unterzeichnung ihres Arbeitsvertrages.“

Aktuell qualifizieren ISA-Verbandsmitglieder für ein Berliner Sightseeing-Unternehmen zwölf Busfahrer. Schon während ihrer Ausbildung fahren sie die Strecken der Sightseeing-Tour ab. Die Firmen wissen diese gezielte Ausbildung zu schätzen. „So schaffen wir die Grundvoraussetzung dafür, dass die Leute für Unternehmen interessant sind“, sagt Friese.

In drei bis neun Monaten fit für den neuen Job

Im Angebot ist auch die Ausbildung zum Fahrlehrer – eine Maßnahme, die vom Jobcenter mit dem Bildungsgutschein gefördert werden kann. Auch hier helfen die ISA-Jobcoaches bei der Antragstellung. „Fahrlehrer werden in Berlin gesucht“, sagt Friese. „Und die Einstellungszusagen, die wir dem Jobcenter geben, helfen, dass Anträge positiv entschieden werden können.“

Rund 700 Menschen durchlaufen seit der Gründung von ISA verschiedene Maßnahmen. Zwischen drei und neun Monate dauert es, bis sie fit für den Job sind, der am Ende der Fortbildung auf sie wartet. Auch auf der Jobmesse Berlin stellt der Verband sein Angebot vor.
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